Altersheimerweiterung liegt bis auf weiteres auf Eis

Uetendorf

Der Turmhuus-Neubau in Uetendorf wäre in der geplanten Form zu teuer geworden.

Geplant wäre gewesen, alle Gebäude ausser jenem mit den roten Geranien (links) abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen.

Geplant wäre gewesen, alle Gebäude ausser jenem mit den roten Geranien (links) abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen.

(Bild: Marc Imboden)

Die Flucht nach vorn wollte der Stiftung­srat des Altersheims Turmhuus in Uetendorf antreten. Dazu, die wirtschaftliche Lage zu verbessern, sollte die Anzahl Betten von 66 auf 103 erhöht werden. Der Stiftungsrat plante, den Erweiterungsbau von 2002 stehen zu lassen, alle anderen Gebäude aber abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen nach Plänen der Schär Buri Architekten aus Bern.

Kostenpunkt: 20 bis 30 Millionen Franken. Es war im August 2017, als der Stiftungsrat mit diesen Plänen an die Öffentlichkeit trat. Inzwischen sind diese Pläne zwar nicht Makulatur, müssen aber stark überarbeitet werden.

Geldgeber wären da, aber...

Als das Vorprojekt für die Turmhuus-Erweiterung weiterentwickelt wurde, mussten bis im vergangenen November Spar- und Verzichtsrunden durchgeführt werden, wie der Turmhuus-Stiftungsrat in seiner Medienmit­teilung schreibt. «Das Gesamtprojekt wäre für das zukünftige Turmhuus optimal, nur ist es für seine Verhältnisse zu teuer respektive nicht finanzierbar», heisst es weiter.

Potenzielle Geldgeber seien vorhanden, jedoch wäre die Rückfinanzierung auch mit dem zukünftigen Betrieb aus heutiger Sicht nicht tragbar. «Aufgrund dieser Ausgangslage hat der Stiftungsrat anlässlich seiner ausserordentlichen Sitzung vom 16. April beschlossen, die weiterfüh­rende, redimensionierende Bauplanung vorerst aufzuschieben und bis Herbst 2019 strategische Abklärungen zu tätigen.»

Sanierung keine Option

Was ist passiert? Merkte man plötzlich, dass die Kostenschätzung viel zu tief war? «Es handelt sich um einen ganz normalen Projektablauf, wie er etwa auch beim Bau eines Einfamilienhauses eintreffen kann», erklärt Stiftungsratspräsident Peter Engimann. «Der Architekt macht einen Entwurf, doch dann merkt man, dass die Baukosten das Budget übersteigen.»

Jetzt müsse das Projekt redimensioniert werden, und dabei gelte es, das Nötige vom Wünschbaren zu trennen. Konkrete Angaben, worauf der Stiftungsrat verzichten wolle, machte Engimann nicht. Er stellte aber klar: «Die Zimmer werden sicher nicht kleiner, zumal dies von den gesetzlichen Vorgaben her gar nicht möglich ist.»

Ebenso werde es auch sicher wieder einen Aufenthaltsraum geben. «Die Bewohnerinnen und Bewohner des Turmhuus werden von den Abstrichen nichts merken», verspricht er. Sicher sei auch, dass alle Gebäude ausser dem jüngeren Erweiterungsbau abgerissen würden und ein Neubau erstellt werde.

«Mit seinen 38 Jahren ist das Turmhuus an einem Punkt angelangt, an dem dringender Handlungsbedarf besteht, und eine Sanierung ist keine Option.» Festgehalten wird auch am Grundsatz, das Angebot von 66 auf 103 Betten zu erhöhen. Engimann schätzt, dass die Baueingabe Ende des nächsten Jahres erfolgen kann. Die Bauzeit dürfte rund zwei Jahre betragen.

Luginbühl tritt zurück

Die Medienmitteilung des Turmhuus-Stifungsrates enthält zudem eine Information personeller Natur: «Andreas Luginbühl, Stiftungsratsmitglied mit Ressort Finanzen und Controlling, hat anlässlich der erwähnten Stiftungsratssitzung de­missioniert.»

Luginbühl sei aber weder aus Protest gegen die Redimensionierung des Neubauprojekts zurückgetreten noch sei ihm der Rücktritt nahegelegt worden, hält Engimann fest. Sein Ausscheiden sei im Gegenteil für dieses Jahr angekündigt worden. «Aufgrund der geschilderten Ausgangslage bezüglich des Bauprojekts wollte Andreas Luginbühl die anstehenden Projektschritte nicht weiter beeinflussen und so einem neuen Stiftungsratsmitglied rechtzeitig Platz machen», heisst es in der Medienmitteilung weiter.

«Die Stiftungsräte wurden 2011 für die Dauer von zwölf Jahren gewählt», führt Engimann aus. «Damit nicht alle aufgrund der Amtszeitbeschränkung zum selben Zeitpunkt abtreten, versuchen wir die Neubesetzung gestaffelt vorzunehmen. Im Verlauf dieses Jahres werden zwei weitere Mitglieder zurücktreten.»

Thuner Tagblatt

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