Aluminium statt Glas

Thun

Keine Einsprachen: Die Pensionskasse Publica kann die Fassade ihrer Liegenschaft an der Bahnhofstrasse 12 sanieren. Weil mehrmals Glaselemente auf die Strasse fielen, ist das Haus seit vergangenem Oktober eingerüstet.

An der Ecke Rampenstrasse/Bahnhofstrasse in Thun: Die Fassadensanierung läuft an.

An der Ecke Rampenstrasse/Bahnhofstrasse in Thun: Die Fassadensanierung läuft an.

(Bild: Marc Imboden)

Das Haus an der Ecke Rampen-/Bahnhofstrasse beim Bahnhof Thun sorgt seit acht Monaten für Gesprächsstoff. «Wann geht hier endlich etwas?», fragen sich Passanten immer wieder, wenn sie unter dem Gerüst über das Trottoir gehen.

Nun kann ihre Frage beantwortet werden. Gegen das Baugesuch der Besitzerin, der Pensionskasse Publica, zum Ersatz der äusseren Fassade gingen keine Beschwerden ein, und die Behörden haben die Baubewil­ligung erteilt. «Die Vorarbeiten sind gestartet, der eigentliche Baubeginn erfolgt in den nächsten Tagen», sagte Christoph Gerber, der bei der Pensionskasse Publica die Immobilienabteilung leitet.

Fast wie zuvor

Wenn die Fassade ersetzt sein wird – voraussichtlich im September –, wird das Haus nicht viel anders aussehen als bisher. «Für die neue Fassade haben wir Aluminiumverbundplatten gewählt, die in einem ähnlich dunklen Ton gehalten und gleich gross sind wie die bisherigen Glasplatten», führte Gerber aus.

Bei der Erarbeitung des Bauprojektes war auch der Werkstoff Glas eine Option. «Da Glas aber viel schwerer als Aluminium ist, hätten wir die gesamte Fassade demontieren und aufbauen müssen. Nun reicht es, bloss den äusseren Teil zu ersetzen.»

Christoph Gerber zeigte sich optimistisch, dass die neue Fassade lange Bestand haben und keine Probleme machen werde. «Vorfälle wie im vergangenen Jahr wollen wir wegen der Sicherheit der Passanten und auch wegen unserer Mieter unbedingt vermeiden.» Zudem wäre es schlecht für die Reputation der Publica, wenn wieder Fassadenelemente herunterfallen würden.

Zur Vorgeschichte: Zwischen Ende August und Mitte Oktober 2017 sind insgesamt vier Fassadenteile auf die Rampenstrasse gefallen und in Tausende Scherben zerborsten. Zuerst wurde die Rampenstrasse gesperrt und ein kleines Gerüst aufgestellt, um die Passanten zu schützen. Doch nach dem zweiten Vorfall liess die Besitzerin der Liegenschaft an der Ecke Rampen-/Bahnhofstrasse das ganze Gebäude einrüsten.

Das Rätsel bleibt

Als sich die ersten Teile von der Fassade gelöst hatten, war diese erst gut zehn Jahre alt. In dieser Zeit war nie etwas passiert. Umso erstaunter war man – nicht nur – bei der Publica über die plötzliche Instabilität der Fassade.

Handelte es sich um defekte Elemente? Oder um einen Konstruktionsfehler der ganzen Gebäudehülle? Oder spielte das extrem trockene und heisse Wetter eine Rolle? Die Frage nach dem Warum ist auch heute noch nicht beantwortet, die Untersuchungen endeten ohne eindeutiges Ergebnis, wie Christoph Gerber, Leiter Immobilien bei der Publica, auf Anfrage erklärte.

Thuner Tagblatt

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