«Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen»

Steffisburg

Im Fokus der Bundesfeier in Steffisburg stand die Festansprache von Christoph Zingg. Der Theologe ist Gesamtleiter der Sozialwerke Pfarrer Sieber. Er erläuterte, was ein Volk stark mache.

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Festredner Christoph Zingg in Steffisburg.

(Bild: Hans Kopp)

«Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen», sagte Festredner Christoph Zingg an der Bundesfeier am 1. August vor rund 250 Zuhörenden in der Aula der Schulanlage Schönau in Steffisburg. Anhand der Bundesverfassung kristallisierte er vier Menschengruppen heraus, die damit gemeint seien.

Er erwähnte die Armen, deren es schätzungsweise 700 000 bis zu einer Million gebe. Dazu gehörten unter anderem Alleinerziehende, schlecht Ausgebildete und Konjunkturopfer. Als zweite Gruppe nannte Zingg junge Menschen, die aus ärmlichen Verhältnissen stammten und Angst vor der Zukunft hätten.

«Arme, Junge, Alte, Asylbewerber und andere sind Menschen mit Gesichtern und Geschichten.»Christoph Zingg, Theologe

Nicht vergessen werden dürften die Alten, die wesentlich zum heutigen Wohlstand beigetragen hätten. «Armut im Alter wird immer mehr zum Thema», sagte Zingg unter Hinweis auf die steigenden Krankenkassenprämien und die Reduktion gewisser Leistungen. Schliesslich seien in der Bundesverfassung auch die Asylbewerber erwähnt. Menschen auf der Flucht vor Hunger, Gewalt und Krieg oder auf der Suche nach einer besseren Zukunft.

«Menschen mit Geschichten»

«Arme, Junge, Alte, Asylbewerber und andere sind Menschen mit Gesichtern und Geschichten. Stark sind wir dann, wenn es uns gelingt, diese Menschen in unsere Mitte zu nehmen», betonte der Theologe. Als positives Beispiel nannte er die Firma Kambly in Trubschachen, die Mitte der 1980er-Jahre tamilische Asylbewerber angestellt hat. Sie hätten sich gut integriert und zur Erweiterung des Horizonts beigetragen, zitierte Zingg den Firmenchef. «Solche Beispiele tun gut, machen Mut und schenken Zuversicht, dass es gelinge, die Schwachen einzubinden und so stark zu bleiben», ist er überzeugt.

Buntes Rahmenprogramm

Musikalisch umrahmt wurde die Bundesfeier vom Musikverein Steffisburg und vom Ländlertrio Mir Drüüü sowie von Darbietungen der Tambouren Steffisburg. Nicht fehlen durfte der traditionelle Fackelumzug für Kinder. Ebenso dazu gehörte das Basteln für Familien und Kinder.

Wegen der anhaltenden Trockenheit habe die Gemeinde das Abbrennen von Feuerwerk auf allen Schulanlagen verboten, gab Gemeindepräsident Jürg Marti bekannt. Aus diesem Grund wurde auch auf ein 1. August-Feuer verzichtet.

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