Thun

Am 10. November steigt das Eröffnungsfest

ThunVorfreude bei der Parkhaus Thun AG: Im Parking im Schlossberg wird bereits der Bodenbelag eingebaut. Das Eröffnungsfest findet am 10. November statt.

Das künftige oberste Parkdeck auf der Seite Obere Hauptgasse: Decken und Wände sind gestrichen, die Lüftung ist montiert.

Das künftige oberste Parkdeck auf der Seite Obere Hauptgasse: Decken und Wände sind gestrichen, die Lüftung ist montiert. Bild: Patric Spahni

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Ein Blick hinter die Kulissen von Thuns derzeit ungewöhnlichster Baustelle zeigt: Im Schlossberg braucht es immer weniger Fantasie dafür, sich das Parking vorzustellen, das im November offiziell eröffnet wird.

Im untersten Parkdeck ist bereits der definitive Bodenbelag aus drei Zentimeter dickem Hartbeton eingebaut. Er ist derzeit noch mit einer schützenden Plastikfolie abgedeckt. «Auch die Lüftung und die Sprinkleranlage sind montiert. Zuvor wurden die Decken und Wände gestrichen», erklärt Luisa Telese, die für die Marti Gesamtleistungen AG die Projekt- und Bauleitung für den Innenausbau innehat.

«Als Nächstes folgen die Türen, Abschlüsse und Verkleidungen.» Derweil sind die Liftbauer mit den künftigen Verbindungen zwischen den Parkdecks beschäftigt. Und auch die Arbeiten am Eingang an der Burgstrasse sowie am Ein- und Ausstiegsbauwerk auf dem Schlossberg laufen auf Hochtouren.

Im Sommer wird schliesslich noch der Kreisel bei der Zufahrt zum Parking gebaut. «Wir sind im Zeitplan», kann Luisa Telese vermelden. Und sie fügt an: «Ziel ist es, dass die technischen Installationen bis Ende August betriebsbereit sind.» So bleibe genügend Zeit für die Inbetriebnahme des Parkings – sprich: Es wird alles auf Herz und Nieren geprüft und getestet; allfällige Mängel werden behoben.

Kosten im Griff

Angesichts des Baufortschritts beim Parking im Schlossberg versprüht auch Raphael Lanz (SVP), Stadtoberhaupt und Präsident der Parkhaus Thun AG, Zuversicht: «Wir sind zeitlich, aber auch finanziell auf Kurs.» Letzteres sei eine wichtige Botschaft an die Aktionäre – «und an all jene, die sagen, ein solches Projekt koste am Ende sowieso immer mehr als geplant». Am 10. November wird die Bevölkerung zum offiziellen Eröffnungsfest eingeladen, zwei Tage später ist das Parking in Betrieb.

Es sind nicht die einzigen positiven Botschaften, die Vertreter der Parkhaus Thun AG an der Bilanz-Medienkonferenz platzieren. Geschäftsführer Andreas W. Maurer kann «ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017» und mit 4,88 Millionen Franken den höchsten Betriebsertrag in der Geschichte des Unternehmens kommunizieren.

Auch die Gesamtzahl der Einfahrten in die Parkhäuser nahm um 0,3 Prozent auf knapp 885'000 zu. Die Anzahl der Dauermieter stieg von 729 auf 749. «Damit haben wir ein starkes Standbein», führt Andreas W. Maurer aus.

Klares Minus im Grabengut

Alles eitel Sonnenschein also? Nicht ganz. Die Verkehrssituation mit den Baustellen am Bern- und Lauitor hat auch Auswirkungen auf die Parkhaus Thun AG. Laut Raphael Lanz gleiche ein deutliches Plus beim neuen Bahnhof-Parking zwar den kleinen Rückgang im Parking City West etwa aus. «Im Grabengut haben wir im April aber 20 Prozent weniger Einfahrten verzeichnet.»

