Ein neuer Platz für Fahrende steht ab April bereit

Interlaken

An der Oberen Bönigstrasse in Interlaken errichtet der Kanton einen neuen provisorischen Durchgangsplatz für Fahrende. Betrieben wird der Platz für maximal 15 Wohneinheiten von der Gemeinde.

Wo jetzt noch Mulden abgestellt sind, sollen in drei Wochen Fahrende Station an der Oberen Bönigstrasse machen können.

Wo jetzt noch Mulden abgestellt sind, sollen in drei Wochen Fahrende Station an der Oberen Bönigstrasse machen können.

(Bild: Claudius Jezella)

Die Sache hat eine Vorgeschichte. Im vergangenen Jahr richtete der Kanton Bern auf der Suche nach Standplätzen für Fahrende im Berner Oberland ein Provisorium unter dem Goldswil-Viadukt in Interlaken ein. 12'500 Franken zahlte der Kanton für die Einrichtung des Durchgangsplatzes mit Wasser-, Elektrizitäts- und Kanalisationsanschlüssen. Doch benutzt wurde der Platz, der für fünf Fahrzeuge ausgelegt war, in den zweieinhalb Monaten von September bis November nicht einmal. Danach war Schluss für den provisorischen Platz unter dem Goldswil-Viadukt, und eine Verlängerung der Bewilligung war nicht vorgesehen, da er sich in der Uferschutzzone befindet. Doch der Bedarf im Kanton und auch im Oberland war nach wie vor vorhanden, wie der Generalsekretär der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK) Christoph Miesch im November erklärte: «Es braucht weiterhin provisorische Plätze, bis wir Standorte für drei bis fünf planerisch definitiv gesicherte, fixe Durchgangsplätze im Kanton gefunden haben.»

Eine «Minimalvariante»

Obwohl die Gemeinde Interlaken keinen anderen Platz zur Verfügung stellen konnte, ist der Kanton auf dem Bödeli fündig geworden. Die JGK gelangte mit dem Gesuch an die Gemeinde Matten, einen neuen provisorischen Durchgangsplatz für Schweizer Fahrende «im Sinne eines Versuchsbetriebs für sechs Monate zur Verfügung zu stellen und zu betreiben», wie es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung des Gemeinderats heisst. Der Platz, auf dem zurzeit noch Mulden abgestellt sind, befindet sich auf einer Parzelle der Armasuisse an der Oberen Bönigstrasse (Aendermoos) bei der Autobahnunterführung.

«Der Gemeinderat hat nach Vornahme von verschiedenen Abklärungen beschlossen, die Bewilligung für die Erstellung und den Betrieb des provisorischen Durchgangsplatzes auf der Bundesparzelle zu erteilen», so die Mitteilung. Die Investitionskosten für die Bereitstellung des Platzes werden demnach vom Kanton übernommen. Für die Erstellung des Platzes erfolge eine Minimalvariante mit dem Einrichten von Wasser- und Stromanschlüssen, zudem werde ein Zaun errichtet. Für die Benutzung erhebt die Gemeinde die laut Gemeindeschreiber Peter Erismann übliche Pauschalgebühr von 15 Franken. Auch eine Kaution wird bei der Anmeldung bei der Abteilung Sicherheit der Gemeinde fällig. Der Gemeinderat hat zudem eine Platzordnung erlassen, «welche vorsieht, dass der Platz mit maximal 15 Wohneinheiten belegt werden und die Aufenthaltsdauer pro Familie höchstens einen Monat betragen darf».

Sonderregel für Schulbesuch

«Für den Schulbesuch für Fahrende besteht eine Sonderregelung, die Kinder der Fahrenden werden somit nicht die Schule Matten besuchen», informiert der Gemeinderat. Der Durchgangsplatz soll am 1.April in Betrieb genommen werden. Das Provisorium dauert sechs Monate.

Berner Oberländer

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