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Sind wieder Fäkalien im Wasser?

Laut einem Taucher ist der Thunersee vor Hilterfingen wieder mit Fäkalien verschmutzt. Ein anderer Taucher widerspricht. Die Wahrheit liegt auf dem Grund des Sees. Die Gemeinde will spätestens morgen Klarheit schaffen.

Wieder hat ein Taucher nach eigenen Angaben im Thunersee vor Hilterfingen Abwasserreste entdeckt. «Ungefähr im selben Ausmass wie beim letzten Mal», sagte der Taucher, der anonym bleiben möchte, gestern gegenüber dieser Zeitung. Er sei bei einem Tauchgang am Wochenende auf die Sauerei gestossen. «Es ist einfach ‹grusig› und unangenehm zum Tauchen.»

Erinnerungen werden wach

Wiederholt sich die leidige Geschichte vom letzten Frühling? Damals war eine grosse Menge Fäkalien auf dem Seegrund vor dem Hotel Bellevue au Lac von einem Taucher entdeckt worden. Die Gemeinde hatte sie im Rahmen von Kanalarbeiten in den See geleitet statt sie ordnungsgemäss zu entsorgen. Auf Druck des Kantons engagierte die Gemeinde daraufhin ein Tauchunternehmen, das die Rückstände aus dem See pumpte (wir haben mehrmals berichtet).

«Nicht vergleichbar»

Doch wie schlimm ist es diesmal? Ein anderer Taucher, der ebenfalls nicht mit Namen genannt werden möchte, widerspricht den Schilderungen des ersten Tauchers. Er sei letzten Donnerstag auf Tauchgang an der besagten Stelle gewesen. «Die Menge ist verschwindend klein und keinesfalls vergleichbar mit jener im letzten Frühling.»

Gemeinde wusste nichts

Den Gemeindebehörden von Hilterfingen ist nichts bekannt. «Ich bin völlig überrascht, niemand hat uns etwas gemeldet», sagte Gemeindepräsident Ueli Egger gestern Nachmittag auf Anfrage. «Wir können es uns nicht erklären.» Es hätten weder Reinigungsarbeiten stattgefunden, noch habe es in den letzten Tagen viel geregnet. Egger bestätigte aber, dass etwas im Wasser ist. Er schickte einen Werkhof-Angestellten an die besagte Stelle. Dieser habe gesehen, wie Toilettenpapier in den See gespült worden sei, so Egger.

Ein Tauchgang heute oder morgen soll klären, wie schlimm die neuerliche Verschmutzung ist. Die Gemeinde Hilterfingen wird einen Taucher in die Tiefe schicken, um zu filmen. «Danach sehen wir weiter und entscheiden, ob wir Massnahmen treffen müssen oder nicht», sagte Egger.

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