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Mon Bijou muss nach 25 Jahren schliessen

Das Kurheim Mon Bijou in Unterseen muss Ende Januar 2015 den Betrieb einstellen. Grund dafür ist der tiefgreifende Strukturwandel im Gesundheitswesen, wie Präsident Roland Donzé sagt.

Das Kurzentrum Mon Bijou steht unter Denkmalschutz.
Das Kurzentrum Mon Bijou steht unter Denkmalschutz.
Samuel Günther

Ende Januar 2015 wird die Kurheim Mon Bijou AG den Betrieb des Kur- und Gesundheitszentrums Mon Bijou in Unterseen nach mehr als 25 Betriebsjahren einstellen. Dies schrieb sie gestern in einer Medienmitteilung. Eine Analyse der Zukunftsaussichten habe ergeben, dass der Betrieb im Alleingang nicht nachhaltig kostendeckend geführt werden könne. Ausschlaggebend dafür sei der tiefgreifende Strukturwandel im Gesundheitswesen, heisst es in der Mitteilung.

«Im Mon Bijou können nur leicht pflegebedürftige Gäste der Pflegestufen 1 bis 5 aufgenommen werden», sagt der Verwaltungsratspräsident Roland Donzé auf Anfrage dieser Zeitung. Für die Aufnahme von Pflegebedürftigen der Stufen 6 bis 12 müssten hohe Investitionen getätigt werden. «Die Auflagen des Kantons führen dazu, dass leicht Pflegebedürftige möglichst zu Hause betreut werden anstatt in einem Kurheim, wie wir dies seit 25 Jahren gemacht haben», sagt Donzé.

Aufgrund der gewichteten Kantonsbeiträge, die von den Pflegestufen der Gäste abhängig sind, sei ein Betrieb ohne höhere Pflegestufen nicht mehr kostendeckend zu führen, erklärt er. Zudem verlange die neue Heimverordnung eine Mindestgrösse von 16 Quadratmetern für ein Zimmer. Dies erfülle das Mon Bijou nur teilweise.

Kein Umbau möglich

«Da das Mon Bijou unter Denkmalschutz steht, wäre ein Umbau, der durch diese Vorschrift mittelfristig nötig würde, kaum realisierbar», sagt Donzé. Daneben seien auch die Anforderungen an das Pflegepersonal gestiegen. In den letzten Wochen seien intensive Gespräche mit diversen Institutionen, wie zum Beispiel mit lokalen Altersheimen, geführt worden.

Die Idee war, das Mon Bijou als Dépendance eines grösseren Betriebs zu nutzen. Dies stiess aber nicht auf genügend Interesse, da trotz des Einsparpotenzials auch für einen anderen Betreiber die Kosten hoch gewesen wären. Das Kurheim verfügt über eine Betriebsbewilligung der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion für acht Plätze in der Langzeitpflege sowie für neun Plätze in der Akut- und Übergangspflege.

Vier Langzeitgäste betroffen

«Uns wird vonseiten des Kantons ein guter Betrieb bescheinigt, und auch unsere Gäste fühlen sich im überblickbaren und familiären Betrieb wohl», sagt Donzé. Von der Schliessung seien vier Langzeitgäste betroffen. Für die Suche nach einem neuen Heimplatz habe man Kontakt mit den Angehörigen aufgenommen und werde sie nach Möglichkeit unterstützen.

Auch das Personal ist von der Schliessung betroffen: Von 15 Mitarbeitenden seien deren 12 der Arbeitsvertrag gekündigt worden. Geschäftspartner kämen durch die Schliessung keine zu Schaden, heisst es in der Mitteilung. Die Liegenschaft werde voraussichtlich in Wohnungen umgebaut oder verkauft.

Donzé bedankte sich im Namen des Verwaltungsrats bei der Betriebsleiterin Anna Vasilic für deren Arbeit. Er sei sich bewusst, dass die Situation auch für das Personal sehr schwierig gewesen sei.

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