Johanneskirche: Analyse soll Sanierungsbedarf zeigen

Thun

Der Kleine Kirchenrat Thun will nun doch selber «optimale Lösungen» für alle Kirchengebäude erarbeiten. Die Analyse eines neutralen Bauspezialisten soll den Sanierungsbedarf der Johanneskirche aufzeigen.

Überraschende Wende im Seilziehen um die Zukunft der Johanneskirche. Eine Analyse soll zeigen, wie es um den Sanierungsbedarf zeigt.

(Bild: Patric Spahni)

Noch vor zwei Wochen tönte es ganz anders. Im Nachgang an die Versammlung der Kirchgemeinde Thun-Strättligen spielte Willy Bühler, Präsident des Kleinen Kirchenrats, den Ball zurück an besagte Kirchgemeinde. «Deren Vertreter müssen jetzt ihre Bedürfnisse und Vorstellungen definieren, damit ein neues Projekt und allenfalls ein Projektwettbewerb für die Sanierung der Johanneskirche in die Wege geleitet werden kann», sagte Bühler gegenüber dieser Zeitung.

Hintergrund ist die Abstimmung von Ende April, bei der sich das Thuner Kirchenvolk mit 57 Prozent Ja-Stimmen gegen die geplante Entwidmung der Johanneskirche und damit für die künftige Nutzung des Gotteshauses aus­gesprochen hatte.

«Neutraler Bauspezialist» soll Sanierungsbedarf aufzeigen

Am Mittwochabend fand nun ein weiteres Mediationsgespräch zwischen Gesamtkirchgemeinde, Kirchgemeinde Thun-Strättligen und dem Verein Pro Kirchen Strättligen, der die Initiative «Pro Johanneskirche» und damit die Abstimmung lanciert hatte, statt. Wie der Kleine Kirchenrat mitteilt, sei die Mediation abgeschlossen.

Der Rat habe die Situation analysiert. «Er wird für alle Kirchgemeinden und deren Mitglieder optimale Lösungen rund um alle Gebäude und Infrastrukturen im Verwaltungsvermögen erarbeiten», steht in der Mit­teilung.

Konkret geplant ist neu, dass die reformierte Gesamtkirchgemeinde erhebt, wie alle Thuner Kirchengebäude belegt sind. Weiter soll eine «vertiefte Analyse eines neutralen Bauspezialisten» aufzeigen, wie gross der Sanierungsbedarf der Johanneskirche ist.

Die Erkenntnisse fliessen danach in die Gesamtschau, die die Kirchgemeinde Thun-Strättligen angeregt hatte. Der Kleine Kirchenrat zeigt sich überzeugt, dass mit diesen Schritten die Basis für eine breite und konstruktive Erörterung der künftigen Gebäudestrategie und Nutzungskonzepte gelegt ist.

«Mahnfinger des Kirchenvolks» ernst nehmen

Der Co-Präsident des Vereins Pro Kirchen Strättligen, Oliver Jaggi, erfuhr am Donnerstag von dieser Zeitung von der jüngsten Mitteilung des Kleinen Kirchenrats und nahm sie «zur Kenntnis». Der Verein habe den Rat beim letzten Mediationsgespräch nochmals darauf hingewiesen, den «Mahnfinger des Kirchenvolks» ernst zu nehmen und in vergleichbaren Fällen künftig anders zu Werke zu gehen.

«Wir haben das Gefühl, dass unser Engagement etwas bewirkt hat», sagte Oliver Jaggi. Was genau, bleibe freilich offen. Bezüglich der nun gemachten Versprechen äusserte der Co-Vereinspräsident die Hoffnung, «dass der Kleine Kirchenrat dann auch Wort halten wird».

Gerne hätte diese Zeitung auch beim Kleinen Kirchenrat beziehungsweise bei der reformierten Gesamtkirchgemeinde nachgefragt, wie es zu den jüngsten Entwicklungen gekommen ist. Dort wollte am Donnerstag jedoch niemand Stellung beziehen. Für eine Stellungnahme ebenfalls nicht erreichbar war Elisabeth Bregulla, Co-Präsidentin des Kirchgemeinderats Strättligen.

Thuner Tagblatt

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