Kontroverse um Sicherheit auf dem Strandbadweg geht weiter

Thun

Die Frage, ob die Verkehrssituation auf dem Thuner Strandbadweg zu gefährlich sei, kommt in den Stadtrat.

Ein Juli-Tag im Jahr 2014: Auf der Mischverkehrsfläche des Strandbadwegs sind Fussgänger, Velofahrende und Autos unterwegs.

Ein Juli-Tag im Jahr 2014: Auf der Mischverkehrsfläche des Strandbadwegs sind Fussgänger, Velofahrende und Autos unterwegs.

(Bild: Patric Spahni)

In knapp zwei Monaten, am 2. Mai, öffnet das Thuner Strandbad seine Tore. Spielt das Wetter mit, dürften ab diesem Datum bald wieder zahlreiche Fussgänger, Velofahrende und Autos auf dem Strandbadweg, der neben dem Lachenkanal zum «Strämu» führt, verkehren. Darüber, ob auf dieser Mischverkehrsfläche regelmässig prekäre Situationen auftreten, gehen die Meinungen auseinander.

Der Thuner Thomas Jauch (vgl. Kasten) reichte am 16. Oktober 2014 eine von 667 Personen unterzeichnete Petition mit dem Titel «Für einen sicheren Strandbadweg – Aufhebung der gefährlichen Verkehrssituation» ein. Von den vorgeschlagenen Massnahmen – etwa der Signalisierung als Begegnungs- oder Fussgängerzone und dem Verschieben der Carparkplätze der Thunerseespiele – wollte die Stadt nichts wissen. Dies gab sie in ihrer Antwort auf die Petition Ende Januar bekannt. Eine Analyse, unter anderem mit Videoaufnahmen, habe gezeigt, dass die Koexistenz «erstaunlich gut» funktioniere.

Vertreter von vier Parteien

Damit hat sich das Thema allerdings nicht erledigt. An der letzten Stadtratssitzung reichten die Fraktionen SP und Grüne sowie Heidi Anderes und Jonas Baumann von der Fraktion der Mitte und Susanna Ernst und Daniela Huber Notter von der BDP ein Postulat «Mehr Verkehrssicherheit auf dem Strandbadweg» ein. Darin wird der Gemeinderat gebeten, im Bereich des Strandbadwegs «Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden zu prüfen».

Treibende Kraft hinter dem Vorstoss ist SP-Stadträtin Sandra Rupp Gyger. «Ich habe die Petition von Thomas Jauch selber nicht unterschrieben, aber ich habe das Thema mitverfolgt und empfinde die Situation als nicht ideal», erklärt sie ihre Beweggründe. Zudem sei für sie die Antwort des Gemeinderats auf die Petition nicht befriedigend. Deshalb wollen die Postulanten, dass die möglichen Massnahmen für ein sicheres Nebeneinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmer nochmals überprüft werden.

Suchverkehr verhindern

Sie setzen allerdings einen anderen Schwerpunkt: «Eine – wie in der Petition gewünschte – reine Fussgängerzone sehen wir eher als unrealistische und ortsbedingt auch nicht als geeignete Lösung», heisst es im Postulat. Im Vordergrund stehe eine andere Anordnung der Auto- und Carparkplätze entlang des Strandbadwegs. Für die Postulanten ist klar, dass vor allem der Parkplatzsuchverkehr und die «nicht optimal angeordneten» Parkplätze seitlich des Strandbadwegs Konfliktpotenzial bieten. «Das ist auch für Autofahrer unbefriedigend», ist Sandra Rupp überzeugt.

Eine zumindest teilweise Aufhebung der Parkplätze könne Abhilfe schaffen – wobei die Zufahrt zum Strandbad zum Aus- und Einsteigen möglich bleibe. Zudem würde Platz geschaffen für Behindertenparkplätze oder weitere Velo- und Rollerabstellplätze. Und schliesslich, betont Rupp, ist das Gebiet mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen.

Erste Priorität: Carparkplätze

Dass das Aufheben von Parkplätzen nicht sehr populär ist, ist auch der SP-Stadträtin bewusst. Erste Priorität habe deshalb, dass die Cars nicht mehr am Strandbadweg parkieren. Eine Alternative für die Carparkplätze sehen die Postulanten seitlich des Lachenstadions. Auch zu den Carplätzen hatte sich der Gemeinderat in seiner Antwort auf die Petition von Thomas Jauch geäussert: Er sieht den heutigen Standort als «nicht optimal, aber vertretbar» an. Ausreichend grosse Flächen für Alternativen in vertretbarer Distanz fehlen laut der Regierung.

Das Postulat von SP, Grünen und Mitunterzeichnenden wird in einer der nächsten Stadtratssitzungen traktandiert. Dringlichkeit wurde nicht verlangt.

Thuner Tagblatt

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