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«Etcetera» gibts nun auch in Spiez

Mit dem Programm «Etcetera» des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks Bern erhalten Sozialhilfeempfänger die Chance, ihr eigenes Geld mit Hilfsarbeiten zu verdienen. Nach Interlaken und Thun gibts das Angebot nun auch in Spiez.

Im sogenannten Rosmarie-Haus an der Thunstrasse 4 am Spiezer Lötschbergplatz ist das «Etcetera» des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks (SAH) Bern angesiedelt. Das Büro im ersten Stock wird über den Eingang auf der rechten Gebäudeseite erreicht.
Im sogenannten Rosmarie-Haus an der Thunstrasse 4 am Spiezer Lötschbergplatz ist das «Etcetera» des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks (SAH) Bern angesiedelt. Das Büro im ersten Stock wird über den Eingang auf der rechten Gebäudeseite erreicht.
Markus Hubacher

Vor mehr als zehn Jahren eröffnete das Schweizerische Arbeiterhilfswerk (SAH) Bern in Interlaken ein erstes und vor fünf Jahren in Thun ein zweites «Etcetera». Ursula Baldauf, die Programmverantwortliche im Oberland, freut sich, dass nun an der Thunstrasse 4 in Spiez ein dritter Standort eröffnet werden konnte. Dies dank Unterstützung der Gemeinde Spiez, wie sie betont.

Die Arbeitsvermittlung ist ein SAH-Programm, welches Sozialhilfeunterstützten die Möglichkeit bietet, mit stundenweisen Einsätzen in der Arbeitswelt integriert zu bleiben und mit ihrem Verdienst zum existenzsichernden Einkommen beizutragen (siehe Kasten). «Auch wenn der Lohn relativ bescheiden ist und er letztlich mit den Sozialhilfeleistungen verrechnet wird, sind die Mitarbeiter motivierter, wenn sie ihr eigenes verdientes Geld von uns überwiesen erhalten.» Das weiss Ursula Baldauf aus Erfahrung. Seit acht Jahren ist sie für «Etcetera» tätig – zuerst im Emmental/Oberaargau und seit Oktober 2009 im Oberland. Sie betreut gemeinsam mit Silvia Aeschbacher und Alfred Thomann die drei Standorte in der Region.

«Sind keine Konkurrenz»

Laut SAH können sich nun die Einwohner aus Spiez und Umgebung freuen: Wenn sie ihre Wohnung gereinigt und den Garten für den Frühling bereitgestellt haben wollen oder sie bei Hilfsarbeiten Unterstützung brauchen, können sie sich über «Etcetera» eine helfende Hand organisieren. Auch Firmen und Organisationen seien dankbar um die stundenweise vermittelten Hilfskräfte, sagt die Programmverantwortliche. «Wir können damit Menschen relativ günstig aus der Schwarzarbeit herausholen.» Denn «Etcetera» erstellt die Lohnabrechnungen und rechnet die Sozialversicherungsbeiträge ab. Die Kundschaft wird dann mit einer sauber erstellten Rechnung bedient.

Wird mit dem SAH-Angebot nicht das Gewerbe konkurrenziert? «Wir wollen keine Konkurrenz sein. Darum vermitteln wir nur Hilfskräfte. Das ist eine Nische, die speziell ältere Leute anspricht», sagt Baldauf. «Etcetera» hat 2009 im Berner Oberland 8208 Arbeitsstunden vermittelt, 491 Aufträge erledigt, 90 Kundinnen und Kunden bedient und total 65 Mitarbeitende eingesetzt.

Vertrauen gewinnen

Für Ursula Baldauf sind die «Etcetera» eine wichtige Adresse für erwerbslose Sozialhilfebezüger. «Die Erfahrungen zeigen, dass gerade in der heutigen schlechten Wirtschaftslage viele Menschen auf Arbeitssuche bereit sind, auch einfachere Arbeiten zu erledigen.» Dank den Einsätzen würden viele Erwerbslose zudem neuen Mut schöpfen und Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewinnen. «Und viele langjährige Kunden möchten die Unterstützung nicht mehr missen.»

«Etcetera» – die soziale Arbeitsvermittlung des SAH Bern. Region Spiez (neu): Thunstrasse 4, Spiez, Telefon 033 6548321. – Region Interlaken: Bahnhofstrasse 28, Interlaken, Telefon 033 8222280. – Region Thun: Obere Hauptgasse 44 (seit 1.April, vorher Aarestrasse 38B), Thun, Telefon 033 2230520.

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