«Aufgabe der Politik ist es, das Ganze zu sehen»

Thun

Wir fühlen den Thuner Gemeinderatskandidierenden auf den Zahn. Heute Margrit Schwander (SP).

Margrit Schwander (SP).<p class='credit'>(Bild: PD)</p>

Margrit Schwander (SP).

(Bild: PD)

Warum braucht es eine Pfarrerin im Thuner Gemeinderat?
Als Pfarrerin führe ich mit dem Kirchgemeinderat die Kirchgemeinde. Ich leite diverse Teams und Projekte. Ich bin es gewohnt, mit Fachleuten nach Lösungen zu suchen und so ein Gemeinwesen zu gestalten. Als Mitglied der kirchenpolitischen Exekutive lernte ich Positionen zu vertreten und ihnen zu Mehrheiten zu verhelfen. Gleichzeitig bin ich sehr geübt im Kontakt mit den Menschen, und es liegt mir viel daran, den Einwohnerinnen und Einwohnern auf Augenhöhe zu begegnen.

Was bedeutet Thun für Sie?
Thun ist mein Lebensmittelpunkt: Arbeitsort und Zuhause. Oder anders gesagt: Alles dreht sich um Thun.

Die politische Ausrichtung von SP-Kandidatin Margrit Schwander. Quelle: smartvote

Wo hapert es in Thun?
Am meisten hapert es aus der Sicht des Einzelnen wohl dort, wo es sie oder ihn am meisten betrifft. Aufgabe der Politik ist es jedoch, das Ganze zu sehen und die einzelnen Aspekte so aufeinander abzustimmen, dass es in Thun für alle stimmt. Sprich: Es genügt nicht, familienfreundliches Wohnen zu fördern und dabei den Wirtschaftsstandort Thun ausser Acht zu lassen, oder aktuell: Der Parkhausring um die Stadt kann erst seine Aufgabe erfüllen, wenn die Innenstadt zu einer attraktiven Fussgängerzone umgestaltet wird. Dies bedingt Geduld, denn Schnellschüsse sind nicht nachhaltig.

Was lieben Sie an Thun?
Die Lage am See und die Sicht auf die Berge; dass es auch für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, Einrichtungen gibt, die für sie da sind, und so für alle eine gewisse Lebensqualität gewährleistet ist. Und ganz einfach die Thunerinnen und Thuner: Ich erlebe sie als freundlich, vorsichtig offen und optimistisch.

Welche Schwerpunkte möchten Sie als Gemeinderätin setzen?
Thun soll Arbeitsort und Wohnort sein. Die Menschen sollen gern hier leben. Thun muss eine umweltfreundliche Stadt sein, mit einer guten demografischen Durchmischung und einem sicheren, effizienten Mobilitätskonzept. Gleichzeitig ist mir klar, dass ich als Gemeinderätin in ein Gremium eingebunden bin. Ich allein werde realistischerweise keine Schwerpunkte setzen können.

Wenn Sie die Stadt als Wohnort verlassen würden – wohin würden Sie am ehesten ziehen?
Nach Hünibach, wenn möglich auf Thuner Boden. Ich lebe sehr gerne in Thun. Eine Notlösung wäre Basel. Basel ist auch eine Stadt am Fluss mit vielen guten Kulturangeboten. Die Lage an der Grenze lernte ich von meinem früheren Wohnort schätzen.

Mit wem möchten Sie gerne einmal ein paar Runden auf dem Thuner Riesenrad drehen?
Mit Marquard Wocher, dem Maler des Panoramas. Ich würde ihn ermutigen, sich heute nochmals hinzusetzen und Thun, so wie es sich jetzt zeigt, zu malen. Diesmal aber auch mit Blick auf die nicht idyllischen Seiten.

Was ist ausserhalb der Politik Ihre grösste Leidenschaft?
Ich mache sehr gerne Musik und gehe wann immer möglich in Konzerte. Auch Cabaret und Theater liebe ich, habe seit Jahren das Kultursoufflé-Abo.

Wenn Sie mit einer Zeitmaschine in die Thuner Vergangenheit reisen könnten – welche Epoche würden Sie wählen?
Die Zeit der grossen Projekte wie des Kanderdurchstichs oder als der Thunerhof gebaut wurde. Mit den mutigen Initianten dieser Projekte würde ich mich gerne unterhalten.

Welches ist Ihr Lieblingsort in Thun?
In der Innenstadt an der Aare. Ich kenne keine Stadt, wo so viel frisches Wasser fliesst.

Im Hinblick auf die Thuner Wahlen vom 25. November stellen wir allen Gemeinderatskandidierenden – ausser den Bisherigen – zehn Fragen.

mik/gbs

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt