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Nach Hundeattacke: Hundehalter sollen kontrolliert werden

«Hundehalter müssen besser kontrolliert werden», fordert Grossrätin Marianne Staub (FDP) nach der Hundeattacke. In Thun ist im Frühling eine Chipkontrolle durchgeführt worden, jedoch nur auf dem Papier. Anders in Spiez.

Was geht in diesem Hundekopf vor? Diese argentinische Dogge tötete am letzten Freitag in Thun einen kleinen Terrier.
Was geht in diesem Hundekopf vor? Diese argentinische Dogge tötete am letzten Freitag in Thun einen kleinen Terrier.
Patric Spahni

Die Polizei untersucht, ob eine Hundehalterin gegen das Tierschutzgesetz verstossen hat. Die Frau übergab das Tier Leuten, die mit dem Umgang nicht vertraut sind. Ihre Dogge hat am letzten Freitag beim Grabengut einen Jack-Russell-Terrier zu Tode gebissen (wir haben berichtet). «Wer nicht die nötigen Vorkehrungen trifft, dass sein Hund keine Menschen oder Tiere gefährdet, muss mit einer Busse rechnen», sagt Christian Josi vom Untersuchungsrichteramt IV in Thun. Diese Busse kann von in die Höhe von 10000 Franken gehen. Thuner Politikern reicht diese Möglichkeit der Strafe aber nicht. Marianne Staub (FDP) will mit einem Vorstoss im Grossen Rat des Kantons Bern dafür sorgen, dass es gar nicht mehr erst zu solchen Vorfällen kommt. Sie fordert in ihrer Motion, dass die Sozialdienste auch für die Tierhaltung ihrer Klienten Mitverantwortung übernehmen und dass Sozialbezüger höchstens einen Hund halten können. Sie verlangt auch, dass «auffällige Hundehaltungen» besser kontrolliert werden. Es soll besser geprüft werden, ob die Hunde einen Chip haben, was obligatorisch ist. «Hätte man dies präventiv kontrolliert, hätte die Polizei oder Behörde gewusst, dass im besagten Fall weder Halter noch Hund gemeldet sind, und umgehend Massnahmen einleiten können.»

160 Halter angeschrieben

In Thun geschehen Chipkontrollen nur oberflächlich. «Wir haben im letzte Frühling das Thuner Hunderegister mit der Anis-Datenbank abgeglichen», sagt Karin Kupferschmied vom Thuner Gewerbeinspektorat. In dieser Datenbank werden die Hunde mit Chip aufgeführt. «Rund 160 Hunde fehlten in der Datenbank.» Der Grund sei aber nicht bei allen der fehlende Chip gewesen, betont sie. Auch Adressänderungen et cetera seien Ursachen gewesen. Die betroffenen Halter seien auf die Inkorrektheiten hingewiesen worden.

Doch diese Massnahme nützt nur bei Hunden, die angemeldet sind. Die Dogge, die am Freitag einen Artgenossen zu Tode biss, war nicht aufgeführt. In solchen Fällen helfen Abgleiche wenig. Stichproben sind nötig. So wie in Spiez: «Im November 2007 haben wir einen Nachmittag lang Stichproben durchgeführt», sagt Renato Heiniger, Abteilungsleiter Sicherheit. Rund 25 Hunde seien geprüft worden, einer sei nicht «gechipt» gewesen. Eine weitere Strassenkontrolle sei im nächsten Jahr geplant. In Thun haben solche Kontrollen nicht stattgefunden und sind nicht geplant. «Nein, konkret nicht», sagt Kupferschmied.

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