Viele schöne Missen mit gutem Charakter

Interlaken

An der 6.Amtsschau der Vereinigung der Fleckviehzuchtgenossenschaften Interlaken-Oberhasli wurden am Samstag in Matten auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes Interlaken vor viel Publikum rund 200 Spitzentiere aufgeführt.

  • loading indicator

Für die schönsten Kühe im östlichen Oberland gings am vergangenen Samstag nicht auf die Weide, sondern zum Schönheitswettbewerb auf den Flugplatz Interlaken. Die nur alle sechs Jahre stattfindende Amtsschau war angesagt. Die Züchter präsentierten ihre Tiere sauber gewaschen und herausgepützelt – wie es an Misswahlen so üblich ist. Auf die richtenden Viehschauexperten aber wartete die schwierige Aufgabe, unter den vielen Schönen die Schönsten zu Missen zu küren. Mehr als einmal war von ihnen zu hören: «Die Wahl fiel uns schwer, nur Nuancen entschieden.»

Früh übt sich, was ein richtiger Viehzüchter werden will. Und so traten denn auch die Jüngsten des Züchternachwuchses mit ihren Kälbern in den Ring. Verkleidet. Simon Seematter aus Saxeten etwa als Indianer. An Spitzenschwinger Matthias Glarner war es, das originellste Paar zu küren. Er machte es sich nicht leicht, interviewte die Buben und Mädchen und bekam schlagfertige und kecke Antworten zu hören. «Wosch eis Landwirt wärde», fragte der Schwinger den Ronny Rubi. Des Gündlischwanders Antwort: «Nei Puur.» Zu Siegern erklärte Matthias Glarner die Beatenberger Toni, Simon und Lea Aebersold mit ihrem «Chälbschi» Adler.

Ernsthafter ging es bei den Grossen zu und her. Die Viehschauexperten Samuel Schmid (Ried/Frutigen) und Peter Hofer (Arni) stellten die Kühe ein, Michael Blatti (Oberwil) und Matthias Staub (Eriswil) die Rinder. Die bestrangierten in den verschiedenen Kategorien der Sektionen Simmental, Swiss Fleckvieh und Holstein/Red Holstein, traten schliesslich zur Misswahl an.

Zur Miss Simmental wurde die im Oktober 2009 geborene Pernilla gekürt. Sie ist eine Glacier-Tochter und steht in Habkern im Stall von Christian Tschiemer. Vorgeführt hat sie sein Bruder Hansueli. Einen Monat jünger als Pernilla ist Bijou, die Miss Swiss Fleckvieh, sie gehört Albert und Roland Feuz (Unterseen). Die Miss Holstein/Red Holstein, Razia, ist in Wilderswil bei Marcel Wyss zu Hause. Das schönste Rind wurde zum Champion gekürt: Nokia von Patrik Brog aus Schattenhalb.

Und die Stiere? Keiner von den neun vorgeführten Kolossen wurde zum Mister gewählt. Das war weder üblich, noch war es vorgesehen. Warum, erklärte ein Viehschauexperte so: «Äs isch wie bim Mannvolch, mi cha si nid yschtelle, si sy alli schön.» An der Amtsschau dabei war auch Stier Carlo (Eigentümer Walter und Reto Wyss, Wilderswil), der noch bekannt werden wird, denn er ist der Siegerpreis am kommenden Seeländischen Schwingfest in Studen.

Die Viehschauexperten geizten nicht mit Lob. Samuel Schmid sagte zu den Kühen: «Es ist eine starke Spitze vorhanden, wobei die Missen herausstechen. Einen Vergleich mit andern Regionen haben die Viehzuchtgenossenschaften Interlaken-Oberhasli nicht zu fürchten.» Michael Blatti äusserte sich zu den Rindern: «Sie entsprechen dem Zuchtziel sehr gut.» Sehr zufrieden zeigte sich vor Ort Hans Kohler (Schattenhalb), der Präsident des rührigen Organisationskomitees. «Die aufgeführten Tiere haben eine gute Qualität, die Spitze ist sehr stark, und die Richter haben sich gut eingestellt», fasste er fachmännisch zusammen, «es war ein gelungener Anlass.» Und dieser endete am Samstagabend mit dem öffentlichen Züchterabend.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt