Steffisburg

«Was früher war, wird wieder»

SteffisburgIm alten Steffisburger Schulhaus kehrt neues Leben ein: Die Unisono GmbH wird neue Mieterin. Das Angebot der Musikschule mit Laden und Werkstatt wird um ein Bistro und ein Kulturlokal erweitert.

Zufriedene Gesichter (v.l.): Marina Grossniklaus (Leiterin Musikschule Unisono), Jürg Marti (Gemeindepräsident), Monika Grossniklaus und Andreas «Zäppu» Grossniklaus (Betreiber des Bistros Unisono) vor dem alten Schulhaus.

Zufriedene Gesichter (v.l.): Marina Grossniklaus (Leiterin Musikschule Unisono), Jürg Marti (Gemeindepräsident), Monika Grossniklaus und Andreas «Zäppu» Grossniklaus (Betreiber des Bistros Unisono) vor dem alten Schulhaus. Bild: Marco Zysset

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«Was früher war, wird wieder», philosophierte Andreas «Zäppu» Grossniklaus am Dienstag im alten Schulhaus am Schulgässli 20, dem dritten auf Steffisburger Boden. Zusammen mit der Gemeinde hatte er als Mitinhaber der Unisono GmbH zum Mediengespräch geladen, um das neue Angebot im altehrwürdigen Haus vorzustellen.

«Wir sind schon seit langer Zeit Stammkunden hier», sagte er mit Blick zu Ehefrau Monika, «und eigentlich ebenso lange schon verliebt in das Haus.» Als Vorbesitzer Hans Linder – er hatte das Haus 2001 von der Gemeinde übernommen und nach eigenen Angaben für 600'000 Franken saniert – dieses Ende letzten Jahres an das Ehepaar Grossniklaus verkaufen wollte, wurden die beiden hellhörig. «Es stellte sich jedoch heraus, dass die Gemeinde ein Vorkaufsrecht hat», erklärte Zäppu.

Politische Komponente

«Wir entschieden relativ rasch, das Risiko einzugehen und das Haus von Hans Linder zurück zu kaufen», sagte Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP), auch wenn der Kaufpreis mit gegen 900'000 erheblich höher war als der Verkaufspreis vor 15 Jahren. «Der Preis entspricht dem heutigen Markt», sagte Jürg Marti weiter und betonte: «Wenn man beachtet, wie das Gebäude in den letzten Jahren unterhalten wurde, und wenn man bedenkt, dass wir einen attraktiven Mieter finden konnten, dann sind wir überzeugt, dass das eine gute Anlage ist.»

Gemeindepräsident Jürg Marti im Interview. Video: Marco Zysset

Der Gemeindepräsident machte denn auch keinen Hehl daraus, dass der Entscheid, das Gebäude an das Musikhaus Unisono zu vermieten, auch eine politische Komponente beinhaltet. «Wir sind beim Landhaus ganz in der Nähe engagiert, das alte Gemeindehaus ist in unserem Besitz – und wir haben bekanntermassen ein Interesse daran, dass der Dorfplatz und damit das Oberdorf belebt bleibt oder neu belebt wird.» Er sei überzeugt, dass die Unisono GmbH die richtige Partnerin dafür sei.

21-jährige Geschichte

Das Musikhaus Unisono seinerseits blickt auf eine 21-jährige Geschichte zurück, in der es nicht ­allein als Musikladen, -werkstatt und -schule aktiv war, sondern sich auch immer wieder aktiv am kulturellen Leben in der Gemeinde beteiligte – sei es als Mitver­anstalter der legendären Gölä-Grosskonzerte auf dem ehemaligen AMP-Areal oder als Partner für das Rahmenprogramm der Kunstausstellung Artcontainer.

«Was uns bisher fehlte, war ein eigenes Lokal, in dem wir kleine Veranstaltungen durchführen können», sagte Andreas Grossniklaus am Dienstag. In den Unisono-Räumen am Sunneggweg fehlte schlicht der Platz, um Workshops oder Konzerte von Schülern durchzuführen. «So kam es, dass wir schon in der Vergangenheit bei Hans Linder hier im alten Schulhaus Gast sein durften.»

Bistro im September...

Mit diesen 21 Jahren Erfahrung im Rucksack schlägt die Familie Grossniklaus jetzt also das nächste Kapitel in der Unisono-Geschichte auf. Zäppu, Monika und Tochter Marina gründeten die Unisono GmbH, welche als Mieterin des alten Schulhauses auftritt. Bereits am 1. September eröffnen Zäppu und Monika im Parterre das Bistro Unisono; dazu den Musikladen und die Werkstatt im ehemaligen Forum. «Dort haben wir bereits die Möglichkeit, Veranstaltungen durchzuführen», sagte Zäppu.

Auf die Frage, warum sich im Jahr 2016 noch jemand auf das Abenteuer Gastronomie einlasse, antwortete Monika Grossniklaus: «Weil wir zuversichtlich sind und uns das zutrauen – so wie wir uns vor 21 Jahren trauten, einen Musikladen zu eröffnen, an den kaum jemand glaubte.» An Ideen mangle es auf jeden Fall nicht – «und für den Chrischtchindlimärit im Dezember haben wir der Gemeinde auch schon zugesagt.» Damit signalisiert sie, dass die Betreiber des Unisono willens sind, im Dorf und am Dorfplatz durchaus eine aktive Rolle einzunehmen.

Marina Grossniklaus im Interview. Video: Marco Zysset

Angst, dass ein Musikhaus im relativ dicht bebauten Steffisburger Zentrum bei den Nachbarn für Ärger sorgen könnte, hat niemand der Beteiligten. «Wir werden sicher keine Rock-konzerte veranstalten», versprach Andreas Grossniklaus am Dienstag, während Jürg Marti darauf hinwies, dass die Lage in der Kernzone eine gewerbliche Nutzung mit den entsprechenden Emissionen erlaube.

... Schule 2017

Erst im Frühjahr 2017 wird schliesslich auch die Musikschule Unisono vom Sunneggweg ans Schulgässli zügeln. «Einerseits ist im ersten Stock des neuen ­Lokals noch ein Architekturbüro eingemietet», erklärte Marina Grossniklaus, welche die Musikschule leitet, «andererseits sind noch grössere Umbauten nötig.»

Klar sei, dass das Angebot der Musikschule bei Bedarf grosszügig erweitert werden könne. «Uns stehen künftig zwei Unterrichtsräume mehr zur Verfügung», sagte Marina Grossniklaus. «Das eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten. So sei beispielsweise noch nicht abschliessend geklärt, ob neben Unterricht für Gitarre, Bass und Keyboard künftig auch Gesangsunterricht angeboten werde. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 09.08.2016, 17:48 Uhr

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www.unisono.ch

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