Abstrakt hier, gegenständlich dort

Thun

Die Kunstgalerie Hodler zeigt gegenständliche Bilder von Pascal Scheidegger und abstrakte Werke von Petr Beranek. Es sind eigenwillige Kreationen zweier Künstler mit ganz unterschiedlicher Ausdrucksphilosophie.

Die beiden Künstler Petr Beranek (l.) und Pascal Scheidegger präsentieren sich mit ihren Bildern in der Kunstgalerie Hodler.

Die beiden Künstler Petr Beranek (l.) und Pascal Scheidegger präsentieren sich mit ihren Bildern in der Kunstgalerie Hodler.

(Bild: Verena Holzer)

Pascal Scheidegger ist in Uttigen aufgewachsen. Seit der Kindheit hält er mit Pinsel und Farben seine Gedanken auf Papier fest. Als gelernter Siebdrucker arbeitet er seit über fünfzehn Jahren als Grafiker, Illustrator und ­freischaffender Künstler.

Inzwischen ist Design seine Leidenschaft, Kunst seine Passion ­geworden. Seine Ausbildung kommt in seinen Arbeiten klar zum Ausdruck. Die Formen seiner Sujets sind klar und heben sich deutlich vom Hintergrund ab. Prägnante Konturen halten die kräftigen Farben im Zaum.

Mit gekonnten Schattierungen und fliessenden Farbnuancen kommt das Muskelspiel der dargestellten Personen oder auch der Glanz des gelockten Haars zur Geltung. In den unbekümmerten Bildern kommt jedoch auch die Sensibilität des Künstlers zum Ausdruck.

Seinem Clown hat er einen nachdenk­lichen Gesichtsausdruck und der Tänzerin traurige Augen verliehen. Und weil er ein grosser Katzenfan ist, präsentiert er das tolle Bild eines Tigers.

Herausfordernde Spannkraft

Eine ganz andere Ausdrucksart präsentierte sich den Vernissagegästen mit den Bildern von Petr Beranek. Der in Prag geborene und in Reinach bei Basel aufgewachsene Krankenpfleger wohnt inzwischen am Genfersee und in Bern, wo er als freier Kunstschaffender arbeitet.

Für seine Bilder verwendet Beranek die unterschiedlichsten Materialien. Neben Acryl, Öl und Kohle verarbeitet er Kreide, Teer und Collage. Das wiederum ergibt eine herausfordernde Spannkraft. Die grossflächigen, sich überschneidenden Elemente scheinen ganz zufällig eingefügt zu sein. Dem ist jedoch nicht so, denn Beranek weiss genau, wie er seine Sujets aussagekräftig platzieren muss.

Er zwingt den Betrachter, sich intensiv mit seinen Bildern zu befassen. Es sind gefühlvolle Beobachtungen von Mensch, Natur und Umwelt. Sie widerspiegeln zudem seine leidenschaftliche Energie und sein Können, Bewegendes zu bändigen und zu beherrschen. Er arbeite meistens an mehreren Bildern gleichzeitig und bei keinem könne er von Beginn an sagen, was daraus entstehe, sagte Beranek gegenüber dieser Zeitung.

«Der Künstler hat nichts mehr zu sagen. Er überlässt uns das Bild und damit die Pflicht, selbst ein wenig mehr herauszufinden über unsere Herkunft und unser Dasein», zitierte Galerist Markus Hodler eine Textstelle der Kunsthistorikerin Hélène Upjohn über Beraneks Bilder.

Die Ausstellungdauert bis 27. Mai. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 18.30 Uhr, Samstags 9 bis 16 Uhr. www.hodler-thun.ch

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