«Die FDP braucht kein Alibi»

Thun

Wir fühlen den Thuner Gemeinderatskandidierenden auf den Zahn. Heute Barbara Lehmann Rickli (FDP).

Sie sind politisch bisher kaum in Erscheinung getreten. Provokativ gefragt: Sind Sie die Alibifrau auf der FDP-Liste?
Alibifrau?! Die FDP braucht kein Alibi, denn meine breiten Fähigkeiten repräsentieren die Werte der FDP bestens und sind unabhängig vom Geschlecht. Ausgebildet auf einer Bank, weitergebildet im Immobilienbereich, bin ich wirtschaftlich unabhängig im eigenen Notariat, kulturell bin ich im Förderverein Schloss Thun und im Schweizer Schützenmuseum tätig, politisch im Stiftungsrat Stipendienfonds der Gemeinde Thun und gesellschaftlich im Vorstand einer Schützengesellschaft. Was daran ist ein Alibi?

Was bedeutet Thun für Sie?
Beste Lebensqualität, Thun ist übersichtlich, bodenständig; also mein Lebensmittelpunkt, wo ich mich wohl fühle.

Wo hapert es in Thun?
Beim Verkehr; um eine Aarequerung-Süd wird man langfristig kaum herumkommen. Um Touristen, aber auch Thunern die Ankunft in Thun zu verschönern, müsste die Neugestaltung des Bahnhofplatzes angegangen werden. Weitere Negativpunkte sind die tote Innenstadt ausserhalb der Ladenöffnungszeiten sowie der Rückgang der industriellen Arbeitsplätze.

Was lieben Sie an Thun?
Alles, ganz Thun! Thun ist ein Paradies und einfach herzig.

Welche Schwerpunkte möchten Sie als Gemeinderätin setzen?
Mir liegt eine funktionierende Wirtschaft am Herzen. Thun soll für seine Bevölkerung Arbeitsplätze behalten und weitere generieren können. Es müssen gute Rahmenbedingungen für Unternehmen geschaffen werden, mittels geeigneter Zonenplanung und Ausnutzung des steuerlichen Spielraums, auch für Private. Eine gesunde Wirtschaft erfordert zweckmässige Verkehrsverbindungen. Bei aller Förderung von ÖV und Veloverkehr darf der motorisierte Individualverkehr nicht vernachlässigt werden. Neben genügend Arbeitsplätzen soll Thun eine sichere Stadt bleiben.

Wenn Sie die Stadt als Wohnort verlassen würden – wohin würden Sie am ehesten ziehen?
Nach Steffisburg, Heimberg oder Einigen, um Thun möglichst nah zu sein. Oder nach Murten. Murten hat alles, was Thun auch hat: eine gute Lage, hohe Wohnqualität, Freizeitmöglichkeiten am See, eine gemütliche Altstadt mit viel unterschiedlichem Kleingewerbe und das Brauchtum und die Werte, die die Kadetten üben und vermitteln. Murten, meine ursprüngliche Heimat.

Mit welcher Person möchten Sie gerne einmal ein paar Runden auf dem Thuner Riesenrad drehen – und warum?
Mit Alice Hofer, aus ihren Kolumnen in dieser Zeitung erkenne ich gesunden Menschenverstand mit freiem Geist.

Was ist ausserhalb der Politik Ihre grösste Leidenschaft?
Skifahren, Schiessen, Tennis, Tanzen, ein gutes Glas Wein geniessen.

Wenn Sie mit einer Zeitmaschine in die Thuner Vergangenheit reisen könnten – welche Epoche würden Sie wählen?
Wieso soll ich zurück? Wir haben jetzt die beste Zeit! Aber wenn es denn sein muss: zwischen 1850 und 1900. Da konnten Pionier- und ab und zu auch Bierideen in einfachen, übersichtlichen Rahmenbedingungen noch umgesetzt werden. Mit dem Thuner Bier konnten immerhin die Bierideen gerettet werden, aber an Pionierideen und Visionen fehlt es.

Welches ist Ihr Lieblingsort in Thun?
Der Göttibachsteg; hier hat man die Sonne, die Berge, den See im Blick und im Rücken (oder umgekehrt) das Schloss als Wahrzeichen, die mächtige Kirche, die Altstadt – alles, was Thuns Lebensqualität ausmacht.

mik/gbs

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