«Was heisst hier ärgern? So funktioniert Demokratie»

Thun

Wir fühlen den Gemeinderatskandidierenden auf den Zahn. Heute Carlos Reinhard (FDP).

Carlos Reinhard (FDP).

Carlos Reinhard (FDP).

(Bild: PD)

Wie sehr ärgern Sie sich über die Kandidatur des ehemaligen FDP-Mitglieds Matthias Zellweger als Parteiloser? Er könnte Ihnen entscheidend Stimmen wegnehmen…
Was heisst hier ärgern? So ist Politik. So funktioniert Demokratie. Jeder kann kandidieren. Wahltag ist Zahltag. Und somit auch eine Art Wettbewerb. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger entscheiden, ob FDP oder parteilos. Niemand anderes.

Was bedeutet Thun für Sie?
Thun ist meine Heimat, mein Zuhause, mein Leben. Mit Aare, See und Berge ein Juwel. Ich will, dass wir Sorge tragen zu unserer Stadt. Sie weiterentwickeln. Und fit für die Zukunft machen. Deshalb will ich mich an der Entwicklung beteiligen – und aktiv mitgestalten.

Wo hapert es in Thun?
Planung ist wichtig. Endlosplanung falsch. Es braucht mehr Mut für Neues. Mehr Visionen. Echte Lösungen. Nur verwalten bringt uns nicht weiter. Hier gilt es anzusetzen.

Was lieben Sie an Thun?
Das Leben. Und die Menschen hier. Natürlich auch unsere Altstadt und die Innenstadt. Sowie den Werkplatz Thun. Mit all seinen kreativen Betrieben und Geschäften. Die vielen Restaurants, wo unermüdlich gearbeitet wird. Die Sportclubs, welche (fast) jedes Jahr für positive Schlagzeilen sorgen. Und all die Vereine, Organisationen und Institutionen, welche Traditionen hochhalten – und wo ehrenamtlich gearbeitet wird – mit viel Herzblut und Engagement.

Welche Schwerpunkte möchten Sie als Gemeinderat setzen?
Mehr Effizienz. Mehr Gestaltung. Weniger Verwaltung und Bürokratie – dafür kundenfreundlicher. Und ich will mehr Transparenz in den Direktionen: Die Leute sollen unsere Politik besser verstehen, Entscheide besser nachvollziehen können. Sie sind es, die unserer Stadt ein Gesicht geben. Wir Politiker schaffen lediglich Voraussetzungen dazu.

Wenn Sie die Stadt als Wohnort verlassen würden – wohin würden Sie am ehesten ziehen?
Nun: Freiwillig verlasse ich Thun nicht. Deshalb erübrigt sich die Folgefrage.

Mit welcher Person möchten Sie gerne einmal ein paar Runden auf dem Thuner Riesenrad drehen – und warum?
Mit Thomas Bucheli. Damit er sieht, dass es viel Schöneres gibt als das «Meteo»-Dach in Zürich. Und ich ihm sagen könnte: Mit Ihren Schleierwolkenprognosen liegen Sie bei uns meistens falsch. Weil Sie den See und die Berge unterschätzen.

Was ist ausserhalb der Politik Ihre grösste Leidenschaft?
Die Naturerlebnisse in unserer Thunerseeregion: Ob zu Fuss, auf dem Mountainbike, im Winter beim Schlitteln oder Skifahren – hier können wir Kraft tanken wie sonst nirgendwo. Und abends: Dann gerne mit Freunden an einem Tisch sitzen – und gemeinsam etwas kochen.

Wenn Sie mit einer Zeitmaschine in die Thuner Vergangenheit reisen könnten – welche Epoche würden Sie wählen?
Es ist wichtig, unsere Geschichte zu kennen. Sie bringt uns weiter. Als die Stadttore abgebrochen wurden, hätte ich gerne interveniert – um sie zu schützen. Aber «Back to the Future» wäre mir lieber. Mich interessiert vielmehr die Zukunft. Und lieber eine Zeitmaschine, die mir Thun 2050 zeigt.

Welches ist Ihr Lieblingsort in Thun?
Der Donjon. Im Rittersaal wurde Geschichte geschrieben. Und heute wird sie dort nacherzählt. Zudem geniesst man von hier einen herrlichen Blick über unsere Stadt. (mik/gbs)

Im Hinblick auf die Thuner Wahlen vom 25. November stellen wir allen Gemeinderatskandidierenden – ausser den Bisherigen – zehn Fragen. Die Publikationsreihenfolge wurde ausgelost. Online auf Thunertagblatt.ch (Rubrik «Wahlen Thun») finden Sie zusätzlich den jeweiligen Smartspider, zur Verfügung gestellt von der Onlinewahlhilfe Smartvote.ch.

Thuner Tagblatt

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