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Gläubiger der Hasliberger Bergbahnen müssen wohl auf Geld verzichten

Die schwer verschuldeten Bergbahnen Meiringen- Hasliberg wollen den Konkurs abwenden: Sie haben deshalb ein Gesuch um gerichtliche Nachlassstundung eingereicht. Den Gläubigern droht ein beträchtlicher Abschreiber.

Die Station Glogghüs auf 2534 Metern ist einer der höchsten Punkte der Hasliberger Bergbahnen: Der Bahnbetrieb soll aufrecht erhalten werden.
Die Station Glogghüs auf 2534 Metern ist einer der höchsten Punkte der Hasliberger Bergbahnen: Der Bahnbetrieb soll aufrecht erhalten werden.
Bruno Petroni

Denn die Sanierung ist nach Darstellung der Bahnen wohl nur erfolgversprechend, wenn die Gläubiger auf einen grossen Teil ihrer Forderungen verzichten. Zusätzlich werde man «weitere Massnahmen zur Kostensenkung im Betrieb» ergreifen.

Konkret geht es um Personalabbau und die Einschränkung der Betriebszeiten. Nähere Angaben dazu waren zunächst nicht erhältlich.

Der Verwaltungsrat erwog ursprünglich auch einen aussergerichtlichen Nachlass. Doch er zweifelte daran, dass sich die Bahnen innert nützlicher Frist mit den wichtigsten Gläubigern frei einigen könnten.

Treffen mit Gläubigern

Inzwischen hat sich die Spitze des Unternehmens zu einer Aussprache mit den Gläubigern und den grössten Aktionären getroffen. Zu den wichtigsten Fremdkapitalgebern zählen die Gemeinden des Oberhasli.

An der Veranstaltung mit 60 Teilnehmern sei man sich einig gewesen, dass der Bahnbetrieb aufrecht erhalten werden müsse, heisst es im Communiqué. «Die Gäste sollen möglichst wenig von den Schwierigkeiten spüren.»

Die Bergbahnen hatten bereits vor Wochenfrist über ihre schlechte Finanzlage informiert. Der schneearme Winter habe ein grosses Loch in die Kasse des Unternehmens gerissen, das ohnehin seit Jahren unter hohen Schulden leidet. Im Vergleich zu früheren Jahren fehlte beim Umsatz zuletzt eine Million Franken.

Teufelskreis

Der Schuldenberg verhinderte grössere Investitionen. Unter anderem war kein Geld für die Erweiterung der Beschneiungsanlagen vorhanden. Das drückte nach Darstellung der Hasliberg Bahnen wiederum auf den Umsatz. Eine zusätzliche Belastung war die notwendige Nachzahlung in die Pensionskasse Ascoop.

Das Gesuch um Nachlassstundung muss nun durch den zuständigen Richter bewilligt werden. Danach befinden sich die Bergbahnen in einem geschützten Rahmen; sie können also vorerst für alte Forderungen nicht mehr betrieben werden.

Der Betreibungsschutz gibt die Zeit, um nach Sanierungslösungen zu suchen, einen Nachlassvertrag auszuarbeiten und diesen den Gläubigern zu unterbreiten. Stimmen genügend Gläubiger zu, kann der Vertrag anschliessend vom Richter bestätigt werden. So könnte der Konkurs abgewendet werden.

Sparen ist angesagt

Eine Voraussetzung für die Bewilligung der Nachlassstundung ist, dass das Unternehmen in dieser Phase gewinnbringend tätig sein kann.

Damit dieser Nachweis gelingt, seien einschneidende Massnahmen nötig, schreiben die Bergbahnen. Ob nebst der Einschränkung der Betriebszeiten und dem Abbau von Personalstellen noch weitere Massnahmen notwendig seien, werde in den nächsten Wochen entschieden.

SDA/tan

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