Wie die Mutter, so der Sohn

Thun

Nico Hunziker steht als aktueller Hauptmann der Kadetten vor seinem grossen Auftritt am Thuner Ausschiesset, der in einer Woche beginnt. Vor 28 Jahren durchlief schon seine Mutter die gleiche Lebensschule.

Der Hauptmann auf dem Rathausplatz: Hier wird Nico Hunziker bei der Fahnenübergabe seinen grossen Moment haben. Foto: Julian Seidl 1991 war bereits Nicos Mutter, Nadine Hunziker-Gigandet, Hauptmann der Kadetten. Foto: PD

Der Hauptmann auf dem Rathausplatz: Hier wird Nico Hunziker bei der Fahnenübergabe seinen grossen Moment haben. Foto: Julian Seidl 1991 war bereits Nicos Mutter, Nadine Hunziker-Gigandet, Hauptmann der Kadetten. Foto: PD

Nicht jedermann schafft es dorthin, wo er aktuell steht. Viele möchten, aber fast so viele scheitern auch. An der Kaderprüfung im Frühjahr hat sich Nico Hunziker gegen 45 Mitstreiter durchgesetzt und wurde Hauptmann der Thuner Kadetten. Seither hat der Neuntklässler viele neue Erfahrungen gesammelt und sich als Mensch weiterentwickelt, wie er selber sagt. Die grosse Verantwortung, die auf seinen Schultern ruhe, habe ihn zu Beginn seiner Amtszeit schon noch ins Schwitzen gebracht.

Ein Ereignis ist Nico Hunziker dabei besonders in Erinnerung geblieben: «Im Lager in Tenero war ich plötzlich dafür verantwortlich, dass über 100 Kadettinnen und Kadetten wieder zurück ins Centro Sportivo kamen», erzählt er. Zuerst sei er erschrocken, dann sei aber alles gut gegangen. Was vor einigen Monaten neu war, ist heute selbstverständlich. «Ich habe mich an meine exponierte Rolle gewöhnt und bin routinierter geworden», sagt er.

Das Amt in die Wiege gelegt

Auch Nico Hunzikers Mutter war bei den Kadetten engagiert und wurde 1991 zum Hauptmann ernannt. Nadine Hunziker-Gigandet kann sich noch genau an den Moment erinnern, als bei der Chargierung ihr Name aufgerufen wurde: «Ich war fürchterlich aufgeregt. Damals ist ein Kindheitswunsch in Erfüllung gegangen», sagt sie. Bei Nico sei dies alles ein bisschen anders gewesen. Er sei nicht sonderlich nervös gewesen, habe an den Prüfungen einfach das Beste gegeben und sich dann aber riesig über das Ergebnis gefreut. Die ganze Familie sei stolz auf Nico. Besonders seine beiden jüngeren Brüder, Julian und Tim, die auch bei den Kadetten mit dabei sind.

Schon als kleines Kind war Nico von dem Ausschiesset, dem Fulehung und den Kadetten beeindruckt. Das erste Mal war er als Fulehüngli beteiligt. «Wie ein richtiger Thuner halt», sagt er und strahlt. Dass er dereinst das Korps anführen würde, hätte er sich damals noch nicht träumen lassen. Seine Eltern hätten ihn auch nicht dazu gedrängt: «Auch wenn meine Mutter Hauptmann war, stand es mir absolut frei, ob ich zu den Kadetten gehen wollte oder nicht», sagt er. Natürlich ist seine Mutter heute sehr stolz, dass ihr Sohn jetzt da steht, wo sie vor 28 Jahren einmal stand: «Ich freue mich für ihn und weiss, dass er aus der Zeit als Hauptmann enorm viel lernen wird. Er durchläuft eine wahre Lebensschule», ist sie überzeugt.

Viele Engagements

Neben den Kadetten und dem normalen Schulbetrieb ist Nico Hunziker in mehreren Sport- und Musikvereinen engagiert. Der Thuner spielt leidenschaftlich Handball für Wacker und ist Tambour bei den Cliffhangers. Nach der Oberstufenschule, die er im «Prögu» absolviert, nimmt Nico eine kaufmännische Lehre im Tourismusbüro in Interlaken in Angriff.

Bevor es aber so weit ist, steht sein Höhepunkt als Hauptmann der Kadetten an. Am Ausschiesset in einer Woche wird Nico Hunziker das Korps anführen und bei der Kranz- und Preisverteilung eine Rede vor dem Korps und den offiziell geladenen Gästen halten. Wie jede, probiert Nico Hunziker auch diese Hürde mit einer gewissen Lockerheit anzugehen.

Nadine Gigandet, heute Hunziker-Gigandet, war 1991 Kadetten-Hauptmann. Ihr Sohn Nico Hunziker ist es in diesem Jahr.

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