Zum Hauptinhalt springen

Hält der TGV bald auch im Oberland?

Verbindet der TGV bald doch noch Paris mit Interlaken? Pro Bahn möchte damit vermehrt asiatische Gäste ins Oberland bringen und indirekt auch die letzte Verbindung zwischen den Landeshauptstädten erhalten.

Ein TGV in voller Fahrt: Ob er bald auch Interlaken erreicht, ist noch offen, wäre aber für den Oberländer Tourismus von grossem Vorteil.
Ein TGV in voller Fahrt: Ob er bald auch Interlaken erreicht, ist noch offen, wäre aber für den Oberländer Tourismus von grossem Vorteil.
zvg/SBB

Seit der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV Paris mit Bern verbindet, träumen die Oberländer von der Weiterfahrt nach Interlaken. Die Sektion Espace Mittelland (Pro BEM) von Pro Bahn Schweiz arbeitet an der Verwirklichung dieses Traums.

Was der TGV und die asiatischen Gäste miteinander zu tun haben, erklärt Kerngruppenmitglied Andreas Theiler aus Uebeschi: «Die Asiaten fliegen nach Europa, um mit der Bahn direkt an ihr Ziel fahren. Die umsteigefreie Verbindung zum Flughafen Zürich haben wir verloren; zurzeit sind wir nur via ICE mit dem Flughafen Frankfurt verbunden.» Theiler, der über verschiedenste Erfahrungen im Tourismus verfügt, weiss von den vielen asiatischen Gästen, die nach Paris fliegen und von dort per Bahn weiterreisen. Und er glaubt an ein grosses Potenzial des Ziels Berner Oberland.

Seit dem Fahrplanwechsel 2009 verkehrt zwischen Bern und Paris nur noch ein TGV-Paar täglich. Der Wegfall des zweiten Zugpaares basiert auf der stark frequentierten Verbindung via Basel. Mit der Inbetriebnahme der im Bau befindlichen TGV-Linie Rhin–Rhône verkürzt sich die Fahrt Paris–Basel um eine halbe Stunde. Theiler: «Dann ist das Aus der Verbindung Paris–Bern durch den Jura nur noch eine Frage der Zeit.»

Noch Fragen offen

Pro BEM sieht die Rettung der Verbindung zwischen den Landeshauptstädten von Frankreich und der Schweiz mit sogenannten Flügelzügen, die in Basel getrennt und dann nach Zürich und Bern–Interlaken weiterfahren und umgekehrt. Allerdings müssten für die beschränkte Platzzahl in den TGV-Kompositionen in der Hauptverkehrszeit zwischen Bern und dem Oberland noch geeignete Lösungen gefunden werden.

An der Hauptversammlung von Pro BEM von nächstem Samstag in Interlaken wird Rolf Widler, Vorstandsmitglied von Interlaken Tourismus, die Vorteile der TGV-Verbindung präsentieren. Widler: «Im touristischen Incoming-Bereich sind bei den Gästen aus dem Fernen Osten die Flughäfen Frankfurt, Paris und Zürich die wichtigsten Einfallstore zur Schweiz. Die TGV-Verbindungen ab Paris spielen deshalb als Hauptzubringer eine Leaderrolle.» Interlaken Tourismus und seine touristischen Partner versuchen laut Widler seit Jahren, auf dieses wichtige Marktsegment von Touristen aus Korea, China, Taiwan, Singapur, Australien etc. aufmerksam zu machen. Doch nur umsteigefreie Verbindungen seien attraktiv, um genügend Potenzial zu generieren. Ziel müsse es also sein, Bern als Bundeshauptstadt und Interlaken als wichtige Fernostdestination mit direkten TGV-Zügen aus Paris zu verbinden.

Bereits 2012?

«Es macht kaum Sinn», ist Widler überzeugt, «eine Komposition die ganze Nacht in Bern abzustellen und auf Interlaken als Tourismusmagnet für das Jungfraujoch zu verzichten.» Der Tourismusfachmann hofft deshalb, die TGV-Lyria-Bahngesellschaft und die SBB würden ab 2012 nebst Zürich ein bis zwei direkte Züge von Paris via Basel nach Bern und Interlaken führen. Rolf Widler ergänzt: «Je früher dies bekannt wird, desto eher können die Tourismusdestinationen, die Bergbahnen und die Incoming Touroperators die Werbung und die Verkaufsförderung in den Herkunftsländern starten.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch