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Radonmessungen in Gebäuden

In Matten können Messgeräte bezogen werden, um die Belastung durch das radioaktive Edelgas Radon zu ermitteln. Auch in Grindelwald, Gündlischwand, Schattenhalb und Reichenbach wird die Belastung abgeklärt.

Im Rahmen der Radonmessungen im Kanton Bern wurde in Matten 1997 eine mittlere Belastung durch das radioaktive Edelgas Radon (siehe Kasten) festgestellt. Ein Mittelwert von weniger als 100 bq/m³ gilt als klein, von 100 bis 200 bq/m³ als mittel und über 200 bq/m³ als gross.

Stephan Kyburz, wissenschaftlicher Mitarbeiter im kantonalen Laboratorium, erklärt die mit 183 bq/m³ relativ hohe Belastung Mattens mit der Lage «im Lütschinendelta mit viel Schotter». Auffallend ist aber, dass die andern Bödeligemeinden nur wenig belastet sind. Deshalb soll in Matten die Belastung genauer abgeklärt werden. Auch in Grindelwald, Gündlischwand, Schattenhalb und in Reichenbach im Kandertal wird genauer untersucht. In den stark belasteten Gemeinden Innert-kirchen, Gadmen und Guttannen im Oberhasli ist diese zweite Abklärung bereits vor vier Jahren erfolgt.

Jährlich 240 Radonopfer

Bei jährlich rund 240 durch Radon verursachten Todesfällen in der Schweiz dürfe das Risiko nicht unterschätzt werden, warnt das kantonale Laboratorium in einer Mitteilung. «Trotzdem besteht kein Grund zur Panik», heisst es weiter. Die Gefährdung durch Radon sei nicht akut und nicht mit der Wirkung eines Giftes zu vergleichen. Erst bei einer über Jahre oder Jahrzehnte erhöhten Belastung «wird das Risiko für Lungenkrebs merklich erhöht». Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät deshalb den Hauseigentümern, «in Gebieten mit hohem Radonrisiko jedes Haus messen zu lassen».

Wird der Grenzwert von 1000 bq/m³ in Wohnräumen überschritten, sei eine Sanierung erforderlich, erklärt das kantonale Laboratorium und weist auf die Beratung durch das BAG hin. Bei einer Überschreitung des Richtwertes von 400 bq/m³ werden einfache Massnahmen empfohlen: beispielsweise eine dichte Tür zwischen Keller und Wohnbereich, Naturbodenkeller radondicht betonieren, eine Schutzschicht an Kellerboden und Kellerwänden, Fugen und Haarrisse versiegeln. Mit solchen Massnahmen könne die Konzentration in Wohnräumen meistens auf weniger als 100 bq/m³ gesenkt werden. Nur die eingeatmete Raumluft führt zur Belastung. Im Keller gelagerte Lebensmittel könnten gemäss Stephan Kyburg gefahrlos gegessen werden.

Sicherheit dank Dosimeter

Im Rahmen der Messaktion gibt die Bauverwaltung Matten das schwarze, vier Zentimeter grosse Dosimeter noch bis Ende November mit Erläuterungen zum Radonrisiko und zum Dosimeter gratis ab. Drei Monate lang misst das Gerät die Radonstrahlung. Zwischen dem 1. und 15. März muss es wieder abgegeben werden. Im Herbst werden alle, die mitgemacht haben, über das Resultat informiert. Die Dosimeter können auch in Grindelwald und Reichenbach bis Ende November und in Gündlischwand bis Ende nächster Woche bezogen werden. In Schattenhalb werden die bestellten Geräte nächste Woche verteilt.

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