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Kein Stein bleibt auf dem andern

Der Kran beim Altersheim Frutigen ist abgebaut. Der 6,8 Millionen Franken teure Umbau kommt gut voran. Die Heimbewohner warten auf den Mai – die Rückkehr nach Frutigen. Das Leiterpaar Inniger verlässt das Heim.

Jakob Joss, Vorstandsmitglied Pro Senectute Amt Frutigen, bestätigt: «Die Umbauarbeiten im Altersheim Frutigen sind in vollem Gang und verlaufen dank guter Bauaufsicht im vorgegebenen Zeitplan.» Im Moment hat man die Kosten voll im Griff: Die bisherigen Arbeitsvergebungen liegen gesamthaft unterhalb des Kostenvoranschlags. «Doch es wird Aufpreise geben, aber nur für Mehrleistungen», sagt Joss. Vor allem von betrieblicher Seite würden mit zunehmendem Baufortschritt auch immer wieder neue Begehren oder Abänderungswünsche an den Architekten und die Bauherrschaft herangetragen, was natürlich den Kostenspielraum mit der Zeit immer mehr einenge. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es deshalb sicher zu früh, «sich auf die Brust zu klopfen». Gemäss den Erfahrungen des Architekten Heinz Brügger werde die Schlussphase des Baus entscheidend für die Gesamtabrechnung sein.

Ein Jahr Bauzeit

Der Umbau dauert ein Jahr. Baukommissionspräsident Fritz Allenbach hält fest, dass Anfang Juni mit dem Abbruch einzelner Gebäudeteile sowie der Dach- und Fassadenverkleidungen begonnen worden ist. «Durch den Aufbau über dem bisherigen Eingangsbereich konnte zu sätzlich Raum gewonnen werden. Das Gebäude bekommt so eine einfachere, klarere Form. Auf al len Etagen entstehen neue Gruppenräume, die Cafeteria und der Essraum werden zu sammengelegt.» Die Zimmer der Pensionäre werden vergrössert, und sie erhalten neu eine Dusche. Im ganzen Gebäude werden die Installationen auf den neusten Stand gebracht. Dazu gehören die sanitären und elektrischen Einrichtungen sowie ein neues Belüftungssystem. Weiter wird eine komplett neue Wärmedämmung eingebaut.

Allenbach informiert weiter: «Durch günstige Arbeitsvergaben konnten zusätzliche Kosten wie neue Platten in den Pflegebädern in den bestehenden Kostenrahmen aufgenommen werden.» Selbstverständlich werde der kantonale Teuerungsindex aufgerechnet. «Die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro, den Handwerkern und der Bau kommission läuft sehr gut», sagt Allenbach.

Bewohner «plange»

33 Bewohnerinnen und Bewohner des Altersheims Frutigen sind im Mai 2008 ins Krankenheim Spiez, und 13 noch ziemlich selbstständige Personen nach Einigen ins Wohnheim bei der Perle gezügelt worden. Ihre Rückkehr ist für den Mai 2009 vorgesehen.

Doris Messerli vom Vorstand Pro Senectute, Ressort Altersheim Frutigen, hat regelmässig Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern auf den Aussenstationen. «Sie fühlen sich wohl. Aber jetzt tauchen immer häufiger Fragen auf, und sie ‹plange› auf die Rückkehr», sagt Messerli. Im Sommer sei es super gewesen. Man habe zusammen gelacht und draussen grilliert.

Der Pfarrer hält die Predigt in Spiez, die Ärzte betreuen ihre Patienten auch auswärts, und Vereine besuchten die Leute mit ih ren Vorträgen auf den Aus senstationen. Es wird vorgelesen und gebastelt wie vorher. «Als nächster Höhepunkt steht der Besuch des Frutigmärits auf dem Programm», freut sich Doris Messerli und dankt gleichzeitig den vielen Helfern, die das möglich machen.

Neue Heimleitung gesucht

Christian und Franziska Inniger haben das Altersheim Frutigen seit dem 1. Dezember 2006 geleitet. Ende August haben sie unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist per Ende November 2008 gekündigt. Sie sind beide vom Arzt zu 100 Prozent krankgeschrieben und werden nicht mehr in den Betrieb zurückkehren. Die Ausschreibung für eine neue Leitung läuft. Es sind auch schon Bewerbungen eingetroffen, wie Doris Messerli bestätigt.

Die Verantwortlichen hoffen, auf den 1. Dezember 2008 eine Betriebsleiterin oder einen Betriebsleiter zu finden. Werner Amport, der das Heim bereits nach dem Tod von Alfred Aebersold geführt hatte, springt wieder ein, bis die Nachfolge geregelt ist. Er leitet auch das Altersheim Chalet Stampach in Aeschi ad interim.

Stellungnahme verweigert

Das Leiterehepaar Inniger selber wollte auf unsere telefonische Anfrage nicht Stellung nehmen. Wer sich in Frutigen umhört, der erfährt, dass ihre Art der Personalführung zu einem übermässigen Personalwechsel geführt habe. Es war für Innigers generell eine schwierige Zeit: Das Noro-Virus grassierte im Altersheim Frutigen, und kurz darauf wurden dann noch alle Bewohner für die geschilderte Umbauzeit «ausgelagert».

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