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Genetische Spuren weisen auf Fuchs und Hund statt Wolf hin

In Rüschegg, am Stockhorn und in Innertkirchen: Im September starben mehrere Rinder und Schafe auf mysteriöse Art und Weise. Nun haben DNA-Analysen ergeben: Schuld am Tod der Tiere ist nicht ein Wolf.

Der Fuchs jagt keine grossen Tiere.
Der Fuchs jagt keine grossen Tiere.
Fritz Lehmann
Der Wildhüter darf jagende Hunde abschiessen.
Der Wildhüter darf jagende Hunde abschiessen.
Walter Pfäffli
Ein Hund soll das Rind angefressen haben.
Ein Hund soll das Rind angefressen haben.
Express
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«Rind verletzt – hat ein Wolf zugebissen?», titelte diese Zeitung am 24.September und berichtete aus Rüschegg. Zur selben Zeit wurde bekannt, dass in Innertkirchen drei Schafe zu Tode gestürzt waren und Bissspuren aufwiesen. Ebenfalls im September stürzten am Stockhorn fünf Kühen ab. Auch sie wurden angefressen aufgefunden.

Ob Rüschegg, Innertkirchen oder Stockhorn: Überall stellte sich die Frage, ob ein Wolf mit- oder gar hauptschuldig am Tod der Tiere war. Nun liegen die Laborergebnisse zu den drei Fällen vor. Wie der Berner Jagdinspektor Peter Juesy erklärt, war der Wolf in keinem der drei Fälle involviert.

Spuren von Hunde-DNA

Beim Rind in Dürrentannen in der Gemeinde Rüschegg und bei den Schafen in Innertkirchen fand das Labor Spuren von Hunde-DNA. Damit hat die Labor-Analyse bestätigt, was der Herdenschutzbeauftragte Ueli Pfister anfänglich vermutete. In Rüschegg untersuchte Pfister den Fundort und die Umgebung des verletzten Rindes. Er fand weder Kot noch Haare eines Wolfs. Das zweite Rind, das in Rüschegg vermisst wurde, tauchte zudem am nächsten Tag in einem benachbarten Stall auf. Für das Jagdinspektorat ist der Fall damit abgeschlossen. Gemäss Juesy sei für weitere Abklärungen nun die Kantonspolizei Bern verantwortlich. Doch auch diese betrachtet den Fall gemäss Medienstelle als erledigt, weil das zweite Rind aufgetaucht sei und keine Anzeige vorliege.

Kamerafalle aufgestellt

Als die Bauernfamilie das verletzte Rind in einer Senke im Gebiet Dürrentannen bei Rüschegg fand, war dessen Hinterlauf verbissen und angefressen. Beim Rind soll es sich um ein gesundes Tier gehandelt haben, erklärt die Bauernfamilie. Nachdem das Tier von seinen Qualen erlöst worden war, musste der Landwirt den Kadaver eine Nacht lang in der Senke liegen lassen. Kamerafallen sollten zeigen, ob ein Luchs, Fuchs, Wolf oder Hund zum toten Tier zurückkehren würde. Wie Jagdinspektor Juesy erklärt, tappte der Räuber jedoch nicht in die Fotofalle. Leider habe man durch diese Massnahme keine zusätzlichen Erkenntnisse gewonnen.

Füchse fressen Kadaver

Den fünf verendeten Tieren, die nach ihrem tödlichen Sturz auf dem Alpetli unterhalb des Stockhorns gefunden worden waren, entnahmen Jagdinspektor Juesy und seine Mitarbeiter insgesamt zehn Proben. In sieben der zehn Proben konnte DNA eines Fuchses nachgewiesen werden. Das sei relativ typisch, erklärt Juesy : «Füchse fallen oft über die Kadaver von Tieren her.»

Bei allen drei Fällen ist noch unklar, wieso die Tiere verunglückten. Am Stockhorn deutet einiges darauf hin, dass die fünf Kühe um den Zaun herumgegangen und in zu steiles Gelände geraten sind. In Innertkirchen wird gerätselt, warum die drei Schafe abgestürzt sind. Das Rind in Rüschegg wurde verletzt aufgefunden. Ob es aber ein Hund allein war, der dem Tier die rund 30 Zentimeter lange Wunde zugefügt hat, ist noch ungeklärt. Marco ZyssetChristian LiechtiWölfe in der Schweiz: Siehe auch Bericht auf Seite 3.

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