ARA planen nun zu dritt

Linden

Nach dem Variantenentscheid plant der ARA-Verband Unteres und Oberes Kiesental gemeinsam mit Grosshöchstetten den Ausbau der Abwasserreinigungsanlage in Kiesen. Damit das Projekt ausgearbeitet werden kann, wurde eine neue AG strukturiert. Ohne Münsingen.

Die ARA Münsingen bleibt vorerst in ihrer bisherigen Form bestehen.

Die ARA Münsingen bleibt vorerst in ihrer bisherigen Form bestehen.

(Bild: Andreas Blatter)

«Jetzt ist der Weg frei für einen Austritt von Münsingen», sagte Herbert Riem, Präsident des Gemeindeverbandes ARA Region Unteres Kiesental, an der Abgeordnetenversammlung in Linden. Angesprochen war damit der neue Weg, den der ARA-Verband Unteres und Oberes Kiesental ­gemeinsam mit der ARA Grosshöchstetten eingeschlagen hat.

Bekanntlich ist seit dem 20. April klar, dass die ARA Grosshöchstetten, Oberes Kiesental und Unteres Kiesental künftig eine gemeinsame ARA am Standort in Kiesen betreiben wollen und von einem Bau einer Grossanlage mit Münsingen absehen. «Um die ARA-Betriebe Grosshöchstetten, Konolfingen und Kiesen zusammenzuschliessen, braucht es neue Strukturen», erläuterte der Präsident.

Die Verantwortlichen haben deshalb die bestehende Aktiengesellschaft umstrukturiert und die Statuten angepasst. Neu werden die Gemeinde Grosshöchstetten und die beiden ARA-Verbände Oberes und Unteres Kiesental unter der Bezeichnung ARA Kiesental AG wirken.

Vorprojekt ausschreiben

«Dank der neuen Strukturen sind wir einen grossen Schritt wei­tergekommen», zeigte sich Herbert Riem überzeugt. Zumal die nun gewählte Variante Sorge trage zum Landschaftsbild und kein zusätzliches Kulturland benötige.

Bereits im nächsten Jahr will die ARA Kiesental AG ein Vorprojekt ausschreiben. Riem rechnet dann in drei bis fünf Jahren mit einem konkreten Bauprojekt und möglichen Investitionskosten von rund 42 Millionen Franken. Der Präsident räumte an der ­Versammlung auch Fehler ein. Eigentlich hatten die Verantwortlichen im Sinn, auf Basis der Arbeiten für das Viererprojekt zügig vorwärtsmachen zu können.

Nun müsse jedoch neue Grundlagenarbeit geleistet werden, weil die Datenbasis für das alte Projekt auf Standarddaten basiere und nicht auf effektiven Zahlen. Diese gelte es nun neu aufzuarbeiten. Dazu haben die Verantwortlichen den Bauherrenberater und Ingenieur Max Schachtler ins Boot geholt.

Wie der Präsident weiter informierte, seien im Rahmen der Planung für das Viererprojekt rund 600'000 Franken verplant worden. Der Beitrag des Verbandes Unteres Kiesental belaufe sich dabei auf rund 60'000 Franken. «Wir sind jetzt zuversichtlich und gut unterwegs», sagte der Präsident.

Budget mit Defizit

Das Budget 2018 sieht bei einem Ertrag von 1,441 Millionen ein Defizit von 381'800 Franken vor. «Wir legen mit Absicht ein Budget mit Fehlbetrag vor, damit der Verband das Eigenkapital abbauen kann», erläuterte Vorstandsmitglied Theo Nyffeler. Das Eigenkapital wird aktuell mit 1,658 Millionen Franken ausgewiesen.

Die Abgeordneten der sieben Verbandsgemeinden Brenzikofen, Herbligen, Jaberg, Kiesen, Linden, Oberdiessbach und Oppligen genehmigten das Budget diskussionslos und einstimmig. An Investitionen sind 35'000 Franken für eine Leitungsanpassung in der Schutzzone Grafenbühl geplant.

Thuner Tagblatt

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