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Mehrzweckhalle soll Ringgenberg bereichern

100'000 Franken beantragt Ringgenbergs Gemeinderat für den Projektwettbewerb eines Mehrzweckhalle-Neubaus. Der Souverän entscheidet heute Abend an der Gemeindeversammlung in der Turnhalle.

Blick auf das Areal in Ringgenberg, wo dereinst die neue Mehrzweckhalle stehen sollte. Links ist das Gebäude des Kindergartens Mösli zu sehen.
Blick auf das Areal in Ringgenberg, wo dereinst die neue Mehrzweckhalle stehen sollte. Links ist das Gebäude des Kindergartens Mösli zu sehen.
Hans Urfer

«Es ist ein grosses Bedürfnis, ohne Extravaganz, zahlbar und abgestimmt auf das Dorfleben», fasst Manuel Scheller Zweck und Bedeutung des geplanten Mehrzweckgebäudes zusammen. Gemeinderat und Finanzvorsteher Scheller wird heute Abend in der Turnhalle den versammelten Gemeindebürgern kein X für ein U vormachen. «Eine Sporthalle mit Bühne aber ohne zusätzliche Luxusbauten soll das Kernstück des Gebäudes sein», sagt Scheller.

Vielfalt ist gegeben

Dieser streicht die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten des geplanten Neubaus heraus: Konzerte der zahlreichen Kulturvereine der Gemeinde, örtliche Ausstellungen sowie Präsentationen von touristischen Angeboten gehören ebenso dazu wie sportliche Aktivitäten, vorwiegend im Bereich Turnen. Manuel Scheller weist auf die umfassende Nutzungsanalyse hin, welche die Arbeitsgruppe Mehrzweckhalle hat erstellen lassen, und ergänzt: «Die Halle soll auch Organisationen ausserhalb des Dorfes zur Verfügung gestellt werden können, und vergessen wir nicht die Schule.» In der Tat wären die Lehrkräfte der Primar- und Sekundarschule wohl nicht unglücklich, wenn künftig der Turnunterricht und kulturelle Veranstaltungen in grösseren Räumen angeboten werden könnten.

Petition zweier Vereine

Dass an der Gemeindeversammlung von heute Abend über einen Kredit für den Projektwettbewerb befunden werden kann, daran haben nicht zuletzt auch die beiden mitgliederstarken Ringgenberger Vereine, die Musikgesellschaft und der Turnverein, ihren Anteil. Beide haben Ende August in einer gemeinsamen Petition an den Gemeinderatv ihre Bedürfnisse für die Nutzung einer neuen Mehrzweckhalle dargelegt.

Eine vertieftere Diskussion erlaubt die vom Gemeinderat in Auftrag gegebene und jetzt vorliegende Machbarkeitsstudie einer neuen Halle. Der Thuner Architekt Sigfried P. Schertenleib hat ein Richtprojekt ausgearbeitet und auch die Kosten geschätzt. «Die 4,5 bis 5,2 Millionen Franken, welche eine neue Halle kosten würde, sind für unsere Gemeinde tragbar», sagt Manuel Scheller und weist im gleichen Atemzug darauf hin, dass jährliche Betriebskosten (Energie, Abwart, Unterhalt, Versicherungen) von rund 45 000 Franken hinzu kämen.

Scheller weiss, dass angesichts des Millionen-Bauvorhabens Erinnerungen an die beiden früheren, gescheiterten Hallenprojekte wach werden. «Allerdings hatte die Gemeinde gerade beim jüngeren, damals von den Bürgern bewilligten Projekt, Schulden in der Grössenordnung von zwölf Millionen Franken ausgewiesen». Dies sei mit der heutigen Situation, zwei Millionen Franken Schulden bei einem Eigenkapital von 2,2 Millionen Franken, nicht vergleichbar. Ferner macht Scheller darauf aufmerksam, dass beim geplanten Neubau ein Kantonsbeitrag in der Grössenordnung von 10 Prozent in Aussicht gestellt wird. «Zudem haben wir unser Vorhaben auch bei der Regionalkonferenz deponiert», sagt Scheller.

Wald: Lösung möglich

Als Bauareal ist der südliche, unbebaute Teil der Parzelle auf dem Mösli vorgesehen. Die Erschliessung würde vom Parkplatz des Burgseeli-Strandbades her erfolgen. Studienverfasser Schertenleib weist bezüglich Bauplatz darauf hin, dass der Waldabstand von 15 Metern nicht eingehalten werden kann. Manuel Scheller bestätigt diesen Sachverhalt: «Wir haben bereits eine Begehung mit einem Vertreter der Waldabteilung Oberland Ost gehabt und die Bereitschaft für eine gütliche Lösung ist vorhanden». Vor einigen Wochen haben zudem Bohrungen stattgefunden. Dies, weil der Baugrund auf der Ostseite felsig und auf der Westseite sumpfig ist. «Bautechnisch ist das lösbar, das Ganze wird einfach teurer, was in der Kostenschätzung berücksichtigt wurde», sagt Scheller.

Zuerst der Wettbewerb

Heute Abend sollen die Stimmbürger, «hoffentlich mit einem Ja zu den 100'000 Franken», wie Scheller sagt, den Projektwettbewerb ermöglichen. Wird dem Kredit zugestimmt, folgt die öffentliche Projektausschreibung. Nach der Jurierung der Eingaben geht der Gemeinderat davon aus, an der Altjahresgemeindeversammlung 2010 das Siegermodell präsentieren zu können. In einer nächsten Phase würden die Stimmbürger über den Projektierungskredit von 300'000 Franken zu befinden haben. Im 2011 sollten dann die ausgearbeiteten Pläne samt Kostenvoranschlag vorliegen. Auch hier ist der Stimmbürger gefordert wenn es um den Ausführungskredit geht. «Erhalten wir da grünes Licht kann mit dem Bau im Frühling 2012 begonnen werden», sagt Scheller, der mit einer Einweihung «nicht vor Frühling 2013» rechnet.

«Soweit sind wir aber noch lange nicht. Zuerst wollen wir das Urteil der Stimmbürger abwarten», sagt Gemeinderat Manuel Scheller.

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