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Alzheimer aus einer anderen Optik

Die KGT eröffnet die Saison mit einer Tragikomödie zum Thema Alzheimer.

KGT-Thun Schauspiel Vater von Florian Zeller Ernst Wilhelm Lenik, Maja Mueller.
KGT-Thun Schauspiel Vater von Florian Zeller Ernst Wilhelm Lenik, Maja Mueller.
PD

Der Auftakt der Saison bei der Kunstgesellschaft Thun (KGT) verheisst auf den ersten Blick einen schweren Stoff. Tatsächlich ist «Vater» des französischen Erfolgsautors Florian Zeller ein aufwühlendes Stück mit einem brandaktuellen Thema, das unsere Gesellschaft beschäftigt. Es geht um Alzheimer: Daran ist der 80-jährige André erkrankt. Der Alltag hat sich für ihn in ein verwirrendes Labyrinth verwandelt. Er gerät in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt, weil die Welt, in der sie entstanden ist, nach und nach erlischt.

Die Figur des Vaters (Ernst Wilhelm Lenik) wird nun aber nicht einfach von aussen verfolgt. Vielmehr wird die Handlung aus der Erlebniswelt des zunehmend verwirrten Mannes geschildert. Dieser Trick des Autors versetzt den Zuschauer in eine emotionale Gebundenheit mit der Hauptperson. Momente des Glücks, des Ausgeliefertseins und die Unfähigkeit, Veränderungen von Personen und Dingen wahrzunehmen, erlebt der Betrachter, als ob sich seine eigene Realität zu verschieben begänne, als ob er selber an dieser Krankheit leiden würde. Das Thema erhält so auch eine eigene Dynamik, die durchaus auch komödiantische Züge annehmen kann.

Zu Gast bei der KGT ist am 26. Oktober eine Produktion des Alten Schauspielhauses Stuttgart und des Euro-Studios Landgraf. Regie führt Rüdiger Hentzschel.

PD/lub

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