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Kreisel oder Mischverkehrsfläche? Noch keine Antwort auf die Gretchenfrage

Kreisel oder Mischverkehrsfläche: So lautet die Gretchenfrage bei der Neugestaltung des Verkehrsknotenpunkts Chartreuse. Die Gemeinde Hilterfingen drängt auf einen Kreisel und möchte vorwärts machen, beim Kanton steht das Projekt (noch) hinten an.

«Dass es nicht mehr kracht, grenzt an ein Wunder», sagt Ursula Grenacher. Sie ist Anwohnerin des Verkehrsknotenpunkts Chartreuse in Hünibach. Die Verkehrsteilnehmer, die von der Chartreuse- respektive Ländtestrasse in die viel befahrene Staatsstrasse einbiegen wollen, brauchen viel Geduld. «Ich habe bereits einige heikle Manöver beobachtet», sagt Grenacher. Besonders kritisch sei die Situation zu den Hauptverkehrszeiten. Hinzu kommt, dass die Fussgängerstreifen recht weit von der Kreuzung entfernt sind und die Unterführung kaum benutzt wird.

Ellenlange Planung ohne Ende

Der Handlungsbedarf ist grundsätzlich erkannt. Federführend bei den Planungen, die 2008 begonnen haben, ist der Kanton als Eigentümer der Staatsstrasse. «Das Projekt haben wir in das aktuelle Strassenbauprogramm aufgenommen», sagt Stefan Schöni, stellvertretender Oberingenieur Kreis I. Auf die Frage, wann der Verkehrsknotenpunkt entschärft werde, will Schöni nicht konkret werden, zumindest verspricht er aber: «Der Projektstart ist in diesem Herbst vorgesehen.»

Das reicht dem Hilterfinger Gemeinderat nicht. «Der Kanton nimmt sich sehr viel Zeit», sagt Elisabeth Herren (SP), Vorsteherin des Ressorts Bau und Planung. Sie war zu Beginn der Planungsarbeiten von Seiten der Gemeinde Hilterfingen involviert, unterdessen betreut ihr Gemeinderatskollege Roland Bühlmann (FDP) das Dossier. Er macht ebenfalls Druck: «Es stehen Sanierungen von Werkleitungen im Bereich der Kreuzung an. Wir werden aber sicher nicht bauen, um dann vielleicht ein halbes Jahr später die Strasse erneut aufzureissen.»

Die Frage nach dem Wie

Neben der Frage nach dem Wann ist die fast noch wichtigere Frage nach dem Wie ebenfalls noch nicht beantwortet. In Konkurrenz stehen ein Kreisel und eine Mischverkehrsfläche. «Für uns ist ein Kreisel die beste Lösung», sagt Gemeinderat Bühlmann. Er geht gar noch einen Schritt weiter: «Eine Mischverkehrsfläche wäre eine Alibi-Übung!» Ein Kreisel sei leistungsfähiger. «Der Verkehr läuft dadurch flüssiger», prophezeit Bühlmann. Für die Velo-, Mofa- und Autofahrer auf der Chartreuse- und der Ländtestrasse werde es einfacher, in die Staatsstrasse einzubiegen. Ausserdem sei in diesem Fall möglich, dass alle Migros-Kunden nach dem Einkauf Richtung Thun losfahren könnten. Jene, die Richtung Interlaken müssten, hätten dann die Möglichkeit, um den neuen Kreisel zu fahren, anstatt die Staatsstrasse zu queren. «Diese Variante war bei den Planungen der neuen Migros-Filiale vorgesehen», sagt Bühlmann.

Im Gegensatz zum Hilterfinger Gemeinderat tendierte der Kanton bisher zu einer Mischverkehrsfläche. Aus Kostengründen. Die Mischverkehrsvariante kostet rund 400'000 Franken, ein Kreisel rund 700'000 Franken. In beiden Fällen würde die bestehende Unterführung aufgehoben. Laut Stefan Schöni hat der Kanton sich aber noch nicht definitiv auf eine Variante festgelegt. «Diese Frage werden wir aber kurz nach Beginn der Projektphase klären.»

In der Vergangenheit stand auch im Raum, dass die Gemeinde Hilterfingen für die Mehrkosten aufkommen könnte. «Darüber haben wir im Gemeinderat noch nicht diskutiert», sagt Bühlmann. Das mache auch erst Sinn, wenn der Kanton sage, was Sache sei.

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