«Ach Ernst, was du mich alles lernst»

Thun

Zur Zeitreise in die Welt des Schlagers der 20er- bis 40er-Jahre nahm das Trio Ragufeng am Freitag in der Alten Oele rund 40 Fans der leichten Muse mit. Schlüpfrige Liedtexte mit gefälliger Moderation sorgten für einen drolligen Abend.

«Als die Schlager flügge wurden»: Das Trio Ragufeng liess im Kleintheater Alte Oele alte grosse Zeiten aufleben.

«Als die Schlager flügge wurden»: Das Trio Ragufeng liess im Kleintheater Alte Oele alte grosse Zeiten aufleben.

(Bild: Christina Burghagen)

«Heinrich, wo greifst du denn hin? Diese Figüren sind nicht zu berühren . . .» Im Jahr 1929 schrieb Robert Koppel das leicht frivole Lied um eine Dame, die ihren Heinrich massregelt. Das Programm «Als die Schlager flügge wurden» des Trios Ragufeng im Kleintheater Alte Oele in Thun mit Christine Lüthi-Küng (Gesang), Martina Genge (Violine) und Armin Waschke (Piano) grub zahlreiche Kleinode der leichten Muse aus.

Um die Jahrhundertwende, so liess die Sängerin wissen, habe man sich noch aus Operetten bedient, wie aus Paul Linkes «Lysistrata» mit «Glühwürmchen, Glühwürmchen, flimmre...» oder «Herr Kaiser» aus der «Försterchristel» (1907).

Welche modische Not Damen damals litten, wurde im Lied «Männe, hak’ mir mal die Taille auf» deutlich. Die Musikpädagogin Christine Lüthi-Küng intonierte die Stücke eindrucksvoll und zuweilen in den Höhen etwas zu engagiert.

Grammatikalisch haarsträubend, aber anheizend

Die frechen 20er-Jahre förderten augenzwinkernde Couples zutage wie «Ach Ernst, ach Ernst, was du mich alles lernst», was grammatikalisch zwar haarsträubend, dafür aber Fantasie anheizend wirkte. Männer zu besingen, war en vogue, wie «Benjamin, ich hab nichts anzuziehen» oder «Wo sind deine Haare, August, August» ebenfalls bewies. Und auch die Schelte «Was machst du mit dem Knie, lieber Hans» bezieht sich auf einen trotteligen Ehemann, der von seinem Zornröschen ausgeschimpft wird, erzählte die Sängerin.

Mit dem Set von Marikka Röck aus den 40er-Jahren mit «In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine» oder «Für eine Nacht voller Seligkeit» endete die vergnügliche Schlagerreise im Kleintheater aber noch nicht, denn das ­Publikum forderte eine Zugabe.

Beim Foxtrott «Auf Wiedersehen, Herr Doktor, auf Wiedersehen, Frau Doktor» von Fritz Rotter und Bronislav Kaper aus dem Jahre 1929 schüttelte die Sängerin zur Freude des Publikums zum Abschied etliche Hände.

Thuner Tagblatt

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