Toter Säugling in Wimmis: Freispruch wird rechtskräftig

Wimmis

Der Freispruch für die junge Mutter, die Anfang 2012 ihren toten Säugling in Wimmis in eine Abfallmulde legte, wird rechtskräftig.

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Der Freispruch für die junge Frau, welche Anfang 2012 in Wimmis BE ihr totes Kind in eine Abfallmulde legte und danach der Kindstötung angeklagt wurde, wird rechtskräftig. Sowohl die Frau selbst als auch die bernische Generalstaatsanwaltschaft verzichten auf eine Berufung.

Ein Einzelrichter des Regionalgerichts Berner Oberland hatte die Frau im Dezember des vergangenen Jahres zwar wegen Störung des Totenfriedens zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Die Frau habe aber den Säugling nicht getötet, befand der Richter, und sprach die Frau vom Vorwurf der Kindstötung frei.

Deren Anwältin sagte schon Anfang Januar der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage, die Frau akzeptiere das Urteil. Am Montag teilte nun auch der Informationsbeauftragte der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern mit, die Behörde ziehe das Urteil nicht weiter.

Noch im Januar hatte die mit dem Fall beauftragte Staatsanwältin vorsorglich Berufung angemeldet. Sie verlangte am Prozess vom Dezember in Thun eine unbedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren für die Frau, aufgeschoben zugunsten einer ambulanten Therapie. Die Verteidigerin beantragte einen vollumfänglichen Freispruch.

Kind allein zur Welt gebracht

Am Prozess in Thun sagte die junge Frau aus, sie habe im Oktober 2011 ihr Kind alleine in der Wohnung ihres Vaters zur Welt gebracht. Ein paar Stunde später habe das Kind plötzlich nicht mehr geatmet. Danach habe sie das tote Kind in eine Tasche und diese in den Estrich gelegt - bis der Vater eines Tages den Estrich habe aufräumen wollen.

Aus Angst vor der Entdeckung des Leichnams habe sie die Tasche in die Abfallmulde gelegt.

jam/sda

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