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Weiterhin 5000 Flugbewegungen

Bundesrat Ueli Maurer informierte das Kontaktgremium Militärflugplatz Meiringen-Unterbach über die Ergebnisse der Verhandlungen mit dem VBS: Es ist weiterhin mit bis zu 5000 Jetflugbewegungen jährlich zu rechnen.

Cool und sachlich wurde informiert, wie es auf dem Flugplatz Meiringen weitergeht (v.r.): Luftwaffenkommandant Markus Gygax, VBS-Chef Ueli Maurer und Gemeindepräsidentin Susanne Huber.
Cool und sachlich wurde informiert, wie es auf dem Flugplatz Meiringen weitergeht (v.r.): Luftwaffenkommandant Markus Gygax, VBS-Chef Ueli Maurer und Gemeindepräsidentin Susanne Huber.
André Hug

«Im Bereich der harten Fakten haben wir nichts bis wenig erreicht», räumte eine sichtlich enttäuschte Susanne Huber gegenüber der Presse ein. Die Meiringer Gemeindepräsidentin hat zusammen mit Gemeinderatspräsidentin Annelies Zimmermann (Brienz) und Gemeindepräsident Hans Schild (Brienzwiler) mit dem VBS das Forderungspaket des Kontaktgremiums in mehreren Anläufen verhandelt. Ein Maximum von 2500 Jahresflugbewegungen habe die Luftwaffe ebenso wenig akzeptieren können wie eine viermonatige Flugpause, «immerhin haben wir erreicht, dass die Sommerpause von den zuerst angebotenen vier auf acht Wochen verlängert wird», sagte Susanne Huber.

Ein Viertel für Unterbach

Soll die Luftwaffe ihren sicherheitspolitischen Auftrag weiterhin erfüllen können, bleibt es nach den Worten von Korpskommandant Markus Gygax landesweit bei insgesamt 22000 Jetflugbewegungen. Sie – und der von ihnen verursachte Lärm – müssten auf die vier noch vorhandenen Militärflugplätze Meiringen, Payerne, Emmen und Sitten verteilt werden. Payerne hat deren 11000, also die Hälfte zu übernehmen, und für Meiringen bleibe es eben bei den 5000 Bewegungen – je 2500 lärmigen Starts und 2500 bloss geräuschvollen Landungen.

Zückerchen für die Region

Im Umkreis des Flugplatzes habe das VBS weit über das gesetzliche Minimum hinaus Schallschutzfenster einbauen lassen, wurde in Unterbach gesagt. Weiter sei es bereit, «wenige Pilotfälle zur Entschädigung aus der Enteignung der nachbarrechtlichen Abwehransprüche wegen übermässigen Fluglärms vorgängig zu den Rechtsverfahren zu behandeln.» Schliesslich erklärte sich das VBS damit einverstanden, eine «Leistungsvereinbarung mit einer neu zu schaffenden regionalen Standortmarketing-Stelle abzuschliessen und einen finanziellen Beitrag an diese zu leisten.» Es sollte also ein unabhängiges Organ geschaffen werden, das die Region gewissermassen als «touristische Destination mit Flugbetrieb» vermarktet.

Schliesslich will das VBS ein Massnahmenpaket umsetzen, das Bundesrat Maurer unumwunden als Zückerchen bezeichnete. So sollen für das Axalp-Fliegerschiessen im Spätherbst 2010 der Region 225 Helikopterplätze zur Verfügung gestellt werden. Gemeinden und Vereine sollen den Plenarsaal des Flugplatzes und das Restaurant gratis nutzen können.

Airshow zum Geburtstag

Mit einer Airshow soll 2016 der 75.Geburtstag des Flugplatzes gefeiert, 2013 bereits die Modelljet-Weltmeisterschaft durchgeführt werden. «Mehrere dieser Angebote bringen uns zusätzlichen Lärm», reklamierte dagegen der Landwirt Bernhard Zumbrunn, der im Kontaktgremium Unterbachs Bevölkerung vertritt.

Militärminister Ueli Maurer will die Bevölkerung persönlich über die Verhandlungsergebnisse informieren und wird deshalb am Dienstag, 27.April, nochmals nach Unterbach fahren. Am 25.Mai sollen – auch dies ein Punkt aus der «Zückerchenliste» – von Unterbach aus Rundflüge «für Einheimische und Feriengäste» mit der JU-Air angeboten werden. Bis zu den Sommerferien werden die Exekutiven der fluglärmgeplagten Gemeinden das Angebot der Luftwaffe diskutieren und dazu Stellung nehmen können. In welcher Form dies zu geschehen habe, werde vorab zu entscheiden sein, betonte Susanne Huber.

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