Thun

«So bin ich in die Regie gerutscht»

ThunDaniela Schneiter ­Bichsel und ihr Ehemann Ueli Bichsel sind ein starkes Team, das schon seit Jahren zusammen arbeitet. Nun führt sie zum ersten Mal allein Regie in einem seiner «Theater am Tatort»-Stücke.

Führt zum ersten Mal allein Regie: Daniela Schneiter Bichsel teilte bisher die Regie mit ihrem Mann Ueli Bichsel.

Führt zum ersten Mal allein Regie: Daniela Schneiter Bichsel teilte bisher die Regie mit ihrem Mann Ueli Bichsel. Bild: Irina Eftimie

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Seit 2010 führt das Ensemble «Theater am Tatort» regelmässig Stücke an eher ungewöhnlichen Orten auf. Die treibende Kraft dahinter sind der Autor Ueli Bichsel und seine Frau Daniela Schneiter – ein Ehepaar, das durch ihre Kreativität und die Liebe zur Bühne zu einem unschlagbaren Team geworden ist. Zum ersten Mal führt Daniela Schneiter nun die Regie für das neuste «Theater am Tatort»-Stück, «Stiller Tod», das im Schloss Thun stattfindet.

Liebe zum Theater

Ihre Leidenschaft für das Theater und die Bühne entdeckte Daniela Schneiter bereits sehr früh. «Ich hatte einen Lehrer, der ganz theaterbegeistert war, und mit meiner Familie ging ich immer zu den Auftritten des Männerchors Uetendorf», sagt sie. «Mir war schon damals klar, dass ich das auch einmal machen möchte.» Als der Männerchor zur Theatergruppe Uetendorf wurde, erhielt sie einen Anruf, der ihr ganzes Lebens verändern sollte. «Mein ehemaliger Lehrer rief mich an und fragte mich, ob ich bei der neuen Theatergruppe mitmachen wollte», sagt Daniela Schneiter.

«Natürlich bin ich der Gruppe sofort beigetreten und bin noch heute Mitglied der Mundartbühni Uetendorf.» Um sich noch mehr in die Welt des Theaters einbringen zu können, bildete sich Daniela Schneiter nach ihrer Lehre als Friseurin zur Maskenbildnerin weiter.

15 Jahre lang führte sie im Lerchenfeld einen Coiffeursalon, doch nach ihrer Hochzeit mit Ueli Bichsel legte sie eine Pause ein und arbeitete schon bald Vollzeit im Theaterbereich. «Wir haben uns auf Freilichttheater spezialisiert und deshalb auch viele andere Theaterkompanien beraten. Ich habe sie jeweils während der Proben geschult, damit sie sich ab der Premiere selber schminken konnten», sagt Daniela Schneiter.

Rollenverteilung

Das Theater sei auch für ihre drei Töchter aus erster Ehe von Anfang an ein Teil des Lebens gewesen. «Ich habe sie immer mit eingebunden, und zum Teil haben sie in Produktionen mitgespielt. Meine jüngste Tochter hat sogar beim ‹Theater am Tatort› im Stück ‹Druckerschwerzi› mitgemacht», sagt Schneiter. Mit diesem Stück begann Daniela Schneiter sich auch an der Regie zu beteiligen. «Ueli ist jemand, der die Meinung einer Frau sehr gut annehmen kann. Er hat sich das auch gewünscht, dass eine Frau bei den Entscheidungen mitspricht, damit beide Geschlechter vertreten sind», erklärt sie. «So bin ich in die Regie gerutscht.»

Familie kommt zuerst

Wenn das Ehepaar zusammen an Theaterstücken arbeitet, gebe es zwar keine klare Rollenverteilung, ihr Fokus sei aber sehr verschieden. «Wenn wir zusammen an den Tellspielen arbeiten, dann übernimmt Ueli vor allem die grossen Massenszenen, und ich setze mich eher mit den Szenen auseinander, die sich auf wenige Darsteller beschränken», sagt Daniela Schneiter. «Für mich ist es sehr wichtig, dass die Gedankengänge und Emotionen, die sich in einem Charakter abspielen, im Schauspieler aktiviert werden. Nur so bekommt ein Auftritt die nötige Natürlichkeit, die auch berührt.»

Trotz ihrer grossen Begeisterung und Leidenschaft für das Theater möchte Daniela Schneiter nächstens eine Pause einlegen. «Eine meiner Töchter hat gerade geheiratet, und ich wünsche mir sehr, dass ich bald Grossmutter werde», schwärmt Schneiter. «Meine Familie ist mir sehr wichtig, deshalb möchte ich mir auch die Zeit dafür schaffen. Zuerst kommen aber die Familie und mein Geschäft, das ich seit 2008 in Hünibach betreibe, denn ich liebe auch meinen Beruf.»

Das heisse aber nicht, dass Daniela Schneiter nie wieder in einem Theater mitarbeiten werde. «Ich werde mir bestimmt noch ein paar von Uelis Stücken herauspicken und entweder Regie führen oder sogar wieder selber auf die Bühne stehen.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 03.11.2017, 14:59 Uhr

Gutes Feedback für den «Stillen Tod»

Das «Theater am Tatort» spielt dieses Mal im Schloss Thun. Das Stück «Stiller Tod» handelt von einem grausigen Fund, der beim Umbau des Schlossgefängnisses gemacht wird. Auf der Suche nach dem Täter wird das Publikum auf eine Reise durch die Zeit mitgenommen. Ueli Bichsel, Autor des Stückes, sagt: «Ich bin immer auf der Suche nach neuen Geschichten, und als ich das Schlossgefängnis sah, wusste ich, dass ich daraus einen Krimi machen muss.» Seit dem 10. Oktober wird das Theaterstück nun im Schloss Thun aufgeführt und ist ein voller Erfolg. «Wir haben nur noch sehr wenig Tickets zu verkaufen», sagt Daniela Schneiter. Vor allem am Wochenende seien die 160 Plätze regelmässig ausgebucht. Dass der «Stille Tod» so gut beim Publikum ankomme, sei nicht zuletzt dem harmonischen Team zu verdanken. «Die Schauspieler spielen sehr konstant, wir bekommen durchwegs positive Rückmeldungen», sagt Ueli Bichsel. Das Stück wird noch bis zum 18. November jeweils um 20 Uhr, Sonntag um 17 Uhr, aufgeführt. iek

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