«Ziel ist es, dass die technischen Installationen bis Ende August betriebsbereit sind.»Luisa Telese, Projekt- und Bauleiterin Innenausbau

Wichtig sei ihm: «Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Innenstadt und die Parkhäuser nicht erreichbar sind.» Die Parkhaus Thun AG reagierte mit der Abgabe von 10'000 Jetons zum Sonderpreis von 1.20 statt 2 Franken an die IGT. Bisher wurden rund 4000 Jetons bezogen.

Zudem wurden die Preise im Bahnhof-Parking denjenigen in den anderen Parkhäusern angeglichen: Seit April kostet die Stunde auch hier 2 statt 2.50 Franken. Andreas W. Maurer geht davon aus, dass der Parkhaus Thun AG durch die Massnahmen kein Verlust entstehe, «da sie mithelfen, die tieferen Frequenzen im Grabengut zu kompensieren».

Und Raphael Lanz betont, dass die Verbilligung der Plätze im Bahnhof-Parking auch von der Verkehrslenkung her sinnvoll sei: «Wer am Bahnhof parkiert und nicht durch die Stadt fährt, entlastet das System.»

Zudem werde das Bahnhof-Parking dadurch bekannter. In seinem ersten vollen Betriebsjahr wurden 22'500 Einfahrten gezählt. «Wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen, aber die Tendenz geht in die richtige Richtung», führt Lanz aus. Helfen werde dabei auch das Parkleitsystem.

An der Generalversammlung der Parkhaus Thun AG am Montagvormittag im Beau Rivage stimmten die anwesenden Aktionäre der Jahresrechnung einstimmig zu. Wie immer seit 2002 verzichten die Aktionäre zudem wegen der Bauprojekte auf eine Dividende. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.05.2018, 13:09 Uhr

Parkleitsystem

Zeitgleich mit der Eröffnung des Parkings im Schlossberg will die Stadt Thun im November das Parkleitsystem in Betrieb nehmen (wir berichteten). Mittlerweile ist klar: Von den geplanten 29 Anzeigetafeln werden nach dem Bewilligungsverfahren deren 23 aufgestellt. 22 Standorte sind laut Stadtingenieur Rolf Maurer bewilligt; zudem ist die Beschwerdefrist abgelaufen. Für den 23. und letzten Standort an der Burgstrasse läuft zurzeit noch das Baugesuchverfahren. «Wir konnten uns mit dem Grundeigentümer einigen», erklärt Maurer. Und er fügt an: «Wir haben nun die Aufträge für die Produktion der Tafeln erteilt.» Aussehen werden die Tafeln wie das bereits montierte Exemplar an der Frutigenstrasse. Angezeigt werden dereinst auch zusätzliche Informationen zum Verkehr – etwa Umleitungen bei Grossanlässen. Für Werbung seien die Tafeln hingegen nicht verwendbar, sagt Rolf Maurer. Der Stadtingenieur führt aus: «Bei der Eröffnung des Parkings im Schlossberg wird das Parkleitsystem in Betrieb sein.» Weil weniger Tafeln als einst geplant installiert werden, wird der 2,78-Millionen-Franken-Kredit nicht ausgeschöpft – genaue Zahlen kann Rolf Maurer aber noch nicht nennen, da die letzten Offerten für die bauliche und technische Infrastruktur erst jetzt bei der Stadt eingehen.
Zur Aufhebung der Parkplätze in der Innenstadt laufen derzeit Gespräche in der Begleitgruppe unter dem Vorsitz von Gemeinderat Konrad Hädener (CVP). In der Gruppe sind alle Organisationen vertreten, die einst die Vereinbarung zur Aufhebung der Parkplätze unterzeichnet haben. «Diese Verhandlungen wollen wir nicht konkurrenzieren», sagt Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP). Und: «Ideal wäre, wenn dort im Konsens eine Lösung gefunden würde.» Ist dies der Fall oder findet man sich nicht, wird der Gemeinderat über das weitere Vorgehen befinden.

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