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Neues Kraftwerk im Kiental geplant

Im Oberland werden mehrere Kleinwasserkraftwerke geplant, was vielerorts für Opposition sorgt. Im Kiental soll der Spiggenbach künftig Strom liefern. Widerstand ist – zumindest am Infoanlass – kaum bemerkbar.

Computergrafik der Zentrale: So könnte das KLeinwasserkraftwerk am Spiggenbach im Kiental dereinst aussehen.
Computergrafik der Zentrale: So könnte das KLeinwasserkraftwerk am Spiggenbach im Kiental dereinst aussehen.

«Die Sol-E Suisse und die BKW Energie AG rechnen mit Investitionskosten von 12,5 Millionen Franken für das Kleinkraftwerk Spiggengrund», sagte Andreas Marti an der Informationsveranstaltung im Kirchgemeindehaus Reichenbach. Von der Wasserfassung mit einem fischfreundlichen Rechen, durch den keine Fische durchschlüpfen können, wird das Wasser in einem 570 Meter langen Stollen unterirdisch zur 370 Meter langen Druckleitung geführt. Dann gehts 228 Metern hinunter zur Zentrale, wo Strom für rund 2500 Haushaltungen produziert wird. Es wird mit einer zehnmonatigen Bauzeit gerechnet. Die 5000 Kubikmeter Ausbruchmaterial werden vor Ort für den Wegbau verwendet und zum Teil deponiert.

Überdeckte Zentrale

Die Zentrale kommt auf dem Land der Burgergemeinde Bern zu stehen. Es wird 13,6 Meter lang, 10,4 Meter breit und 10 Meter hoch und wird teils mit Erde überdeckt. Durch eine Glasfront ist der Blick ins Gebäudeinnere frei. Die Rückführung des zur Stromproduktion verwendeten Wassers in den Bach wird 100 Meter lang. Auf den Schutz der Landschaft, das eidgenössische Jagdbanngebiet, geschützte Pflanzen und Tiere wird Rücksicht genommen. Im Winter reicht die Wassermenge nach den durchgeführten Messungen voraussichtlich über längere Zeit nicht aus zur Stromproduktion. Auch bei Unwettern muss die Anlage ausgeschaltet werden, damit sie nicht durch Geröll beschädigt wird.

Der Strom wird über eine im Boden verlegte Leitung eingespeist. So wird es kaum mehr witterungsbedingte Stromunterbrüche geben. «Die Stromverbindung ins Kiental wird sicherer», betonte Rolf Brunner von der BKW. Ein weiterer Vorteil der Stromeinspeisung aus dem Spiggengrund-Kraftwerk und (eventuell) von der Griesalp: Sie wirkt dem Spannungsabfall entgegen, der sonst nicht zu verhindern ist. Bei den momentan in der Sandgruebe in Reichenbach laufenden Arbeiten (Bau einer neuen Schaltstation) wird bereits ein Anschluss nach Kiental eingeplant.

Kurze Fragerunde

Erstaunlich wenige Fragen und kaum Opposition gab es von den vielen Besuchern der Informationsveranstaltung. Der Einstaubereich sei kein grosser See, Unwetter sind auch von der BKW gefürchtet und können die Anlage beschädigen, die Restwassermenge werde eingehalten, Magnetfelder und elektrische Strahlung seien nicht gesundheitsgefährdend, weit von bewohntem Gebiet entfernt und würden überwacht, antworteten zusammengefasst die Experten auf die Fragen. Und Gemeinderatspräsident Gottfried Bühler betonte, dass die Gemeinde über Mitsprache und Beteiligung am Vorhaben verhandle.

Für die Gemeinde Reichenbach bringt der Bau des Kleinwasserkraftwerks bedeutende Vorteile. Es werden Teilzeitstellen geschaffen, die Gemeinde erhält Steuereinnahmen, die Anlage kann sogar touristisch attraktiv sein, und einheimische Firmen bekommen Aufträge. So hat Hans-Jürg Müller (Architektur und Bau GmbH) bereits bei der Gestaltung der Zentrale mitgewirkt.

Vier Kleinkraftwerk-Standorte wurden in die Planung einbezogenen. Chlosnere und Bir Alperue wurden sistiert, für den Spiggenbach besteht jetzt ein Bau- und Konzessionsprojekt, und auf der Griesalp wird mit Jakob Schären, Besitzer des Hotelzentrums, derzeit verhandelt. Auch die Burgergemeinde Bern wäre als Partner willkommen.

Gottfried Bühler betonte aus Sicht der Gemeinde, dass die Erschliessung mit elektrischem Strom nach Gorneren-Griesalp im Jahr 2005 eine Million Franken gekostet habe. Die BKW macht dafür eine Rückzahlung von 150'000 Franken, als Anteil für die Durchleitung ihres auf der Griesalp produzierten Stroms.

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