Die GC-Fans kümmerten die Auflagen nicht

Thun

Die rund 150 Gästefans hielten sich am Sonntag im Zusammenhang mit dem Fussballspiel FC Thun gegen den Grasshopper Club Zürich nicht an die Vorgaben. Zwischenfälle blieben aus und der Gästesektor leer.

Die GC-Fans zeigten gestern in Thun, dass sie sich um behördliche Auflagen foutieren. Foto: Patric Spahni

Die GC-Fans zeigten gestern in Thun, dass sie sich um behördliche Auflagen foutieren. Foto: Patric Spahni

Das Polizeiaufgebot beim Thuner Bahnhof war am Sonntag kurz nach dem Mittag augenfällig: Hundeführer, Polizisten in Leuchtjacken und in voller Montur mit Helm waren präsent, währenddessen zahlreiche Reisende die Perrons und die STI-Bushaltestellen frequentierten.

Das grosse Aufgebot der Ordnungshüter hatte allen Grund. In der Stockhorn-Arena stand das Fussballspiel FC Thun gegen den Grasshopper Club Zürich auf dem Programm. Und die GC-Fans wollten sich bekanntlich keinen Deut um die Auflagen kümmern, welche die Stadt Thun ihnen nach dem Spiel vom 15. Dezember 2018 auferlegt hatte. Damals war es nach dem Spiel beim Bahnhof zu massiven Ausschreitungen mit Verletzten und grossen Sachbeschädigungen gekommen.

Im Zug, zu Fuss statt im Bus

Statt mit dem Car, verbunden mit einem Kombiticket für den Eintritt in den Gästesektor, direkt zum Stadion zu fahren, zogen es die GC-Fans vor, mit fahrplanmässigen Zügen anzureisen. Doch sie hatten den Plan ohne die STI gemacht: Verantwortliche der Busbetriebe liessen sie nicht in die Linienbusse einsteigen und stellten auch keine Shuttlebusse bereit.

«Das ist eine grosse Sauerei.» Ein Matchbesucher

«Die Fans müssen zu Fuss zum Stadion gelangen», erklärte STI-Betriebsleiter Erich Seiler. Weil die insgesamt rund 150 Gästefans in zwei Zügen nach Thun reisten, kam es vor dem Spiel auch gleich zu zwei kleinen Fanmärschen in die Stockhorn-Arena, übrigens auf der alten ursprünglichen Route via Länggasse und jeweils von der Polizei begleitet.

Gästesektor blieb leer

Im Stadion selber blieb der Gästesektor indessen leer. Die Fans aus Zürich hatten sich im Vorfeld mit Tickets für den Sektor E ausgerüstet und gelangten lautstark und mit Fahnen ausgerüstet in den normalen Fansektor. Als der FC Thun, kaum hatte das Spiel Fahrt aufgenommen, den Führungstreffer erzielte und der Unparteiische kurz danach einen Elfmeter für die Einheimischen pfiff, wurde es im Sektor E ziemlich ungemütlich.

Die Stimmung der GC-Fans drohte zu kippen. Einige neutrale oder Thuner Fans und Familien mit Kindern zogen es vor, ihre Plätze im Sektor E zu verlassen. «Das ist eine grosse Sauerei», meinte ein Familienvater, der seinen Namen nicht nennen wollte. Auch andere regelmässige FC-Thun-Fans ärgerten sich und zeigten ob der Situation wenig Verständnis.

Extra ein Zug

Auch nach dem Spiel war die Polizeipräsenz rund um die Stockhorn-Arena und am Abend auch beim Bahnhof allgegenwärtig. Die GC-Anhänger kehrten erneut zu Fuss zum Bahnhof zurück. Dort stand für die Rückreise nach Zürich eine Zugkomposition bereit, die extra aus Spiez angefahren wurde. «Diesen Zug haben wir bereitgestellt, weil angesichts des Ferienreiseverkehrs die Regelzüge stark besetzt waren», erklärte am Abend der Thuner Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP) gegenüber dieser Zeitung.

Wie er weiter ausführte, sind die Fanmärsche wie auch die An- und Abreise der Zürcher ohne grosse Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Siegenthaler zeigte Verständnis für den Ärger einiger Matchbesucher: «Wenn wir vorgeben, dass nur Leute mit einem Kombiticket in den Gästesektor dürfen, können wir diesen nicht einfach öffnen, sonst machen wir uns unglaubwürdig.»

Stefan Kammermann

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