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60 Hühner überlebten nicht

In Fahrni wehte Burglind fünf mobile Hühnerställe weg. 60 Hühner starben. Zahlreiche Strassen und ÖV-Linien ­waren unterbrochen, Dörfer ohne Strom.

Trümmer der Hühnerställe, die in Fahrni über die Strasse geweht wurden.
Trümmer der Hühnerställe, die in Fahrni über die Strasse geweht wurden.
Stefan Kammermann

Fünf mobile Ställe für Masthühner fegte Burglind in Fahrni weg. In der Folge musste die Kantonsstrasse von Steffisburg nach Unterlangenegg mehrere Stunden gesperrt werden. Glück im Unglück hatten eine Autofahrerin und ihre Kinder: Die Lenkerin konnte den durch die Luft fliegenden Stallteilen nur knapp ausweichen. «Verletzt wurde zum Glück niemand», sagte Markus Graf, Einsatzleiter der Feuerwehr Steffisburg Regio.

60 der insgesamt 1800 Hühner überlebten den Sturm nicht. Die anderen konnten eingesammelt ­werden – wurden aber umgehend in den Schlachthof gefahren. Die fünf Hühnerställe erlitten Totalschaden.

Gerüst im letzten Moment befestigt

Längere Zeit gesperrt blieb die Kantonsstrasse von Unterlangenegg nach Buchholterberg. Dort mussten die Wehrdienste mehr als ein Dutzend Bäume von der Strasse räumen. Die STI-Linie nach Buchholterberg blieb unterbrochen. Wegen umgestürzter Bäume ebenfalls über mehrere Stunden gesperrt waren die Strassen Kuhstelle–Bleiken sowie Bleiken–Oberdiessbach.

In Schwarzenegg drohte zudem ein Baugerüst auf die Strasse zu kippen. Dank dem raschen Eingreifen der Feuerwehr konnte es befestigt werden. Zudem gab es auch dort mehrere Einsätze wegen Bäumen auf den Strassen. Rund zwei Stunden fiel in der Region der Strom aus.

Entlang der Autobahn A6 stürzten in Heimberg mehrere Tannen um; die Autobahn war kurzzeitig gesperrt. Bild: Marco Zysset
Entlang der Autobahn A6 stürzten in Heimberg mehrere Tannen um; die Autobahn war kurzzeitig gesperrt. Bild: Marco Zysset

Behinderungen in der Region Thun

Auch in Thun kam es zu Behinderungen für die STI. Unter anderem sperrte die Stadt die Allmendingenallee vorsorglich, weil «armdicke Äste» herunterfielen, wie Strasseninspektor Peter Widmer erklärte. Auf der Burgerallmend stürzte zudem eine Pappel um. Die Sperrung der Allmendingenallee blieb auch in der Nacht aufrecht; die STI-Busse nach Allmendingen wurden umgeleitet. Dafür verkehrten Busse zwischen Heimberg und Konolfingen, weil die Bahnlinie unterbrochen war.

Unter­brochen war auch die Brünig-Bergstrecke der Zentralbahn. Auf den Postautolinien musste der Betrieb zwischen Reichenbach und Kiental, zwischen Interlaken-West und Beatenberg sowie zwischen Brienz und Axalp eingestellt werden. Störungen gab es auch bei RBS und Bernmobil. Auf dem Thunersee verkehrten zudem keine Schiffe, und auch der Grossteil der Bergbahnen im Berner Oberland stand still.

«Burglind» peitschte den Thunersee mächtig auf, sodass die Schifffahrt eingestellt wurde. Zu recht, wie dieses Bild aus Hilterfingen zeigt. Bild: Christian Ibac
«Burglind» peitschte den Thunersee mächtig auf, sodass die Schifffahrt eingestellt wurde. Zu recht, wie dieses Bild aus Hilterfingen zeigt. Bild: Christian Ibac

40'000 Kunden ohne Strom

Im Tierpark Dählhölzli sind von Burglind 25 Buchen gefällt worden. Auch seien mehrere Zäune beschädigt worden, etwa bei den Wölfen, den Bären, den Wildschweinen und den Wisenten. Tierparkdirektor Bernd Schildger schliesst nicht aus, dass Tiere entweichen konnten. Er spricht von Schäden im sechsstelligen Bereich. «Insgesamt ist der Schaden bei uns viel grösser als nach dem Sturm Lothar.»

Laut BKW-Mediensprecher Gilles Seuret waren 40'000 BKW-Kunden ohne Strom. Am schlimmsten betroffen waren die Gebiete Jura, Emmental und Oberland, insgesamt wurden im Einzugsgebiet der BKW 35 Leitungen vom Sturm beschädigt, dies grösstenteils durch umgestürzte Bäume. Wann die Störungen behoben sein werden, konnte Seuret nicht sagen.

Nicht vergleichbar mit Lothar

Gesamthaft gingen bei der Kantonspolizei bis am Mittwochabend 700 Meldungen wegen Sturmschäden ein. Zehn Personen wurden verletzt. Neben den acht Betroffenen beim Zugunglück an der Lenk mussten in Worb ein Mann und ein Kind leicht verletzt ins Spital gebracht werden, nachdem ein Baum auf ihr Auto gestürzt war.

Die Berner Gebäudeversicherung spricht von einem «mittelgrossen Ereignis mit einer beachtlichen Anzahl Schadenmeldungen innert kurzer Zeit». Sie verzeichnete bis zum Nachmittag rund 1000 Meldungen, so Mediensprecherin Julia Zosso. Und weiter: «Aufgrund von Erfahrungswerten schätzen wir, dass das Ereignis insgesamt zwischen 3000 und 5000 Schadenmeldungen nach sich ziehen und eine Gesamtschadensumme von 6 bis 10 Millionen Franken aufweisen wird.» Somit sei Burglind in «keiner Weise» mit dem Sturm Lothar vergleichbar. Damals verzeichnete die Gebäudeversicherung Bern Schäden von 150 Millionen Franken.

Weitere Bilder zu den Sturmschäden aus dem ganzen Kanton Bern:

«Burglind meint: ‹Meine Arbeit ist getan, ich muss mich ausruhen!›», schreibt Andreas Schaller.
«Burglind meint: ‹Meine Arbeit ist getan, ich muss mich ausruhen!›», schreibt Andreas Schaller.
Andreas Schaller, Leserreporter
In der Gemeinde Köniz sind bis Donnerstagvormittag 50 Schadensmeldungen eingegangen.
In der Gemeinde Köniz sind bis Donnerstagvormittag 50 Schadensmeldungen eingegangen.
zvg/Gemeinde Köniz
Dieser Baum knickte um wie ein Streichholz: Burglind wütete auch auf dem Huttwilberg.
Dieser Baum knickte um wie ein Streichholz: Burglind wütete auch auf dem Huttwilberg.
Walter Mosimann
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