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Kanton investiert Millionen gegen den Lärm

Der Kanton investiert entlang den Kantonsstrassen des Simmentals und Saanenlands viel Geld in den Lärmschutz. Im Obersimmental kosten die Lärmschutzwände und Schallschutzfenster rund zwei Millionen Franken.

Die Autos machen zu viel Lärm: Gegenüber dem Simmenhof an der Lenk sieht der Kanton deshalb bei vier Häusern dieser Siedlung (rechts der Strasse) hinter der Hecke eine Lärmschutzwand vor.
Die Autos machen zu viel Lärm: Gegenüber dem Simmenhof an der Lenk sieht der Kanton deshalb bei vier Häusern dieser Siedlung (rechts der Strasse) hinter der Hecke eine Lärmschutzwand vor.
Fritz Leuzinger

410 Gebäude hat das Tiefbauamt des Kantons Bern im Obersimmental entlang der Kantonsstrasse auf ihren Lärmpegel untersucht. Bei 110 der untersuchten Gebäude wird der massgebende Lärmgrenzwert überschritten. «Die betroffenen Gebäude befinden sich alle entlang der Kantonsstrassen und sind auf die vier Obersimmentaler Gemeinden Boltigen, Zweisimmen, St. Stephan und Lenk verteilt», sagt Projektleiter Heinz Ellenberger vom Oberingenieurkreis I in Thun. «Das Projekt zeigt die Lärmbelastungen der einzelnen Liegenschaften sowie die vorgesehenen Sanierungsmassnahmen auf», sagt Ellenberger. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Franken.

Sechs Lärmschutzwände

Der grösste Teil der 110 betroffenen Gebäude befindet sich innerhalb der Dörfer sowie in der Wohnzone vis-à-vis des Hotels Simmenhof (Gemeinde Lenk). «In dieser Wohnzone ist in Folge einer anderen Empfindlichkeitsstufe der Grenzwert um fünf Dezibel tiefer», erklärt Heinz Ellenberger den Umstand.

41 Liegenschaften erhalten Schallschutzfenster und es werden in der Region sechs Lärmschutzwände erstellt. Vier davon in der Wohnzone vis-à-vis des Lenker Hotels Simmenhof, eine in Zweisimmen und eine in Boltigen. «Bei 63 Liegenschaften kann man nichts machen. Gründe sind beispielsweise zu hohe Kosten, Platzgründe oder weil andere öffentliche Interessen dagegen sprechen wie beispielsweise der Denkmalschutz», ergänzt Ellenberger. Wo nichts gemacht werden kann, beantragt der Kanton sogenannte Erleichterungen, damit er vom Gesetz her nicht verpflichtet ist, etwas zu unternehmen. «Die Erleichterungen werden wir betroffenen Grundeigentümern mit einer Verfügung eröffnen», sagt Heinz Ellenberger.

Freiwilliger Lärmschutz

Die Massnahmen werden voraussichtlich 2011 bis 2015 ausgeführt. Das Sanierungsprojekt liegt vom 26. Juli bis am 31. August bei den jeweiligen Bauverwaltungen oder Gemeindeschreibereien zur Einsicht auf «Die Auflage dient ausschliesslich der Information», betont Projektleiter Heinz Ellenberger. Mitsprachemöglichkeiten und Rechtsmittel seien in der Ausführungsphase gewährleistet, so Ellenberger. Er präzisiert: «Niemand muss den Lärmschutz in Anspruch nehmen, wenn er dies nicht will.» Ellenberger glaubt darum, dass die Kosten tiefer ausfallen werden als die geschätzten zwei Millionen.

Betroffen von den geplanten Massnahmen sind in erster Linie Grundeigentümer sowie Anwohner an der Simmentalstrasse der Gemeinden Boltigen und Zweisimmen, an der Kantonsstrasse von Zweisimmen bis Oeschseite sowie an der Kantonsstrasse zwischen Zweisimmen und Lenk. «Die Jaunpassstrasse von Boltigen bis zum Jaunpass wurde ebenfalls untersucht, weist jedoch keine übermässige Lärmbelastung auf», informiert Ellenberger.

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