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Regionale KMU sollen Gesundheit der Mitarbeiter fördern

Gesundheit am Arbeitsplatz ist nicht selbstverständlich: An der Tagung «Gesundes T(h)un» referierten Unternehmensvertreter über Möglichkeiten, wie regionale KMU die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern können.

Stress im Job verursacht immer häufiger Krankheiten und Kosten. Immer mehr Unternehmen investieren deshalb in die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter.
Stress im Job verursacht immer häufiger Krankheiten und Kosten. Immer mehr Unternehmen investieren deshalb in die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter.
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Erhöhter Stress im Berufsleben führt immer öfter zu Krankheiten. Die Folgen davon sind für die Betriebe und deren Mitarbeiter gleichermassen verheerend: Während für das Unternehmen durch Absenzen horrende Kosten entstehen, kann sich der Mitarbeiter oft nur mühsam wieder in den Arbeitsalltag integrieren. Am gestrigen Informationsanlass der Stadt Thun referierten Kader von grossen Unternehmungen vor zahlreichen Firmenbeauftragten, wie sie die Gesundheit ihrer Mitarbeiter erhalten und fördern.

Individuell statt kollektiv

In einem Punkt waren sich alle Referenten einig: Theorien zur Gesundheitsförderung in Betrieben gibts genug. Bei der Umsetzung hapert es allerdings fast überall. Viele Firmen bieten ihren Mitarbeitern Nordic-Walking-Ausflüge, Ernährungsseminare und andere Workshops an, die das Bewusstsein für ihre Gesundheit stärken sollen. «Doch der Effekt davon ist gleich Null», konstatierte Martin Kessler, Leiter Personelles der Migros Aare. Die krankheitsbedingten Absenzen würden nicht nachweislich weniger. Als Personalchef einer grossen Genossenschaft hofft er auf andere Methoden: «Wir müssen die Mitarbeiter ernst nehmen, mit ihnen Gespräche führen.» Denn letztlich zähle der Einzelne. Es dürfe nicht sein, dass die Wörter Krankheit und Depression in einer Zeit des erhöhten Drucks immer noch Tabus seien, pflichtete die Arbeitspsychologin Nina Hottinger bei. Kessler plädierte sogar für eine Verschiebung von der kollektiven zur individuellen Mitarbeiterbetreuung.

Immer mehr KMU

Die Tatsache, dass immer mehr KMU sich für die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter interessieren, schafft Handlungsbedarf. Doch bevor man Gesundheit individuell fördern kann, braucht es entsprechend individuelle medizinische Untersuchungen. Dies bewerkstelligt seit vier Jahren der Humanmediziner Thomas van Gretz. Er ist Leiter der Business Vital Akademie in Safnern und misst in einer sogenannten Vitalitätsanalyse das menschliche Befinden des Einzelnen anhand zahlreicher Einzelwerte wie zum Beispiel Wassergehalt und Körperfett aus. Mit ihm sprach sich an der Tagung im «Freienhof» also auch ein Wissenschaftler für die individuelle Betreuung aus. «Wenn die Leute merken, dass es um sie selbst geht, dann sind sie viel eher bereit, etwas zu tun», weiss er aus eigener Erfahrung.

Letztlich zähle auch die menschliche, emotionale Komponente eine grosse Rolle. Anton Hanselmann, Personalchef der Frutiger AG, verlangt Lob von seinen Kaderleuten: «Wenn Sie Ihren Mitarbeiter nie loben, können Sie sicher sein, dass er morgens mit Kopfschmerzen auf der Bettkante wieder unter die Decke geht», sagte er. Die Psychologin Nina Hottinger brachte es auf einen allgemeinen Nenner: «Gesundheitsförderung soll in den Betrieben künftig eine grundsätzliche Haltung werden, wie man mit Menschen umgeht.»

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