Grosse Solidarität fürs Integrationsprojekt

Spiez

Im letzten Herbst zerstörten Unbekannte das Unihockeyfeld der Heilpädagogischen Schule Niesen und der Primarschule Hofachern in Spiez. Am Montag konnte das Spielfeld wieder aufgebaut werden.

Vereinte Kräfte auf dem Hofachern-Pausenplatz: HPS-Klassenlehrer Lukas Schmocker (hinten links) mit den befreundeten Helfern des Unihockeyteams aus Wohlen und Schülern der Heilpädagogischen Schule Niesen gestern Nachmittag vor dem reparierten Unihockeyfeld.

Vereinte Kräfte auf dem Hofachern-Pausenplatz: HPS-Klassenlehrer Lukas Schmocker (hinten links) mit den befreundeten Helfern des Unihockeyteams aus Wohlen und Schülern der Heilpädagogischen Schule Niesen gestern Nachmittag vor dem reparierten Unihockeyfeld.

(Bild: Jürg Spielmann)

Jürg Spielmann

Dass die Sonne am Montag lachte, passte vorzüglich zum Treiben auf dem Pausenplatz der Spiezer Primarschule Hofachern. «Ein Mitspieler von uns hat das damals mitbekommen. Wir haben uns gesagt: Da sind wir dabei, zumal wie ja dieselbe Sportart betreiben», meinte Philip Geiser. Er und drei weitere Spieler des Unihockeyteams TV Wohlen packten mit an, um das reparierte Unihockeyfeld wieder aufzubauen. «Es handelt sich bei ihnen um ehemalige Teamkollegen von mir. Sie haben sich letzten Herbst auf den Zeitungsartikel hin gemeldet und Hilfe angeboten», sagt ein sichtlich dankbarer Lukas Schmocker. Der stellvertretende Schulleiter und Klassenlehrer an der Heilpädagogischen Schule (HPS) Niesen spricht von einer «sehr grossen Solidaritätswelle», die man erfahren habe. Das von Interlaken bis nach Bern. Konkret haben sich 35 Personen gemeldet, «Zimmerleute, Maler, Studenten, Väter von Schülern». Alle wollten sie helfen – mit Manpower oder mit Spenden. «Vielen sagten wir dankend ab, 10 Leute haben uns letztlich in einzelnen Einsätzen bei der Reparatur unterstützt», so Schmocker. Diese benötigte viele Stunden Arbeit.

Im Spiel gelebte Integration

Mitte Oktober 2014 machte diese Zeitung publik, dass Unbekannte in den Herbstferien das gemeinsame Spielfeld der benachbarten Schulen zerstört hatten. Eine Anzeige bei der Polizei führte laut der HPS-Lehrkraft nicht zum Erfolg. Es sei auch darum gegangen, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Das Aussenunihockeyfeld war 2012 in einer gemeinsamen Projektwoche der HPS Niesen und der Primarschule Hofachern von über 30 Kindern gebaut worden. «Die Vandalen machten hier etwas Wertvolles kaputt», bekannte Lukas Schmocker im Herbst mit Blick auf das zerstörte Integrationsprojekt. «Es tat weh, die bedrückten Gesichter der Kinder zu sehen.» Die Regelschulkinder treffen sich auf dem Pausenplatz mit Schülern der HPS zum gemeinsamen Spiel – vor den Sommerferien wird jeweils zusammen ein Turnier ausgetragen. Dank dem gelebten Miteinander beider Schulen kam auch zustande, dass man sich die anfallenden Kosten teilte. «Wir mussten Material für 1600 Franken anschaffen», sagt Lukas Schmocker. Sein Ziel, das Spielfeld bis um 16 Uhr aufgebaut zu haben, sollte am Montag gelingen. So blieb Zeit, das Reparierte mit einem Match einzuweihen. Dass die Beteiligten dabei mit der Sonne um die Wette strahlten, versteht sich von selbst.

Berner Oberländer

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