«Gemeinsam kämpfen – für eine starke AHV»

Thun

Das diesjährige 1.-Mai-Fest von SP, Grünen und Ge­werkschaften stand im Zeichen des gemeinsamen Kampfes für eine soziale Arbeitswelt und Gesellschaft.

Die Teilnehmenden des 1.-Mai-Umzuges in der Oberen Hauptgasse.<p class='credit'>(Bild: Hans Kopp)</p>

Die Teilnehmenden des 1.-Mai-Umzuges in der Oberen Hauptgasse.

(Bild: Hans Kopp)

«Gemeinsam kämpfen – für eine starke AHV», lautete schweizweit das Motto für die 1. Mai-Feierlichkeiten. Das war am Samstagnachmittag auf dem Thuner Rathausplatz nicht anders, wo sich rund 500 Leute einfanden. Der St. Galler SP-Ständerat und SGB-Präsident (Schweizerischer Gewerkschaftsbund) Paul Rechsteiner geisselte die kontinuierliche Demontage unserer sozialen Errungenschaften durch die bürgerlichen Parteien.

Mit der Initiative AHV plus wehren sich die Gewerkschaften und linken Parteien vorab für eine substanzielle Stärkung der AHV, der effizientesten, sichersten und solidarischsten Volksversicherung, so die Argumente. «Unsere Gegner werden die Bevölkerung mit einer massiven Angstkampagne eindecken.» «Das können wir uns nicht leisten», werde zu hören und zu lesen sein.»

Im Gegensatz zu den Steuersenkungen für die Unternehmen», fügte Rechsteiner süffisant hinzu. Im Weiteren kam er auf die am 5. Juni zur Abstimmung kommende Initiative «Für eine faire Verkehrsfinanzierung» (Milchkuhinitiative) zu sprechen, die einem Raubzug auf die Bundeskasse gleichkomme und deshalb abzulehnen sei. Die Asylgesetzrevision, gegen welche die SVP das Referendum ergriffen hat, empfahl er zur Annahme.

Für ein Grundeinkommen

Die Historikerin und Politikwissenschafterin Regula Stämpfli machte sich unter anderem für das bedingungslose garantierte Grundeinkommen stark. «An den Gegnerinnen und Gegnern stört mich der Hinweis auf die Realität, auf das Machbare statt auf das Wünschbare», sagte sie. Solche Einwände habe es schon immer gegeben, wenn es um den sozialen Fortschritt gegangen sei. ­

Bedingungsloses Grundeinkommen sei ein erster Schritt zum bedingungslosen Menschsein, ist die Politikwissenschafterin überzeugt. «Kämpft weiter für Arbeitsrechte, für Partizipation, für Steuern, für all den Alltagskram, den politische Realisten nun mal leisten müssen», rief sie den Anwesenden zu.

Solidarität mit Flüchtlingen

Im Zentrum des Thuner 1.-Mai-Festes stand zudem die Solidarität mit Flüchtlingen, von denen einige eingeladen wurden und anwesend waren. Der Erlös aus dem Fest kommt zusammen mit Geld aus Sammelaktionen lo­kalen und in Griechenland tätigen Flüchtlingsorganisationen zu­gute.

Der von SP-Stadträtin Alice Kropf und ihrem Team organisierten Maifeier ging ein bewilligter Umzug durch die Innenstadt voraus. Auf dem Rathausplatz gab es weitere Ansprachen zu hören, und auch für die musikalische und kulturelle Umrahmung war gesorgt.

Am frühen Samstagnachmittag fand zudem eine Demonstration des revolutionären 1.-Mai-Bündnisses Thun statt.

Berner Zeitung

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