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Auch Ausserirdische brauchen Wasser

Gibt es intelligentes Leben im All? Wie definieren wir Leben überhaupt? Im ersten Wissenschaftscafé des Jahres gingen Forscher und Publikum diesen Fragen am Montagabend im Orell Füssli gemeinsam auf den Grund.

Das grösste Radioteleskop der Welt namens «Fast» in der chinesischen Provinz Guizhou soll bei der Suche nach ausserirdischem Leben helfen.
Das grösste Radioteleskop der Welt namens «Fast» in der chinesischen Provinz Guizhou soll bei der Suche nach ausserirdischem Leben helfen.
Keystone

«Ich bin Astronom, ich schaue per Definition nach oben», sagte Professor Willy Benz, Ordinarius am Physikalischen Institut der Universität Bern, auf die Frage, warum die Suche nach anderen Lebensformen hauptsächlich im All stattfinde und nicht zum Beispiel unter der Erde.

Diese und andere Fragen zum Thema «Gibt es ausserirdisches Leben?» diskutierte Astrophysiker Benz am Montagabend mit den rund 30 Gästen des Wissenschaftscafés im Orell Füssli in Thun.

Gemeinsam mit Zoë Lehmann Imfeld, Dozentin für Moderne Englische Literatur an der Uni Bern, und Andrea Loettgers, Wissenschaftsphilosophin und Fellow am Center for Space and Habitability der Uni Bern, ging Benz auf Einwände und Bemerkungen aus dem Publikum ein und brachte den Anwesenden den aktuellen Forschungsstand näher. Moderiert wurde das gut einstündige Gespräch von Markus Böni, Newsmanager der Schweizerischen Depeschenagentur und Moderator bei TeleBärn.

In zwanzig Jahren finden wir ausserirdisches Leben

«Um andere Formen von Leben finden zu können, müssen wir erst den Begriff ‹Leben› definieren», erklärt Andrea Loettgers die philosophische Herangehensweise an die Forschung. Willy Benz stimmte Loettgers dabei zu und stellte klar, dass extraterrestrische Lebensformen unserer nicht ähnlich sein müssen und es sich dabei auch um nicht intelligentes Leben handeln könne.

Man gehe aber davon aus, dass zumindest flüssiges Wasser dazu nötig sei, Leben zu ermöglichen. Zoë Lehmann Imfeld als Literaturwissenschaftlerin verwies darauf, dass in der Science-Fiction-Literatur gerade deshalb so gerne mit Varianten des Ausserirdischen gespielt werde, weil man bisher nichts darüber wisse.

Auf die Frage Bönis, wie lange es noch dauere, bis man tatsächlich ausserirdisches Leben entdecken werde, sprach Benz von zwanzig Jahren, Loettgers gar nur von fünfzehn. «Ich bin nicht mehr der Jüngste und hoffe daher, schnell ans Ziel zu kommen», so Benz, der auch Direktor des National Centers of Competence in Research Planet S in Bern ist.

Weiter erklärte er dem Publikum, wie die Suche nach fernen Planeten vonstattengeht: «Weil Planeten so klein sind, finden wir sie indirekt über den Stern, den sie jeweils umkreisen, so wie unsere Erde die Sonne. Durch das Kreisen bewegt sich der Stern. Das ist wie bei einem Segelschiff: Es bewegt sich durch den Wind in den Segeln. Auch wenn wir den Wind nicht sehen können, wissen wir, dass er da ist.»

Dialog zwischen Wissenschaft und Bürgern

Die 1998 gegründete Stiftung Science et Cité, Organisatorin der Wissenschaftscafés Thun und Bern, ist national tätig und setzt sich mit zahlreichen Projekten für den Dialog zwischen Gesellschaft und Wissenschaft ein. Sie setzt auf einen unmittelbaren Austausch zwischen Bürgern und Forschern und fördert so die Meinungsbildung und das Wissen über gesellschaftlich relevante und aktuelle Themen.

Das nächste Wissenschaftscafé in Thun findet 13. März um 17.15 Uhr statt, ausnahmsweise nicht in der Buchhandlung Orell Füssli, sondern im Thunerhof an der Hofstettenstrasse 14. Die Veranstaltung unter dem Titel «Me, myself and Selfie» soll unter anderem den Fragen auf den Grund gehen, warum wir uns selbst so gerne fotografieren und in den sozialen Medien inszenieren.

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