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Mobbing im Gemeinderat

Vor der Gemeindeversammlung am heutigen Abend ist die Stimmung im Leissiger Gemeinderat aufgeheizt. Rita Bigler wehrt sich gegen ihre Absetzung als Vizegemeinderatspräsidentin und spricht von Mobbing.

Es war nur eine knappe Mitteilung, in der der Gemeinderat von Leissigen verlauten liess, dass Beatrix Wandfluh die Funktion des Vizegemeindepräsidiums interimistisch übernimmt. Dass der Wechsel von Beatrix Wandfluhs Vorgängerin Rita Bigler nicht ohne Nebengeräusche verlaufen ist, wird ebenfalls deutlich: Eine Beschwerde durch die bisherige Funktionsinhaberin Rita Bigler gegen den Gemeinderatsbeschluss sei vom Regierungsstatthalter vollumfänglich abgewiesen worden, heisst es in der Mitteilung.

«Ungerecht behandelt»

Was steckt dahinter? In der Gemeinderatssitzung vom 24. August sei sie als Vizepräsidentin des Gemeinderats von den anderen Ratsmitgliedern abgewählt worden, berichtet Rita Bigler. Gegen diese Entscheidung reichte sie Einspruch beim Regierungsstatthalter Walter Dietrich ein. Dieser habe ihre Beschwerde jedoch abgelehnt. Hauptgrund: Die Wahl zur Vizepräsidentin durch ihre Ratskollegen im Januar 2009, die nach einer Änderung der Gemeindeordnung notwendig geworden war, sei gar keine Wahl gewesen, sondern ein Beschluss, erklärt Rita Bigler.

Doch warum war es überhaupt zur Abwahl gekommen? «Angefangen hat alles damit, dass meiner Kommission, also der Sozial- und Gesundheitskommission, im Februar das Sekretariat gestrichen wurde», erklärt Rita Bigler. Ihr Gesuch um Wiedergewährung des Sekretariats fand ebenfalls kein Gehör. «Darauf wurde gar nicht erst eingegangen», sagt sie. Weil sie sich nicht gerecht behandelt fühlte, führte sie ihr Weg zum Regierungsstatthalter. Nicht um etwas zu erreichen, sondern um sich etwas Luft zu machen, wie Rita Bigler beteuert. Als sie anschliessend im Gemeinderat von ihrem Gespräch mit Dietrich berichtete, habe Gemeindepräsident Daniel Steffen erstmals ihren Rücktritt gefordert. «Von da an bin ich abgekanzelt worden», sagt sie und spricht von Mobbing.

«Unstimmigkeiten»

Der Gemeindepräsident weist die Vorwürfe von sich. «Ich denke nicht, dass der Regierungsstatthalter einen Entschluss des Gemeinderats stützen würde, wenn dieser Dinge wie Mobbing zum Hintergrund hätte», meint Daniel Steffen dazu. Es habe gewisse Unstimmigkeiten im Gemeinderat gegeben. Auf Details oder Hintergründe wolle er aber nicht weiter eingehen, so Steffen. «Das Entscheidende ist, dass der Regierungsstatthalter die Beschwerde abgewiesen hat.»

Zusammenarbeit schwierig

Die Frage, ob eine weitere Zusammenarbeit im Gemeinderat so überhaupt noch möglich ist, beantwortet Rita Bigler so: «Ich denke, ich kann das. Ich gehe weiter in den Rat, auch wenn das nicht einfach ist. Ich habe ja nichts Unrechtes getan.» Nun hoffe sie auf einen Umgang mit Respekt und Anstand im Rat, denn mit Politik habe die Geschichte nichts zu tun. Auch Daniel Steffen glaubt an ein Fortführung der gemeinsamen Arbeit im Gemeinderat: «Letztlich muss Frau Bigler selbst entscheiden, ob es geht. Sie ist vom Volk gewählt. Ob das eine schwierige oder weniger schwierige Zusammenarbeit ist, spielt keine Rolle.» Bei den Unstimmigkeiten mit Rita Bigler sei es auch nicht um ihre Funktion als Gemeinderätin gegangen, sondern einzig um ihre Funktion als Stellvertreterin des Gemeinderatspräsidenten, stellt Steffen klar.

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