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KWO reicht Gesuch für neues Kraftwerk im Grimselgebiet ein

Die Kraftwerke Oberhasli haben ein Konzessionsgesuch für ein neues Kraftwerk zwischen dem Grimsel- und dem Räterichsbodensee eingereicht. Das Projekt soll statt des bereits konzessionierten Pumpspeicherwerks Grimsel 3 realisiert werden.

Im Grimselgebiet will die KWO für rund 155 Millionen Franken das Kraftwerk Grimsel E realisieren.
Im Grimselgebiet will die KWO für rund 155 Millionen Franken das Kraftwerk Grimsel E realisieren.
Bruno Petroni

Bereits im März hatten die Kraftwerke Oberhasli eine Tochtergesellschaft des Berner Energiekonzerns BKW, das 660 Millionen Franken teure Projekt des Pumpspeicherwerks Grimsel 3 auf Eis gelegt. Die Pumpspeicherung rechne sich derzeit nicht, begründeten die KWO ihren damaligen Entscheid.

Die 2012 vom Grossen Rat erteilte Konzession soll vollumfänglich erhalten bleiben, damit das Kraftwerk später zu einem geeigneten Zeitpunkt gebaut werden kann.

Zusätzliche Anlage

Nun will das Unternehmen zunächst aber das Kraftwerk Grimsel E bauen, das einen Engpass zwischen den beiden Stauseen Grimsel und Räterichsboden beseitigt, wie aus einer Mitteilung der KWO vom Montag hervorgeht.

An der besagten Stelle steht heute das vergleichsweise kleine Kraftwerk Grimsel 1, das nun mit einer zusätzlichen, stärkeren Anlage ergänzt werden soll.

Das Investitionsvolumen für Grimsel E beträgt rund 155 Millionen Franken. Die Anlage besitzt eine Leistung von 150 Megawatt. Das neue Kraftwerk wird sich vollständig im Berginnern befinden und kann an die bereits bestehenden Infrastrukturen angeschlossen werden.

Wenn die Konzession und die nötigen Baubewilligungen vorliegen wollen die KWO voraussichtlich Mitte 2015 den Bauentscheid fällen. Das Kraftwerk Grimsel E könnte dann im Jahr 2019 in Betrieb genommen werden.

Umfangreiches Ausbauprogramm

Die Kraftwerke Oberhasli sind seit längerem bestrebt, das Potenzial der Wasserkraft besser zu nutzen. Dazu wurden und werden im Rahmen des Ausbauprogramms «KWOPlus» verschiedene Projekte realisiert.

Zu dem Ausbau-Paket gehört unter anderem die Modernisierung bestehender Anlagen. Daneben stehen aber auch umstrittene Projekte zur Debatte, wie die Erhöhung der Grimselstaumauer oder das inzwischen auf Eis gelegte Pumpspeicherkraftwerk Grimsel 3.

Umstritten und mittlerweile unrentabel

Pumpspeicherkraftwerke waren bis vor kurzem ein einträgliches, von Umweltkreisen aber auch heftig kritisiertes Geschäft. Solche Kraftwerke erlauben es, in der Nacht mit billig importiertem Atom- oder Kohlestrom das Wasser von den tieferen in die höher gelegenen Speicherseen zu pumpen.

Bei der grössten Nachfrage zur Mittagszeit konnte das Wasser wieder abgelassen und der so erzeugte Strom teurer verkauft werden. Doch zurzeit wird Europa mit hochsubventioniertem und dadurch billigem Wind- und Solarstrom überschwemmt. Und der ist ebenfalls am Mittag im Überfluss vorhanden.

Die KWO gehört zu 50 Prozent dem bernischen Energiekonzern BKW. Die restlichen 50 Prozent entfallen zu gleichen Teilen auf die Industriellen Werke Basel (IWB), die Stadt Zürich und den Stadtberner Energieversorger ewb.

SDA/tag

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