Thun

Wer hat die Schwäne auf der Lindermatte gerissen?

ThunAuf der Lindermatte im Dürrenastquartier sind in den vergangenen Wochen drei Schwäne getötet worden. Ob von Füchsen oder Hunden, ist unklar.

Wenn Schwäne an Land grasen (wie hier im Thuner Strämu), droht ihnen Gefahr von Hunden und Füchsen.

Wenn Schwäne an Land grasen (wie hier im Thuner Strämu), droht ihnen Gefahr von Hunden und Füchsen. Bild: Patric Spahni

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Der Schwan sei richtiggehend «verhützet» worden, sagte der Mann am Telefon. Er hatte die Nummer der Redaktion gewählt, um seinem Ärger Luft zu machen. «Auf der Lindermatte kommt es immer wieder vor, dass nicht angeleinte Hunde Schwäne hetzen.» Das eingangs erwähnte Tier sei offenbar nicht entkommen, sondern getötet worden.

Tote Wildtiere fallen in die Kompetenz des Jagdinspekto­rates, welches der kantonalen Volkswirtschaftsdirektion angegliedert ist. Deren Medienstelle hat den Vorfall auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt. Aufgrund der Verletzungen am getöteten Tier lasse sich indes nicht festmachen, ob es von einem Fuchs oder einem Hund gerissen wurde.

Kein Einzelfall

Doch ein Einzelfall war dies nicht. Wildhüter Andreas Rubin weiss von drei Schwänen, die auf der Lindermatte getötet wurden – auch er lässt offen, wer der Übel­täter war. Er weiss hingegen, dass sich ein Grossteil der Hundehalter, die ihr Auto beim Parkplatz Lindermatte abstellen, einen Deut um das Verbot von frei laufenden Hunden in diesem Bereich schert.

Die Lindermatte, speziell der Uferbereich, sei ein Wasser- und Zugvogelreservat von nationaler Bedeutung, «und in diesem Bereich gilt Leinenpflicht für Hundehalter», betont Rubin. Aber: «Zu nahezu 100 Prozent werden die Hunde auf dem Parkplatz aus dem Auto herausgenommen und nie unmittelbar angeleint. Daher sind Übergriffe auf grasende Schwäne auf der Lindermatte naheliegend.»

Überwachung unmöglich

Die gerissenen Schwäne seien jeweils «bei Tageslicht» entdeckt worden. Wahrscheinlich würden verschiedene Hundehalter ihre Vierbeiner in der Nacht vom Parkplatz aus «zum Vertreten der Beine» freilassen.

Ein Überwachen dieses Fehlverhaltens sei aus Gründen fehlender Ressourcen an der Front «leider schlicht unmöglich. Bestimmt sind auch Übergriffe vom Fuchs nicht auszuschliessen, doch in solchen Fällen DNA-Proben zu nehmen, ist auch nicht zielführend.»

Ein Augenschein vor ein paar Tagen stützt die Angaben von Wildhüter Andreas Rubin. Zwischen 14 und 15 Uhr überquerten mehrere Dutzend Hunde mit ihren Herrchen und Frauen die Lindermatte. Doch angeleint war nicht einmal jeder zehnte Hund. Übergriffe auf Wasservögel sind nicht beobachtet worden – allerdings hielten sich auch keine an Land auf.

Von Polizeiseite ist bisher nichts unternommen worden, um die Verstösse gegen die Leinenpflicht einzudämmen. Das Polizeiinspektorat der Stadt Thun erfuhr erst durch diese Zeitung von den getöteten Schwänen, wie seitens der städtischen Kommunikationsabteilung verlautete. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 26.12.2017, 15:46 Uhr

Auf Lindermatte und Seeallmend sind Hunde an der Leine zu führen. (Bild: Marc Imboden)

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