Halfpipe als Symbol für die Moderne

Thun

Eine altes Drama in modernem Look: Die Thunerseespiele präsentieren «Romeo&Julia» in einem neuen Gewand. Regisseur Christian von Götz und sein Team versetzen das Musical zeitlich ins Verona der 1970er-Jahre.

Die Thunerseespiele versetzen Shakespeares «Romeo&Julia» in ein Verona der 1970er-Jahre: Auf einen Blick holt das Bühnenbild für die grösste Liebesgeschichte aller Zeiten das Publikum mit der riesigen Halfpipe in die Moderne.

Die Thunerseespiele versetzen Shakespeares «Romeo&Julia» in ein Verona der 1970er-Jahre: Auf einen Blick holt das Bühnenbild für die grösste Liebesgeschichte aller Zeiten das Publikum mit der riesigen Halfpipe in die Moderne.

(Bild: zvg)

Die riesige Halfpipe als Bühnenbild steht für die Moderne, die schöne Palme für den Süden und das demolierte Auto für das Mafiamilieu. Mit diesen drei ausdrucksstarken Symbolen lösen die Thunerseespiele die grösste Liebesgeschichte aller Zeiten im Sommer von ihrer Entstehungszeit und versetzen sie ins Verona der 1970er-Jahre. In jene Stadt, wo die von William Shakespeares 1597 veröffentlichte Tragödie handelt und die Schauplatz des Familienkrieges zwischen den Montagues und den Capulets ist.

«Romeo&Julia» wird von den Seespielen erstmals als Open Air inszeniert. Premiere wird am 8.Juli gefeiert, Derniere am 22.August. Das Einrichten der Seebühne beginnt am 16.April. «Im Moment ist noch offen, wer das Bühnenbild baut», ergänzt die Presseverantwortliche Silvia Rivola die Medienmitteilung.

Am Anfang steht die Analyse

«Eine Open-Air-Version basiert auf der Analyse des Werkes, dem Überführen der Ideen in eine eigene theatrale Vision und schliesslich deren Umsetzung», sagt Regisseur Christian von Götz zu seiner Arbeit. Spezifisch für ein Open Air sei zudem, dass die Elemente gross sein und auf eine weite Entfernung verständlich und zugleich originell wirken müssten – und dass das Gesamte der Ablenkung durch das Tageslicht, der Sonne und der herrlichen Naturkulisse standhalte. «Sowohl die Originalgeschichte wie auch die Texte und Lieder des französischen Indoormusicals bleiben bestehen», sagt Rivola. «Die Inszenierung dagegen trägt unsere Handschrift.»

Sportwettkampf statt Krieg

Für von Götz steht zum Beispiel die Halfpipe für einen Begegnungsort junger Menschen, die sich nach Frieden und einem Leben ohne Korruption, Gewalt und Gesetzlosigkeit sehnen. «Wie alle wissen, verlieben sich Romeo und Julia am Ball von Lady Capulet und brechen aus der Welt ihrer Eltern aus, um ihre grosse romantische Liebe zu retten.» In der Pipe würden die Jugendlichen den Hass zwischen den Familien in einen friedlichen Sportwettkampf überführen können.

Freerider aus Steffisburg

Einige der Darstellenden – vor allem diejenigen aus dem Ensemble – werden in der Halfpipe auch auf Bikes fahren und mit ihren Fahrrädern durch die Luft fliegen. «Die Thuner Freerider Flying Metal Crew unterstützen uns bei der Wahl des Belages und bei den Proben sowie während der Vorstellungen», sagt Rivola. Jérôme Hunziker, Steffisburger Freerider und Organisator des Rocket Air in Thun, und sein Team stünden den Seespielen zur Seite.

Bald wollen die Musicalveranstalter noch mit anderen Überraschungen aufwarten. So könnten vielleicht prominente Personen mitwirken oder spezielle Stilmittel für die Umsetzung eingesetzt werden. «Mehr», sagt Silvia Rivola, «möchten wir noch nicht verraten.»

Thuner Tagblatt

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