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Wer will eine Fähre? Wer eine Brücke?

Die Abklärungen für eine neue Querung über die Aare beim Schloss Schadau in Thun kommen voran: Die Stadt und die Gemeinden am rechten Seeufer helfen nun auch mit. Ein Fragebogen soll wegweisende Antworten geben.

Eine Umfrage bezüglich Variante und Nutzung sowie mehr Leute im Team: Was das Trio Melchior Buchs (Geschäftsführer Region Thun Innertport, TIP), Michael Dähler (Vorsitzender IG Schadau) und Peter Dütschler (Präsident Thunersee Tourismus) im März in die Hände genommen hat, trägt bereits Früchte. «Eine neue Querung über die Aare im Scherzligenquartier ist in der Prioritätenliste bei der Stadt nach oben gerutscht, und die Suche nach einer realisierbaren Lösung wird konkret und ernsthaft angegangen», freut sich Peter Dütschler.

Zur Erinnerung: Der Auslöser, weshalb das Trio aktiv wurde, war eine vom Stadtrat als ungenügend und undifferenziert beurteilte Antwort des Gemeinderates auf einen Vorstoss zur unbefriedigenden Situation mit der Fähre beim Schloss Schadau (wir berichteten).

Hilterfingen ist auch dabei

Das Ziel – die Suche nach einer neuen und umsetzbaren Lösung – wird nun verstärkt angepackt: «Zum einen haben wir uns mit der Stadt getroffen, die jetzt ebenfalls mithilft und Abklärungen vornimmt», sagt Dütschler. Und: «Zum anderen hat sich die Hilterfinger Gemeinderätin Elisabeth Herren bei uns gemeldet und seitens der Gemeinden am rechten Thunerseeufer das Interesse an einer neuen Lösung angemeldet.» Nun sei sie ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe Querung Schadau.

«Wir begrüssen es sehr, dass nun Bewegung in die Sache gekommen ist. Seit zwei Jahren stehen wir mit der Stadt Thun in Kontakt, damit insbesondere für Pendler und Schülerinnen eine optimale Verbindung zum Scherzligenquartier geschaffen wird», ergänzt Herren auf Anfrage. Der Gemeinderat von Hilterfingen habe 10000 Franken für die Planungen gesprochen, so leiste die Gemeinde auch ihren Beitrag dazu.

Vorläufig werden die Varianten Fähre, Brücke, Tunnel und ein Horizontallift (Mobri) verfolgt; seitens der Stadt zusätzlich eine Seilbahn. «Zurzeit klären wir sowohl die Finanzierungsmöglichkeiten als auch die Mitfinanzierung durch den Kanton und den Bund ab», ergänzt Michael Dähler. Da eine Fussgänger- und Radfahrerquerung im Gebiet Scherzligen–Schadau für den Langsamverkehr Teil des Agglomerationsprogrammes ist, dürfte für die Investitionen mit 40 Prozent Subventionen gerechnet werden. «Und», hofft Dähler, «wenn alles gut läuft, beteiligt sich der Kanton mit 30 Prozent.»

Die Stadt ihrerseits hat zehn Bewertungspunkte festgelegt, um die vorliegenden Varianten bezüglich Realisierung und Folgen beurteilen zu können. «Dazu gehören Elemente wie Kosten, Betrieb, Benutzbarkeit, Bewilligungsfähigkeit, Gestaltung, Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken», erklärt Stadtingenieur Rolf Maurer. Nur nach Vorliegen dieser Antworten sei es möglich, etwas Konkretes auf die Beine zu stellen.

Teil der Abklärungen ist auch ein Fragebogen zu den Bedürfnissen und Varianten, der bis Ende November beantwortet werden kann. Er ist seit heute auf dem Link www.thun.ch/querungschadau aufgeschaltet und wird der nächsten Ausgabe der Publikation «Thunersee Bote» beigelegt. Diese wird zwölfmal pro Jahr in alle Haushalte in den Postkreisen Hünibach, Hilterfingen, Oberhofen, Gunten, Merligen, Sigriswil, Schwanden, Tschingel mit Aeschlen und Ringoldswil verschickt. «Wir haben auch die Thuner Berufsschulen und Gymnasien angefragt, damit die Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen können, und werden bei Bedarf in den Schulen direkt informieren», sagt Michael Dähler. Die Auswertung der Umfrage und der weiteren Abklärungen soll bis Ende Jahr vorliegen. «Wir hoffen auf viele Antworten», ergänzt Peter Dütschler.

Flankierende Massnahme

Welche Lösung am einfachsten zu realisieren sei, könne er nicht beurteilen: «Die Varianten lösen entweder tiefe Investitionen aus und haben einen teureren Betrieb zur Folge, oder sie kosten mehr bei der Realisierung, wären jedoch im Betrieb günstiger», schätzt Dähler. Die Lösung müsse ideal sein für alle Bedürfnisse: Arbeitsweg, Schulweg und Freizeit. Melchior Buchs ergänzt: «Wir suchen nicht einfach nur eine touristische Lösung, sondern eine flankierende Massnahme zum Bypass Thun Nord, welche für die Bevölkerung in den umliegenden Quartieren attraktiv ist und den Anreiz schafft, vielleicht sogar vermehrt vom Auto auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen.»

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