Gurzelen geht zaghaft auf Brautschau

Gurzelen

Die Gurzeler wollen Fusionsabklärungen. Der Gemeinderat wird im neuen Jahr mit ersten Gesprächen in vier Nachbargemeinden beginnen. Die Finanzen bleiben in den kommenden Jahren prekär, aber stabil.

Die Gemeinde Gurzelen klärt in den kommenden Jahren Fusionsmöglichkleiten ab.

Die Gemeinde Gurzelen klärt in den kommenden Jahren Fusionsmöglichkleiten ab.

(Bild: Google Maps)

Das grosse Schweigen der 42 Stimmberechtigten zu der fi­nanziellen Situation ihrer Gemeinde zeigte am Montag eine Art Resignation in dieser Sache. Ohne Fragen und ohne Bemerkungen wurde das Budget 2017 denn auch emotionslos genehmigt. Der Voranschlag weist bei der Erfolgsrechnung ein Defizit von 53'335 Franken auf. Der Gemeinderat hat beschlossen, den Bürgern vorläufig keine Steuererhöhung vorzuschlagen. Die Steueranlage bleibt auf 1,83 Einheiten.

Fusion wird begrüsst

Der Finanzplan 2016 bis 2021 zeigt bei der Gesamtrechnung ebenfalls regelmässige Defizite auf. Diese liegen zwischen 24'000 und 47'000 Franken, sind jedoch «dank dem bestehenden Bilanzüberschuss von heute 804'000 Franken für Gurzelen verkraftbar», sagte Finanzverwalterin Kathrin Reber. Auch der Finanzplan für die kommenden Jahre wurde ohne Kommentar gutgeheissen.

Die Bürger begrüssen erste Fusionsgespräche. Dies hat eine vom Gemeinderat lancierte Umfrage ergeben. «Wir wollten möglichst viele Einwohner befragen, um eine repräsentative Bilanz zu erhalten», sagte Gemeindepräsidentin Erika Kaufmann. Von 364 verteilten Fragebogen sind 74 Rückmeldungen eingegangen. «Es sind 20 Prozent. Das ist für mich erfreulich», so Kaufmann. Bei der Umfrage haben sich 63 Personen für und 7 gegen eine Fusion ausgesprochen.

Auf dieser Basis wird jetzt der nächste Schritt vorbereitet. Den ersten hatte der Gemeinderat im Auftrag der Gemeindeversammlung bereits erfüllt. Unverbindliche erste Anfragen an Nachbargemeinden sind erfolgt. Bereitschaft für erste Grundsatzgespräche haben die Verantwortlichen der Gemeinden Burgistein, Seftigen, Wattenwil und Uetendorf angemeldet.

Bis es zu einer möglichen Fusion kommen kann, werden, nach dem Plan, den Erika Kaufmann vorgestellt hat, bis zu vier Jahren vergehen. Im Januar und Februar 2017 beginnt der Gemeinderat mit den ersten Gesprächen mit den vier erwähnten Gemeinden. «Das isch e länge Wäg», so die scheidende Gemeindepräsidentin zum Schluss ihrer letzten Gemeindeversammlung.

Die Präsidentin geht

Erika Kaufmann wird die Entwicklung ihrer geliebten Gemeinde nach dem Jahreswechsel von ihrem Zuhause aus mitverfolgen. Nach 18 Jahren Engagement für die Bürger und für das Wohlergehen der Gemeinde, tritt sie Ende Jahr zurück. Mit einem längeren, grossen Applaus für Kaufmanns langjähriges Wirken zeigten die Anwesenden dann doch noch auf, dass auch in ihnen Emotionen stecken.

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