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Regionalkonferenz streitet sich über Kunsthaus-Beiträge

Die Regionalkonferenz Oberland-Ost stritt sich an der gestrigen Regionalversammlung um die Beiträge ans Kunsthaus Interlaken. Die Diskussion wurde zur «Nagelprobe für regionales Denken». Es ging um 10'000 Franken.

Am Schluss stimmten die Mitglieder der Regionalkonferenz Oberland-Ost an der gestrigen Regionalversammlung in Unterseen dem Beitrag ans Kunsthaus Interlaken mit 26 Ja- gegen 7 Nein-Stimmen und 8 Enthaltungen zu. Die Zahlung war umstritten: Verschiedene Gemeindepräsidenten sprachen gar von einem «erpresserischen Akt» von Seiten des Kantons. Dieser macht seinen Beitrag, 40 Prozent beim erwarteten Fehlbetrag der Kulturinstitution von 70'000 bis 100'000 Franken, von den Gemeindebeiträgen abhängig. Demnach haben die Standortgemeinden Interlaken, Matten und Unterseen 50 Prozent zu übernehmen, die Gemeinden der Regionalkonferenz Oberland-Ost 10 Prozent, also geschätzte 10000 Franken. Der Beitragsschlüssel basiert auf dem frühestens 2012 in Kraft tretenden Kulturförderungsgesetz. Laut dem Präsidenten der Regionalkonferenz Peter Flück ist das also keineswegs eine Erpressung. Flück betonte zudem, dass der Beitrag nur fürs Jahr 2010 gelte und kein Präjudiz für die Kulturförderung sei.

Es ging ums Prinzip

Interlaken, Matten und Unterseen haben sich an einer gemeinsamen Zusammenkunft bereits für die Zahlung ihrer Anteile entschlossen. Da ihr Beitrag nun beglichen sei, entschieden sich die drei Gemeindepräsidenten für die Enthaltung bei der Stimmabgabe.

«Es kann nicht sein, dass der Zentrumsort ein Kunsthaus baut, bei dem die Finanzierung nicht gesichert ist», sagte Andreas Oberli aus Niederried. Interlakens Gemeindepräsident Urs Graf bringt dafür ein «gewisses Verständnis auf», betonte aber, das Kunsthaus sei vor der Regionalkonferenz lanciert worden.

«Wegen der paar Fränkleni»

Die Beträge waren indes zweitrangig, es ging den Gegnern ums Prinzip. Die 10000 Franken ergeben einen Beitrag von 31 Rappen pro Einwohner. Für Oberried macht das beispielsweise 152 Franken. Paul Häsler, Präsident der Gemeinde Lütschental, konnte denn auch nicht verstehen, wie man wegen «der paar Fränkleni» so ein «Theater veranstalten kann». «Diese Diskussion ist auch eine Nagelprobe für regionales Denken», monierte Schwandens Gemeindepräsident Xaver Pfyl-Studer, und Barbara Kehrli aus Gadmen wertete den Beitrag als «Zeichen der Solidarität.» Trotz Antrag aus Niederried, den Beitrag zu verweigern, und der Idee Peter Flücks, das Geschäft zu vertagen, kam es schliesslich zur Abstimmung.

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