Zum Hauptinhalt springen

Raubzug im Schwäbis: Zwölf Monate bedingt

In einer einzigen Nacht verübte ein Spiezer im Thuner Schwäbis einen Raub und einen Diebstahl. Das Kreisgericht Thun verurteilte den jungen Schweizer gestern zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten.

Kurz nach Neujahr war es, als drei Jugendliche beschlossen loszuziehen, um Leute auszunehmen. Der Älteste der drei stand gestern vor dem Kreisgericht Thun, denn der Spiezer war kurz vor der Tat 18-jährig geworden. Die beiden andern standen vor dem Jugendrichter.

Mit Messer bedroht

Die drei Jugendlichen zogen Kapuzenpullover an. Jeder nahm ein Küchenmesser mit, und los gings, in die Baumallee beim Schwäbisbad, wo sie auf ein Opfer warteten. Als sich zwei junge Männer näherten, fragte der Angeschuldigte die beiden zuerst nach etwas zum Rauchen, dann nach Geld. Als der direkt Angesprochene kein Geld geben wollte, zeigte der Spiezer sein Messer und stiess Drohungen aus. «Er hielt das Messer gegen mich gerichtet. Darum zog ich mein Portemonnaie hervor. Er sah, dass ich in einem Fach Noten hatte. Das Münz wollte er auch. So gab ich ihm das Geld, es waren achtzig Franken. Es blieb mir ja nichts anderes übrig», beschrieb der Bestohlene als Zeuge die Szene.

Weitere Delikte

Alkoholisiert und bekifft, wie die drei jungen Täter waren, plagte sie kein schlechtes Gewissen. Sonst hätten sie wohl nicht versucht, gleich anschliessend eine Frau zu berauben. Diese rannte jedoch davon, sodass die drei nichts erbeuten konnten. Auf dem Parkplatz beim Grabengut gings weiter. Dort versuchten die zwei Jüngeren, zwei Verkaufsanhänger aufzubrechen. Beim einen gelang es ihnen. Dort stahlen sie Esswaren und Getränke. Beim andern gelang es nicht, dafür liessen sie ein kaputtes Türschloss zurück. Bei diesen beiden Einbrüchen stand der Älteste daneben und schaute zu. Weil er sich an der Beute beteiligte, wurde er zum Mittäter. Rund sechs Wochen später drang der Angeschuldigte mit drei weiteren Personen ins Bahnwärterhäuschen bei der Gwattegg ein. Die vier wollten dort übernachten, als die Polizei erschien. Für die eingeschlagene Scheibe will die BLS AG Schadenersatz von 1000 Franken.

Taten passen nicht

«Die Taten passen nicht zur Persönlichkeit des Angeschuldigten. Heute sagt er selber, das sei schwachsinnig gewesen», begann der Verteidiger sein Plädoyer. Trotzdem: «Es waren ein Raub und ein Raubversuch, der Angeschuldigte hat kriminelle Energie gezeigt.» Heute könne der junge Mann seine Taten reflektieren und sich auf die Zukunft konzentrieren. Er sei auf der Suche nach alternativen Lebensformen. Der Verteidiger ging gestern davon aus, dass es nicht noch weitere Straftaten geben werde. Eine bedingte Strafe von zwölf Monaten sei hier angemessen, beantragte der Verteidiger dem Kreisgericht.

Zwölf Monate bedingt

Das Kreisgericht Thun unter der Leitung von Gerichtspräsident Peter Moser verurteilte den Spiezer zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, legte die Probezeit aber auf drei Jahre fest und ordnete an, dass er mit der Bewährungshilfe zusammenarbeiten müsse. Dem jungen Mann kam zugute, dass er keine Vorstrafen hat, auch keine Jugendstrafen. Die Tatbeteiligten schilderten ihn als ruhig, beherrscht. «Er hatte das Geschehen im Griff, es war deshalb nicht so gefährlich», beurteilte Moser die Tat. Für Raub, und das war die Tat auch für das Kreisgericht, muss ein Täter mit einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten bestraft werden. Wurde die Tat, wie hier, mehrfach begangen und rechnet man noch die Sachbeschädigungen und den Diebstahl dazu, dann erhöht sich die Strafe.

Das Kreisgericht kam deshalb zum Schluss, dass zwölf Monate angemessen seien. Der junge Mann wurde zusätzlich zu einer Verbindungsbusse von 500 Franken verurteilt. Wegen Busfahrens ohne Billett wurde er zu einer zweiten Busse von 200 Franken verurteilt. Er muss auch die Verfahrenskosten von 4400 Franken tragen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch