Blick zurück – und in die Zukunft

Oberdiessbach

Die Schafzuchtgenossenschaft Oberdiessbach blickt auf 50 erfolgreiche Jahre zurück. Die Zukunft wartet mit Herausforderungen – und wohl auch mit dem einen oder anderen Schritt zurück.

Die Sieger der Jubiläumsschau: (v.l.) Miss Textel und Jakob Rösti aus Heimberg, Jungmiss Weisses Alpenschaf (WAS) und Hans Wenger aus Längenbühl sowie Miss und Mister WAS von Hans Rufener (r.), begleitet von seinem Sohn Toni (2.v.r.) aus Heimberg.

Die Sieger der Jubiläumsschau: (v.l.) Miss Textel und Jakob Rösti aus Heimberg, Jungmiss Weisses Alpenschaf (WAS) und Hans Wenger aus Längenbühl sowie Miss und Mister WAS von Hans Rufener (r.), begleitet von seinem Sohn Toni (2.v.r.) aus Heimberg.

(Bild: zvg)

Marco Zysset@zyssetli

Andreas Jaun und Andreas Oberli, die Experten an der Jubiläumsschau anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Schafzuchtgenossenschaft Oberdiessbach, waren voll des Lobes für die Arbeit der Züchter im vergangenen Jahr. Dass zwei von vier ausgezeichneten Tieren ausgerechnet dem Genossenschaftspräsidenten Hans Rufener aus Heimberg gehören, freut ihn zwar – überbewerten mag er diesen Umstand aber nicht. «Wichtig ist, dass wir eine gut besuchte und würdige Jubiläumsschau feiern konnten», sagt er mit einer Woche Distanz auf den Anlass, der traditionsgemäss am Bettag auf dem Viehschauplatz von Kirchdorf über die Bühne ging.

«Besonders schön war, dass neben vielen Züchtern und Verbandsvertretern auch zahlreiche Passanten unter den rund 150 Besuchern waren», sagt Hans Rufener und ist gleichzeitig dankbar für die Unterstützung von Sponsoren und Helfern für den Jubiläumsanlass. «Das ist beste Werbung für uns und unsere Arbeit.»

Immer weniger Mitglieder

«Unsere Arbeit» ist indes für die meisten der verbleibenden 19 Mitglieder der Schafzuchtgenossenschaft Oberdiessbach – sie sind im Zulgtal, im Kiesental, im Aaretal bis in den Westen von Thun daheim – zwar tatsächlich viel Arbeit, aber in Tat und Wahrheit ein Hobby. Aktuell halten laut Rufener noch 13 der 19 Genossenschaftsmitglieder Schafe. «Vier haben signalisiert, dass sie in absehbarer Zeit aufhören», sagt der Präsident – und fügt an: «Was verständlich ist. Sie sind alle 80-jährig oder älter.»

Der Mitgliederschwund sei eine der grössten Herausforderungen für die Genossenschaft, sagt Hans Rufener denn auch mit Blick auf die Zukunft. «Beim 25-Jahr-Jubiläum hatten wir noch 48 Mitglieder; heute haben wir in der Schafzuchtgenossenschaft Oberdiessbach nicht einmal mehr einen Oberdiessbacher dabei», sinniert er – und stellt die Frage in den Raum, ob es wohl noch ein 75-Jahr-Jubiläum geben werde. Um praktisch im gleichen Atemzug zu betonen, dass Trübsalblasen nicht sein Ding sei. Zusammenschlüsse mit benachbarten Genossenschaften seien zwar derzeit kein Thema – aber könnten sehr wohl eines werden. «Und wenn ich am Jubiläumsfest die vielen jungen Leute gesehen habe, sehe ich durchaus noch etwas Hoffnung.»

Zucht im Wandel

Neben der Zukunft «seiner» Genossenschaft sieht Hans Rufener in der Zucht an sich «spannende Herausforderungen» auf ihn und seine Kollegen zukommen. Gerade beim Weissen Alpenschaf (WAS), das im Fokus der Zucht der Oberdiessbacher Genossenschaft stehe, gehe es darum, «ein berggängiges Schaf zu züchten mit guten Fleischpartien und starkem Fundament». Gleichzeitig freut ihn, dass die Preise für Fleisch und Wolle heute wieder besser seien als auch schon. Hans Rufener ist es zudem ein Anliegen, dass die Schafe auch künftig auf die Alpen ziehen, um ihren Beitrag zur Bewirtschaftung der Alpweiden zu leisten.

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