Tonnenweise Futter weitergegeben

Steffisburg

Den Verein Glückspfötli gibt es erst seit acht Monaten. Dennoch konnten Präsidentin Daria Schüpbach und ihre Mitstreiter bereits tonnenweise Futter an Tiere in Not weitergeben.

Daria Schüpbach, Präsidentin, und Mario Ritschard, Kassier des Vereins Glückspfötli Schweiz, inmitten der Futterspenden, die sie vornehmlich an Tierheime und Gassenhilfen weiterverteilen.<p class='credit'>(Bild: Gabriel Berger)</p>

Daria Schüpbach, Präsidentin, und Mario Ritschard, Kassier des Vereins Glückspfötli Schweiz, inmitten der Futterspenden, die sie vornehmlich an Tierheime und Gassenhilfen weiterverteilen.

(Bild: Gabriel Berger)

Es bestehen keine Zweifel: Daria Schüpbach aus Steffisburg hat ein grosses Herz für Tiere. Zu ihren Mitbewohnern gehören nebst Lebenspartner Mario Ritschard sechs Hunde – darunter ein Pflegehund –, zwei Katzen, eine Bartagame, mehrere Meerschweinchen und Hasen. In drei Aquarien schwimmen zudem Dutzende Fische. Obschon sich Schüpbach seit vielen Jahren für den Tierschutz starkmacht, hat ihr Engagement im vergangenen Oktober zusätzlich an Stellenwert gewonnen.

Zusammen mit Ritschard und Claudia Jentsch gründete sie den Verein Glückspfötli Schweiz. Dass Schüpbach diesen Schritt wagte, hing unter anderem mit teilweise schlechten Erfahrungen im Tierschutz zusammen. «Wir beschlossen deshalb, dass wir einen eigenen Verein gründen, wo wir entscheiden können, ob und in welchem Mass wir helfen möchten und können», sagt die selbstbewusste Glückspfötli-Präsidentin. Die effiziente, effektive und unbürokratische Hilfe stehe ganz klar im Vordergrund.

Fast 9 Tonnen in 8 Monaten

Die beiden wichtigsten Standbeine des Vereins sind das Entgegennehmen und Weiterverteilen von Sach- und Futterspenden sowie die regelmässige Mithilfe in Tierheimen und Gnadenhöfen. Letztgenannte sind Einrichtungen, in denen Tiere nicht weiterver­mittelt, sondern in der Regel bis ans Lebensende begleitet werden. «Beim Futter nehmen wir grundsätzlich alles an, was es gibt», hält Schüpbach fest.

Bisher sei vor allem Nahrung für Hunde, Katzen, aber auch für Nager oder Schildkröten abgegeben worden. Die Spenden kommen gleichermassen von Privaten wie von Firmen. Verteilt wird das Futter an Tierheime oder an die Gassen­hilfe in Biel. «Seit der Gründung im letzten Herbst sind schon 8,8 Tonnen Futter zusammengekommen. Einen solchen Erfolg hätte ich mir nie träumen lassen», sagt die Glückspfötli-Präsidentin.

Vor sicherem Tod gerettet

Im Gegensatz zu den meisten ­anderen Vereinen funktioniert Glückspfötli nicht mit Mitgliedern, sondern mit Helfern. «Wir verfügen über einen Pool von circa 25 Leuten, die sich in immer wieder anderen Konstellationen an unseren Hilfseinsätzen beteiligen», sagt Schüpbach. Gerade letztes Wochenende engagierten sich sechs Freiwillige auf dem Gnadenhof Papillon im französischen Munchhouse. Gefragt sind bei solchen Einsätzen vor allem handwerkliche Fertigkeiten, zum Beispiel für das Bauen von Zäunen. Weitere helfende Hände seien stets willkommen.

Hin und wieder kommt es vor, dass Glückspfötli auch Tiere vermittelt. Die entsprechenden Hinweise gelangen teilweise via Facebook zum Verein. Eine der eindrücklichsten Rettungsaktionen betraf die trächtige Dalmatinerhündin Mara, die in Andalusien kurz vor der Tötung stand. Innert weniger Tage organisierte Schüpbach samt Kollegen zusammen mit spanischen Tierschützen den Transport in die Schweiz. «Wir konnten Mara in Spiez unterbringen und letztlich sie sowie ihre 8 Welpen allesamt vermitteln», erzählt Schüpbach.

Schon bald eine Stiftung?

Wie viele Stunden sie bereits in ihren Verein investiert hat, weiss die 25-Jährige, die zu 60 Prozent als Buchhalterin arbeitet, nicht mehr. Wenn es ihr zu viel werde, schalte sie auch mal ihr Handy aus. «Ich plane meistens vorzu, wenn was ansteht. Es ist schwierig, das in Minuten und Stunden anzugeben», sagt Schüpbach. Langfristig wünscht sich die Präsidentin, den Verein in eine Stiftung umzuwandeln. Zudem kann sich die Steffisburgerin vor­stellen, ihre «Herzensangelegenheit» dereinst zum Beruf zu ­machen.

Interessierte, die an einem Hilfseinsatz teilnehmen möchten, können sich bei Vereinspräsidentin Daria Schüpbach (info@glueckspfoetli.ch oder Tel. 079 510 96 89) melden. www.glueckspfoetli.chwww.facebook.com/glueckspfoetli

Thuner Tagblatt

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