Thun

Leist findet Sammelhof unzumutbar

ThunDer Vorstand des Lerchenfeld-Leists lehnt den Bau eines neuen Abfallsammelhofs im Quartier entschieden ab. Er fordert die Stadt auf, nach einem alternativen Standort Ausschau zu halten.

Der Lerchenfeld-Leist wehrt sich gegen den Abfallsammelhof und die neue Recyclinghalle, die hier gebaut werden sollen.

Der Lerchenfeld-Leist wehrt sich gegen den Abfallsammelhof und die neue Recyclinghalle, die hier gebaut werden sollen.

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Aus dem angekündigten ist offener Widerstand geworden: Der Lerchenfeld-Leist will nicht hinnehmen, dass im Quartier ein regionaler Abfallsammelhof inklusive neuer Recyclinghalle gebaut wird.

Vor rund einem Monat wurde bekannt, dass die Armasuisse das dafür nötige Landstück zwischen der Allmendstrasse, der A 6 und der Flugplatzstrasse, direkt neben dem Stadion des FC Lerchenfeld, der Stadt Thun und der AG für Abfallverwertung (Avag) zur Verfügung stellt. In der Folge teilte die Stadt mit, noch dieses Jahr ein entsprechendes Baugesuch einzureichen.

«Noch höhere Belastung»

Im Vorstand des Lerchenfeld-Leists stossen die Pläne nicht auf Gegenliebe. Nach interner Beratung des Projekts sei man zum Schluss gekommen, «dass dieses dem Quartier nicht zugemutet werden darf», schreibt Leistpräsident Andreas Lüscher in einer am Dienstag versandten Medienmitteilung. Der heute schon stark belastete Verkehrsknoten Waldeck und die in Richtung Lerchenfeld sanierungsbedürftige Allmend-strasse würden durch den Sammelhof «noch höheren Belastungen ausgesetzt», heisst es.

Beide würden schon wegen des Bypass Thun-Nord und der Ortsumfahrung Thierachern unter grösserem Verkehrsaufkommen zu leiden haben. Lüscher führt weiter ins Feld, dass – insbesondere für Fussgänger und Velofahrer – die Verkehrssicherheit auf der geplanten Erschliessungsstrasse noch weniger gewährleistet wäre.

«Der Leistvorstand fordert deshalb, nach Alternativen sowohl für den Standort des Abfallsammelhofs mit Recyclingcenter als auch für die Verkehrserschliessung zu suchen, und wird diese Forderung auch in der eingesetzten Begleitgruppe einbringen», steht in der Medienmitteilung.

Hädener ist «befremdet»

Gemeinderat und Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) hat «mit Befremden» vom Vorgehen des Leistvorstands Kenntnis genommen. Schon an der ersten Sitzung der Begleitgruppe, in der auch der Leist vertreten ist, habe die Avag aufgezeigt, dass diverse Stand­orte für den Abfallsammelhof geprüft worden seien. «Der Standort Zollhaus war das Resultat eines längeren Filterprozesses und kein Schnellschuss. Insofern macht es nicht Sinn, nun wieder nach neuen Flächen Ausschau zu halten», erklärt Hädener.

Bezüglich Erschliessung böten Stadt und Avag durchaus Hand, weitere Detailabklärungen zu treffen. Konrad Hädener bezeichnet den Leist nach wie vor als «wichtigsten Ansprechpartner» in Quartierfragen. Allerdings müsse sich der Leistvorstand darüber klarwerden, «ob er mit seiner Haltung überhaupt eine Teilnahme an der Begleitgruppe anstrebt oder nicht».

Trotz des Widerstands aus dem Quartier ist der städtische Bauvorsteher «zuversichtlich», dass der angestrebte Terminplan eingehalten werden kann. Demnach soll in den nächsten Monaten ein Vorprojekt erarbeitet und Ende Jahr das Baugesuch eingereicht werden. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 21.03.2017, 16:39 Uhr

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